Huawei: Hat Google absichtlich die Sondererlaubnis nicht beantragt?

Wie aktuell die dpa berichtet, soll Google erst jetzt die von dem US-Handelsministerium initiierte Sondererlaubnis auf Handel mit Huawei beantragt haben. Sollte dem in der Tat so sein, stellt sich die berechtigte Frage, warum Mountain View derart viel kostbare Zeit hat nutzlos verstreichen lassen.

Ich will euch nicht erneut mit den Tatsachen langweilen, dass das US-Handelsministerium Huawei auf eine Blacklist gesetzt hat, die es US-Unternehmen verbietet Handel mit dem chinesischen Konzern zu betreiben. Auch dürfte weitestgehend bekannt sein, dass Huawei keine neuen Smartphones wie das von uns getestete Huawei Mate 30 Pro oder das gestern präsentierte Mate Xs Foldable weder mit Google-Anwendungen noch -Diensten ausliefern darf.

Huawei-Smartphones ohne Google in China kein Problem

Das mag für das Heimatland China keine Auswirkungen haben, da dort eh Google-Anwendungen verboten sind. Doch gerade Europa hat große Probleme mit dem Verzicht von dem Google Play Store, Maps oder YouTube und der Synchronisation der Kontakte, Termine und G-Mails. Da helfen auch nicht die gut gemeinten Huawei Mobile Services (HMS) drüber hinweg, welche die Google Mobile Services (GMS) ersetzen sollen. Gerade das App-Angebot der gestern erneut stark gepriesenen Huawei AppGallery kann nicht das gewohnte Niveau erfüllen.

Google reagiert nicht auf Anfragen zur gestellten Sondererlaubnis

Google meldet sich im Augenblick nicht zu den Vorwürfen und hält sich auch mit einer Stellungnahme zurück. Denn nach wie vor ist unklar ob Google unter Umständen zum gleichen Zeitpunkt wie auch Microsoft – die recht zügig die Sondererlaubnis für Windows 10 erhalten haben – eine Sonderlizenz beantragt hat. Google hält sich seit November 2019 zu diesen Fragen bedeckt. Antwortet weder auf die Frage ob eine Lizenz beantragt wurde, was im Grunde selbstverständlich ist, noch ob diese abgelehnt wurde oder die Antwort des US-Handelsministerium noch aussteht. Warum ging es bei Microsoft so schnell. Da handelt es sich im Grunde um die identische Anfrage. Die Auslieferung von Software.

Was ist wirklich der Grund?

Zuletzt hat Google schon gegen Huawei Stellung bezogen, indem das Unternehmen auf den Unsicherheitsfaktor bei der nachträglichen Installation der Google-Dienste per Sideload hinwies. Es gibt aber durchaus mehrere denkbare Szenarien. Beispiel Druck der US-Regierung. Oder eine Ablehnung aufgrund eines schlecht oder unzureichend deklariertem Antrag. Das Google in der Tat unter Vorsatz die Sondererlaubnis nicht beantragte kann ich mir nur schwer vorstellen. Beide Unternehmen beteuerten immer wieder in der Öffentlichkeit, dass sie auch in der Zukunft an einer Zusammenarbeit interessiert wären.

Was ist eure Meinung zu dem Vorfall? Schreibt uns eure Vermutung in die Kommentare.

[Quelle: dpa]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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