Huawei: Nach Rekordzahlen aus 2019 scheint 2020 die Existenz bedroht

Huawei spielt aktuell die gesamte Klaviatur des Marketing. Gab man noch vor kurzem voller stolz bekannt, 2019 satte 12 Millionen Einheiten des unter US-Embargo stehende Huawei Mate 30 Pro verkauft zu haben, so klingt die Unternehmens-Prognose für 2020 geradezu Existenz bedroht. Die Wahrheit liegt wohl eher dazwischen.

Es bedarf wohl keiner zwei Meinungen, dass 2019 für den chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei, ein direkter Schlag in die Magengrube war. Das US-Handelsministerium hat sich das Erfolgs-Unternehmen – unter Regie des amtierenden US-Präsidenten Trump – als Spielball im Handelskrieg zwischen China und den USA gewählt. Lange Zeit konnte das Unternehmen das US-Embargo kompensieren. Denn hauptsächlich leidet das Unternehmen unter den fehlenden Google Mobile Services (GMS), welche die Synchronisation der Kontakte, Gmails und Kalender-Termine als auch wichtige Anwendungen wie den Google Play Store betreffen. Einerseits versucht Huawei nun seine eigenen Mobile Services (HMS) samt App-Store (AppGallery) zu etablieren, andererseits modifiziert das Unternehmen ältere Geräte, die bereits eine Google-Lizenz erhalten haben auf und bringt sie unter neuen Namen in den Handel (siehe P Smart Pro).

Verkauf des Huawei Mate 30 Pro läuft wie geschnitten Brot

Dieses Konzept schien auch laut den letzten Meldungen komplett aufzugehen. Denn Huawei verzeichnete laut MyDrivers 12 Millionen Einheiten des ersten Smartphone, das ohne Google-Dienste in Europa erschien. Die Rede ist natürlich von der Huawei Mate 30-Serie. Unser Test des Mate 30 Pro, der natürlich auch von ein paar Erfahrungen mit dem Smartphone berichten wird, folgt noch heute. Davon allein 5 Millionen im Monat Dezember. Das ist für ein Smartphone welches 1.099 Euro kostet und nicht so ohne Weiteres von jedem zu benutzen ist schon eine ordentliche Hausnummer.

Dennoch ist für 2020 die Existenz bedroht?

Ein weiterer Bericht von Reuters besagt sogar, dass das Huawei 2019 einen Umsatzwachstum von 18 Prozent hingelegt hat. Das ist dann ein Umsatz von 239,2 Milliarden Yuan umgerechnet knapp 122 Milliarden US-Dollar. Dieser wurde unter anderem aus circa 240 Millionen ausgelieferten Smartphones generiert. Jedoch gab  Huawei Vice President Xu Zhijun (Codename Erik Xu) in einem Interview bekannt, dass 2020 ein schwieriges Jahr für das Unternehmen werden würde. Es ist sogar von einer Bedrohung der Existenz durch das US-Embargos die Rede. Ob dies nun eine Entlassungswelle bei Huawei hervorrufen würde, wollte Xu nicht kommentieren.

Nun ohne aus unserem Testbericht des Mate 30 Pro zu spoilern, dürfte klar sein, dass der Hauptabnehmer der Smartphones das Heimatland China ist. Dort interessieren Google-Dienste niemanden. Und auch ohne Europa und die anderen Länder wird Huawei weiter existieren. Von einer Bedrohung der Existenz kann also keine Rede sein, da der chinesische Markt unglaublich groß ist. Dennoch wird es mit einem US-Embargo, dass ja im Grunde nicht nur die Smartphone-Abteilung, sondern die deutlich größere Sparte der Telekommunikationsausrüstung betrifft, nicht einfacher. Die USA setzt alles daran, die LTE-5G-Technologie zu verbieten. Und das nicht nur im eigenen Land.

[Quelle: Reuters | via GoogleWatchBlog]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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