Leitz Phone 1: Kamera-Experte Leica macht jetzt eigene Smartphones

Zugegeben eine überraschende Überschrift, doch zumindest in Tokio wurde heute das Leitz Phone 1 als erstes eigenes Android-Smartphone des deutschen Kamera-Experten Leica offiziell vorgestellt. Doch warum startet ein im deutschen Wetzlar ansässiges Unternehmen mit seinem ersten eigenen Smartphone in Japan und nicht in Deutschland?

 

Leica präsentiert erstes eigenes Android-Smartphone

Wem die 1986 in Wetzlar gegründete Leica Camera AG nicht zwingend etwas sagt und auch die nicht ganz so preiswerten Fotoapparate oder Ferngläser kennt, der kennt den Kamera-Experten aber im Zusammenhang mit Huawei. Hier hat man vor kurzen erst die Beendigung der gemeinsamen Zusammenarbeit bekannt gegeben, sie aber noch nicht zeitlich fixiert. Die Huawei P50-Serie scheint davon noch nicht betroffen zu sein, wie der von Huawei-CEO Richard Yu vorgestellten Video-Teaser unter Beweis stellt.

Während einige Xiaomi als favorisierenden Nachfolger gesehen haben – gerade was die Übernahme des 2016 gegründeten Max Berek Innovation Lab anbelangt – scheint es wohl vorerst Sharp zu sein die den Job jetzt übernehmen. Zumindest was die Auslandseinsätze anbelangen. Doch der Verwunderung nicht genug, präsentiert uns heute der deutsche Kamera-Experte Leica in Tokio sein erstes eigenes Android-Smartphone mit dem Leitz Phone 1. Benannt nach dem Gründer Ernst Leitz.

Leitz Phone 1 ist wohl mehr ein Sharp Aquos R6

Und während wir uns wundern, warum man denn eine solche deutsche Innovation nicht zuerst im Heimatland vorstellt, könnte die Antwort erneut Sharp liefern. Denn die scheinen maßgeblich an dem finalen Produkt, seiner Entwicklung und Herstellung beteiligt zu sein. Mehr noch – die Verwandtschaft zu dem kürzlich vorgestellten Sharp Aquos R6 ist verdächtig hoch.

Leitz Phone 1

Und während auf der Front mit einem 6,6 Zoll großem IGZO-OLED-Display mit einer Auflösung von 2.730 x 1.260 Pixel große Einigkeit herrscht, sieht es auf der Rückseite schon ganz anders aus. Hier zeigt uns Leica oben mittig positioniert ein kreisrundes Kamera-Array. Wer Böses denkt, fühlt sich an ein Huawei Mate 40 Pro erinnert. Doch technisch gesehen gibt es erneut die identischen Werte des Aquos R6. Nämlich eine 20,2-Megapixel-Hauptkamera mit einem gigantischen 1 Zoll großen ISOCELL-GN2-Sensor von Samsung. Auch hier die äquivalente Brennweite von 19 Millimeter und einer Blende von f/1.9. Unterstützt von einem 3D-TOF-Sensor (Time of Flight). Mehr braucht es wohl nicht.

Leica-Flaggschiff mit saftigen Preis

Unter der Haube treibt auch hier ein Snapdragon 888 SoC (System on a Chip), gemeinsam mit 12 GB an Arbeits- und 256 GB internen Programm-Speicher das Leitz Phone 1 an. Benötigte Energie liefert ein 5.000 mAh starker Akku – wie im Aquos R6 eben auch. Noch ist nicht wirklich klar, was sich Leica bei dem Smartphone eigentlich gedacht hat. Ist es eine Hommage an die eigenen exklusiven Kameras? Der Preis von umgerechnete 1.400 Euro würde diese These unterstützen.

Aktuell ist das Smartphone nur bei dem japanischen Telekommunikations- und Medienkonzern Softbank aufgetaucht. Ob ein globaler Start geplant ist, kann aktuell mit Gewissheit nicht bestätigt werden.

[Quelle: Softbank | via The Verge]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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