Luca-App: Bremen und Schleswig-Holstein lassen Vertrag auslaufen

Die Luca-App von Smudo und den  Fantastischen Vier war stets großer Kritik von Datenschützern ausgesetzt. Das zahlt sich nun negativ aus, wo es darum geht knapp 20 Millionen Euro schwere Lizenzverträge der Länder im März 2022 zu verlängern. Erste Bundesländer wie Bremen und Schleswig-Holstein haben bereits bekannt gegeben die Verträge mit den Betreibern „Culture4life GmbH“ nicht zu verlängern und entsprechend auslaufen zu lassen. Auch das Land Brandenburg wird in Kürze seine Kündigung bekannt geben.

 

Luca-App stets in der Kritik

Wie so häufig ist auch bei der Luca-App nicht alles Schwarz oder Weiß. Die Betreiber sahen sich in dem einen Jahr ständiger Kritik durch Datenschützer und Sicherheitsexperten gegenüber. Immer wieder war vom CEO Patrick Hennig gebetsmühlenartig zu vernehmen, wie sicher doch die App und die Kontaktdaten durch den notwendigen zweiteilige Sicherheitsschlüssel (Gesundheitsamt und Betreiber) sei. Hinter dem Gesicht von Smudo für die Öffentlichkeitsarbeit steht die Band Fanta 4 als Fantastic Capital Beteiligungsgesellschaft UG, gemeinsam mit der Culture4life GmbH, der Nexenio GmbH (einer Ausgründung des Hasso-Plattner-Instituts) und der Marcus Trojan UG. Doch es scheint die Tage der Luca-App sind gezählt.

Fanta 4 und der CEO präsentieren die Luca-App

Nun kündigt ein Bundesland nach dem anderen

Nach Schleswig-Holstein hat nun auch Bremen offiziell bekannt gegeben, den Vertrag mit den Betreibern der Kontaktverfolgungs-App nicht weiter zu verlängern. Neben dem zu geringen Datenschutz, wie zuletzt ein unzulässiger Zugriff durch die Mainzer Kriminalpolizei auf 21 Gäste eines Restaurants und deren Kontaktdaten unter Beweis gestellt hat, wird überwiegend der geringe Nutzen als Grund für die Kündigung genannt.

„Seit Vertragsbeginn vor knapp einem Jahr ist es nur in zehn Fällen gelungen, einen Corona-Kontakt durch die Daten aus der App zu ermitteln. Der Einsatz der Luca-App hat im vergangenen Jahr bei der Kontaktnachverfolgung keinen großen Mehrwert gezeigt und knapp 220.000 Euro gekostet. Für das Bremer Gesundheitsamt hat sich somit das System nicht bewährt“, so Claudia Bernhard, Gesundheitssenatorin Bremen (Die Linke).

Am Freitag wurde durch die neue Berliner Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) bekannt, das auch das Land Brandenburg den Vertrag mit der Luca-App nicht verlängern will. Laut einer Umfrage unter 18 Gesundheitsämtern, habe nur ein Amt im vergangenen Jahr die Anwendung regelmäßig genutzt.

Folgt nun wieder die Zettelwirtschaft?

Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, das viele Laden- und Gaststättenbesitzer*innen die App in der COVID-19-Pandemie nutzen, um unnötige Zettelwirtschaften zu vermeiden. In den meisten Ländern schreibt der Gesetzgeber die Erhebung der Kontaktdaten von Kunden und Gästen vor. Nur Bremen und Schleswig-Holstein haben sich bislang von dieser Auflage getrennt. Hitzige Diskussionen im Abgeordnetenhaus lassen aber vermuten, das weitere Länder im März 2022 einen Ausstieg aus der Luca-App erwägen. Gründer und CEO Patrick Hennig hat sich in einem Interview schon einmal über mögliche Zukunftsperspektiven geäußert.

‎luca app
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Entwickler: culture4life GmbH
Preis: Kostenlos
luca app
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Entwickler: Unbekannt
Preis: Kostenlos
[Quelle: buten un binnen]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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