Mogelpackung Google Stadia – Erste Enttäuschung macht sich breit

Auf den Tag genau ist Google Stadia – der Cloud-Gaming-Service – auch in Deutschland verfügbar. Doch viele Versprechungen die Mountain View im Vorfeld gegeben hat, konnten nicht eingehalten werden. Denn nach wie vor ist zum Spielen ein Einladungscode notwendig, der dann doch mit einem Kauf des Google-Controllers in Verbindung steht.

Bei der Präsentation des Cloud-Gaming-Dienst Google Stadia hieß es, dass der Start im November 2019 auch für Deutschland stattfinden wird. Das Spielen ohne zusätzliche Hardware sollte auf dem Smartphone, Tablet oder dem Notebook, beziehungsweise PC möglich sein. Nun ist Stadia seit dem 19. November auch hierzulande auf den Tag genau eine Woche am Start. Doch wirklich spielen können die zugesagten 31 Spiele von 21 Publishern nur sehr Wenige.

Denn wer sich die Stadia-Anwendung aus dem Play Store herunter lädt, wird recht schnell ausgebremst. Es benötigt einen Einladungscode um die tatsächlich 22 Spiele wie „Destiny 2: The Collection“, „Assassin’s Creed: Odyssey“ oder „Red Dead Redemption 2“ zu spielen. Den gab es zum Start mit der limitierte „Stadia Founder’s Edition“ für 129 Euro. Die ist inzwischen nicht mehr verfügbar, was nicht bedeutet, dass es nun kostenlos drei Monate lang einmal an getestet werden kann, bevor das monatlich Abo von 9,99 Euro (Pro-Tarif/Basis-Tarif gratis) gekauft wird.

Wer Google Stadia spielen will muss 129 Euro investieren

Nein – Google hat einfach die „Stadia Premiere Edition“ hinterher geschoben, bei der ebenfalls 129 Euro fällig werden. Die Hardware besteht hier aus einem Chromecast Ultra und einem „Clearly White“ Controller. Bei der Founders Edition war es ein Controller in „Midnight Blue“. Der Vorteil der Founders Edition war einen Freund mit dem Buddy Pass zu Stadia einzuladen.

Ohne Einladungscode nix los

Wer also keinen Einladungscode hat schaut in die Röhre. Da ist die Ankündigung, Stadia auch mit einem Xbox- oder PlayStation 4-Controller spielen zu können, nichts wert, wenn der Kunde doch zum Kauf des Google Controller gezwungen wird.

Google Pixel Smartphone only

Selbst wer sich der kostenpflichtigen Bestellung des Chromecast samt Google-Controller unterzogen hat, kann deswegen noch lang nicht auf jedem x-beliebigen Android-Smartphone Google Stadia spielen. Technisch sind da weniger die Hürden gesetzt. Nein, Google will es schlichtweg nicht. Dieder „Luxus“ bleibt vorerst nur den eigenen Pixel-Smartphones vorbehalten. Zwar haben die XDA-Developers bereits einen Umweg gefunden, Google vorzutäuschen doch ein Pixel-Smartphone in den Händen zu halten. Doch wie fast immer in solchen Fällen ist dafür ein Root-Eingriff notwendig, dass wir so ohne weitere Fachkenntnis jedermann empfehlen würden. Auch waqnn diese Sperre aufgehoben wird, ist bislang unklar.

Google Stadia ohne 4K und 60 fps

Ein weiterer Kritikpunkt die Überhitzung des Chromecast, der zu regelmäßigen Neustarts und zum Teil zum Komplettausfall desselben führen. Auch bei der großspurigen Ankündigung von 4K Auflösung bei 60 Bildern pro Sekunde, kann Mountain View nicht so ganz Wort halten. Hieß es im Vorfeld, dass diese Angabe von einem schnelle Internetzugang abhängig wäre. Das ist aber nicht der Fall. Vielmehr von skaliert Google von Full HD oder 1440p auf 4K hoch. Google schiebt nun den schwarzen Peter an die Entwickler weiter.

So heißt es:

„Wir geben Entwicklern die Freiheit, mit Stadia die beste Bildqualität und Bildrate zu erzielen und wir sind beeindruckt von dem, was sie am ersten Tag erreicht haben.“

Soll bedeuten: Nicht Google ist für das Hochskalieren verantwortlich, sondern die Entwickler. Wir sind weiterhin gespannt, ob es sich hier lediglich um Start-Schwierigkeiten handelt oder das Ganze eine Nummer zu groß für Google ist. Die Konkurrenz durch Microsoft lässt sich mit xCloud noch bis nächstes Jahr Zeit, bietet aber jetzt schon in der Betaphase mehr Spiele als Google Stadia.

[Quelle: Google]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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