Taiwanischer Chip-Hersteller verweigert Aufträge von Huawei

Nun könnte man die Drohungen von US-Präsident Trump und dem Handelsministerium an Huawei als amtlich bezeichnen. Denn der taiwanische Chip-Hersteller TSMC gibt nun bekannt, keine Aufträge und Bestellungen von Huawei entgegen zunehmen. Möglich ist das, weil der Chip-Zulieferer bei der Herstellung von SoCs und Schaltkreise Technologie aus den USA nutzt. Ist nun Huawei tatsächlich am Ende? Wir meinen nicht.

Es ist für Huawei eine der folgenschwersten Entscheidungen, die das chinesische Unternehmen im Visier der USA bis dato zu ertragen hat. Der größte Chip-Hersteller TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) hat nun offiziell bekannt gegeben, sich nach den durch die USA aktualisierten Exportbestimmungen zu richten, berichtet der Nikkei Asian Review. Das bedeutet im Klartext, der Auftragsfertiger wird keine weiteren Bestellungen von Huawei mehr annehmen. Vorhandene Aufträge werden jedoch noch produziert und geliefert.

„TSMC hat die Annahme neuer Bestellungen von Huawei gestoppt, um die neuesten Export-Kontrollbestimmungen vollständig einzuhalten. Aber Aufträge, die bereits in Produktion sind und Bestellungen, die TSMC vor dem neuen Verbot entgegengenommen hat, sind nicht betroffen und werden bis Mitte September ausgeliefert. Es ist eine schwierige Entscheidung für TSMC, da Huawei der zweitgrößte Kunde des Unternehmens war.“

Huawei bedauert die Entscheidung des taiwanischen Chip-Hersteller TSMC

Huawei hat sich in einem offizielle Statement zu der Situation geäußert und gibt bekannt, dass diese Entscheidung „schwerwiegende Auswirkungen auf eine Reihe globaler Industriebranchen haben wird“. Das eigene Geschäft wird unweigerlich betroffen sein und man werde alles in Bewegung setzen, um Lösungen für die US-Maßnahmen zu finden. Es ist also schon deutlich heraus zu hören, dass die Änderungen der Exportbeschränkungen und damit der Verzicht auf Lieferung vom taiwanischen Chip-Hersteller TSMC, das Unternehmen hart trifft.

Doch muss Huawei jetzt tatsächlich die Smartphone-Produktion stoppen? Nein. Huawei arbeitet bereits schon mit anderen Halbleiterherstellern zusammen. Das chinesische Unternehmen Semiconductor Manufacturing International Corporation (SMIC) fertigt beispielsweise den HiSilicon Kirin 710A. Auch Kooperationen mit dem europäischen Chiphersteller STMicroelectronics (STMicro) mit Sitz in Amsterdam und Fertigung in Genf sind möglich. Erste Sondierungsgespräche sind positiv verlaufen. Kooperationen bei der Fertigung von Sensoren bestehen bereits.

Die fehlenden GMS tun den Rest

Unabhängig von dem schweren Schlag in Sachen Fertigung mobiler Prozessoren, stellt sich zumindest in Europa die Frage, wie lang das Unternehmen noch erfolgreich Smartphones ohne Google Mobile Services nach der erneuten Verlängerung um ein Jahr verkaufen kann. Aktuell testen wir erneut die Huawei Mobile Services samt hauseigener „AppGallery“ und der Dritt-Anbieter-Anwendung „AppSuche“ auf dem Huawei P40 Pro.

[Quelle: Nikkei Asian Review]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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