USA wollen chinesischen Chiphersteller SMIC sanktionieren

Wie aktuell das Wall Street Journal berichtet, plant die USA noch in diesem Monat im Verteidigungsministerium weitere Sanktionen gegenüber den chinesischen Chiphersteller SMIC zu beschließen. Obwohl das in Shanghai niedergelassene Unternehmen bereits auf der Blacklist des US-Handelsministerium steht, konnte SMIC unter Verwendung von Schlupflöchern dennoch US-Werkzeuge für die Chip-Fertigung einkaufen.

 

Harter Diskurs zwischen China und den USA

Das Verhältnis zwischen den USA und China ist aktuell extrem angespannt und belastet. Während die USA unter dem Vorwand der chinesischen Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang einen diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking angekündigt hat, sieht Chinas Präsident Xi Jinping die Einmischung der USA in die „Wiedervereinigung“ von Taiwan als unangemessen. China bezeichnete zuletzt die US-Demokratie als „Massenvernichtungswaffe“.

Donald Trump und seine China-Politik

Gingen wir zuletzt nach der missglückten Wiederwahl von Donald Trump von einem Kuschelkurs des neuen US-Präsidenten Joe Biden aus, so zeichnet sich nach und nach ein zunehmend harter Kurs gegen China ab. Huawei steht nach wie vor unter US-Embargo, wenngleich einige Sanktionen aufgehoben wurden – Beispiel 4G-Chipproduktion beim kalifornischen Chip-Hersteller Qualcomm – doch die Entity List des US-Handelsministeriums wird täglich länger.

US-Sanktionen für SMIC sollen weiter verschärft werden

So plant die USA nun auch das chinesische Unternehmen „SenseTime“ auf die schwarze Liste zu setzen. Dieser Vorgang hätte zur folge das US-Unternehmen keine Investitionen in die Gesellschaft tätigen dürfen, wozu unter anderem auch Qualcomm zählen. Der Technologiegigant hat sich auf Basis von künstlicher Intelligenz auf die Gesichtserkennung spezialisiert und plant für diesen Monat einen Börsengang. Wie auch bei dem Chip-Hersteller SMIC (Semiconductor Manufacturing International Corporation) wird den beiden Unternehmen eine Unterstützung des chinesischen Militärs unterstellt.

SMIC (Semiconductor Manufacturing International Corporation)

SMIC steht aber bereits auf der Blacklist. Der unter Beteiligung der chinesischen Regierung im Jahre 2000 gegründete Halbleiterhersteller verzeichnet mit knapp 16.000 Mitarbeitern ein Jahresumsatz von 3,2 Milliarden US-Dollar (2019). Der Eintrag soll verhindern, dass der Konzern bei der Chip-Produktion US-Technologien verwendet, welche Prozessoren unter einer Strukturbreite von 14 Nanometer zulassen. Tatsächlich fertigt der fünftgrößte Chip-Hersteller bereits SoCs (System on a Chip) in einem 10-Nanometer-Prozess.

US-Handels- und Verteidigungsministerium stehen nun im gegenseitigen Konflikt, da auf der einen Seite der harte Kurs der Biden-Regierung gegen chinesische Technologie-Unternehmen steht und auf der anderen Seite die weltweite Chipkrise, welche auch die US-Wirtschaft beeinträchtigt.

[Quelle: Wall Street Journal | via Reuters]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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