Bis Google Glass nach Europa kommt, wird es noch dauern

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Google Glass und Europa wird noch dauern

Als Google letztes Jahr erstmals eine öffentliche Demo der intelligenten Datenbrille Google Glass vorführte, hat das kleine Gadget sofort das Herz von Millionen Gadget-Fans im Sturm erobert. Und im selben Atemzug sämtliche Datenschützer der Welt auf die Barrikaden gebracht, allen voran in Europa, weshalb ein Marktstart hierzulande noch dauern kann.

Google ist einer der größten Konzerne der Welt, der sich überwiegend auf die Internet-Branche in fast all ihren Facetten beschränkt. Ausnahmen von der Regel bilden hier Android und die Nexus-Geräte aber auch eben jene angesprochene Google Glass, mit welcher der Konzern von Larry Page und Sergey Brin sich stärker als bisher als Dienstleister und Hardware-Anbieter versucht. Noch läuft der öffentliche Beta-Test, an welchem Tausende von Entwicklern und Prominente der USA teilnehmen können, rückt der Marktstart der Brille für die Allgemeinheit immer näher. Nur nicht in Europa.

 

Misstrauen über Google Glass

Das hat man sich zumindest laut dem Wall Street Journal unter der Hand auf einer Veranstaltung in Brüssel diesen Montag erzählt. Laut den nicht näher bekannten Personen könnte ein Marktstart der Google Glass in Europa noch Jahre dauern, was nicht zuletzt an den sehr hohen Standards in Sachen Datenschutz und Privatsphäre liegt, bei denen Deutschland nach wie vor führend ist im Sinne der Nutzer (zumindest offiziell und auf dem Papier). Hauptgrund für derlei Bedenken ist die in der Brille verbaute Kamera, welche das heimliche Aufnehmen von Fotos theoretisch ermöglicht, selbst wenn Google dieses per Software unterbinden wöllte.

Einhergehend damit ist die Brille technisch auch in er Lage, Personen mit Hilfe von Online-Datenbanken zu erkennen und zu identifizieren, was die Befürchtungen noch weiter verschärft. Unter anderem gab es bereits Diskussionen in Großbritannien, ob derlei technische Geräte wie Google Glass während des Autofahrens zu verbieten seien und die ersten Bars in den USA haben entsprechende Verbote für die Brille erlassen.

 

Ganz einfache Gründe

Dennoch erübrigt sich die Frage nach dem „Wann“ derzeit sowieso, da sich Google mit der Brille nach wie vor nur in den USA im offenen Feldtest mit Tausenden Freiwilligen befindet. Vielmehr sollte man sich fragen, warum Google den Testkreis lediglich auf die USA beschränkt, das Interesse wäre weltweit eventuell sogar noch größer. Und mit geschätzten 12.000 Google Glass Brillen im Umlauf hätte ja die eine oder andere auch in anderen Ländern getestet werden können.

Der Grund dafür ist allerdings bei genauerer Betrachtung einleuchtend und eigentlich ziemlich banal: Die Spracherkennung kommt mit Slang und schlechtem Akzent nicht so gut zurecht und das wäre nun mal in Europa zwangsläufig der Fall. Dennoch arbeitet Google fleißig weiter daran, die Akzeptanz für Google Glass zu steigern, unter anderem auf weiteren Veranstaltungen in Paris und Köln, wo interessierte Journalisten und Politiker das Gadget einmal selbst ausprobieren können. Vielleicht ändert sich durch persönliche Erfahrungen mit dem Gadget die Haltung der Kritiker. Oder verstärkt diese nur.

[Quelle: Wall Street Jorunal | Danke für den Tipp, Eduard]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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