EU strebt neue Monopol-Klage gegen Google an

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Google in Europa

Google hat sich über die Jahre hinweg ein sehr breites Angebot an Diensten aufgebaut und diese untereinander stark integriert, sodass es Konkurrenten manchmal sehr schwer haben. Genau das sehen die Kartellbehörden der Europäischen Union jedoch als Bestreben nach einem Monopol, weswegen in den kommenden Wochen mit einer Monopol-Klage zu rechnen ist.

Wenn ein Unternehmen in einem bestimmten Bereich eine so Marktdominierende Stellung hat, dass es die Konkurrenz beliebig manipulieren oder gar verdrängen kann, dann spricht man von einem Monopol. Genau das wird Google bei diversen Diensten seit langem zur Last gelegt und in der EU wird es in einigen Wochen wohl zur Sache gehen. Dem US-Konzern droht eine Klage der EU Kommission wegen seiner monopolistischen Stellung.

Google und der Monopol-Vorwurf

Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf „mit der Sache vertrauten Personen“ berichtet, wird die EU Wettbewerbsbehörde in den kommenden Wochen eine formale Klage gegen Google einreichen. Dabei geht es um Vorwürfe monopolistischer Geschäftspraktiken, die schon seit über fünf Jahren untersucht werden. Man wirft dem US-Konzern vor, die eigenen Angebote in Suchergebnissen stärker zu forcieren als diejenigen der Konkurrenz. Google hat diese Vorwürfe freilich immer bestritten.

Außerdem kommt noch hinzu, dass ein britischer Richter ein Zivilverfahren gegen Google auf das kommende Jahr verschoben hat, um der EU Kommission bzw. der EU-Wettbewerbsbehörde zusätzliche Zeit zu verschaffen, die Untersuchungen gegen den US-Konzern fortzuführen. Laut Bloomberg fiel die Entscheidung von Richter Peter Roth nach Einsicht von Unterlagen der EU Kommission, da deren Untersuchungen in großen Teilen mit den bisherigen Ergebnissen in dem Zivilprozess übereinstimmten.

Der US-Konzern unter Druck

Weiterhin bestätigte Richter Roth, dass die EU Kommission sich noch nicht entschieden habe, ob man einen weiteren Versuch eines Vergleiches anstrebe, oder grundsätzlich das Vorgehen gegen Google verschärfe. Allerdings erscheint letzteres wahrscheinlicher, da der US-Konzern bereits drei Vergleichen in den letzten Jahren nicht zustimmte. Dennoch kann es noch immer zu einer außergerichtlichen Einigung zwischen dem Internet-Konzern und der EU Kommission kommen, wie es Anfang 2013 mit der FTC erfolgte.

Maßgeblich treibende Kraft hinter der möglichen Klage gegen Google ist die amtierende EU-Kommissarin für Wettbewerb Margrethe Vestager, welche Ende 2014 die Verfahren gegen Google neu aufrollte. Dazu gehörte unter anderem das Sammeln von neuen Informationen, die sie von Beschwerdeführen wie Microsoft, TripAdvisor oder Yelp erhielt.

[Quelle: Wall Street Journal | via Handelsblatt]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

2 Kommentare

  1. roberto schreibt:

    Ich kann das auch nicht nachvollziehen.
    Keiner ist abhängig von der Google Suche oder anderen Google Diensten. Auch von Android ist keiner abhängig, es gibt genug Konkurrenten am Markt.

    Google dafür zu bestrafen gute Produkte am Markt zu platzieren, ist eine Frechheit.

    Jeder kann jederzeit alle Dienste wechseln, allerdings muss er dann ein wenig Aufwand betreiben und sich umgewöhnen. Wer das nicht möchte, darf sich nicht über die Marktmacht eines Unternehmens beschweren.

  2. roberto schreibt:

    Aber was erwartet man von den Eurokraten, die jetzt wieder mit ihren iPads im Parlament sitzen (falls sie da sind) und auf Google draufhauen.

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