Facebook-Verbot für Lehrer: Sachsen ist jetzt auch dabei

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Kein Facebook für Sachsen-Lehrer

Der rasante Aufstieg von Facebook sei 2004 zu einem der mächtigsten Internetkonzerne der Gegenwart ist nicht nach jedermanns Geschmack. Gerade die Sammelwut an Daten aller Art über seine Nutzer steht sehr oft im Zentrum der Kritik und in Deutschland werden die ersten Maßnahmen ergriffen: Mit einem Facebook-Verbot für Lehrer.

Soziale Netzwerke können Segen und Fluch zugleich sein. Auf der einen Seite ein Ort der neusten Nachrichten und Treffpunkt digitaler Freunde, aber auf der andere Seite auch ein Sammelbecken für Cybermobbing und andere Online-Gefahren. Vor allem der Umfang an Daten die soziale Netze wie das Unternehmen von Mark Zuckerberg sammeln stößt vor allem bei Datenschützern immer wieder schwer auf. Wirklich etwas dagegen machen kann man nicht, weshalb man auch mal zu etwas ungewöhnlichen Mitteln greift.

Keine Lehrer auf Facebook

Zum Beispiel dem Verbot aller sozialer Netzwerke für Lehrer und deren beruflichen Tätigkeiten. Nach den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz geht nun auch Sachsen diesen Schritt und verbietet die Nutzung von Facebook für Lehrer. Zwar habe das zuständige Sächsische Kultusministerium das Facebook-Verbot noch nicht endgültig beschlossen, aber mit Beginn des neuen Schuljahres soll es bereits in Kraft treten.

Grund für das Facebook-Verbot sind datenschutzrechtliche Bedenken des Ministeriums und die Tatsache, dass sich Schüler auch unterhalb der 13-Jahre-Grenze in dem Netzwerk registrieren. Aber vor allem die Lehrer würden sich nach Ansicht des Ministeriums in einer rechtlichen Grauzone bewegen, wenn es um den Austausch mit ihren Schülern geht. Dazu heißt es aus dem Ministerium zum Thema Facebook:

Es ist unklar wie das privatwirtschaftliche Unternehmen Facebook die personenbezogenen Daten der Nutzer verarbeitet, auswertet und weiterverwendet. Vor diesem Hintergrund bewertet das Kultusministerium den Umgang von Netzwerken wie Facebook mit personenbezogenen Daten datenschutzrechtlich als sehr unsicher. Das Unternehmen erfasst die individuelle Nutzung von Facebook präzise und wertet sie durch das Setzen von Cookies aus. Gegen die Profilbildung gibt es keine Widerspruchsmöglichkeit und keine Möglichkeit der Einwilligung des Nutzers. Auch Dritte können personenbezogene Daten anderer einstellen wie z. B. Klassenfotos oder Berichte über Klassenfahrten. Nicht immer kann dies von den Betroffenen nachvollzogen werden.

Lehrer und moderne Kommunikation

Dass das Ministerium gerade jetzt den Vorstoß in Sachen Facebook unternimmt verwundert jedoch die Sächsische Lehrervereinigung. Bisher habe man nach dem Glauben des selbstverantwortlichen Umgangs gehandelt und gezielt die Nutzung sozialer Netzwerke wie eben Facebook gefördert, allerdings immer mit Blick und Hinweise an die Schüler was den Datenschutz betrifft. Vor allem was eine digitale Freizügigkeit für Folgen haben kann sei dabei immer wieder Thema gewesen.

Jedenfalls drängt das Ministerium darauf die Kommunikation über soziale Netzwerke einzustellen. Bisher erfolgte mitunter die Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler in speziellen Facebook-Gruppen, was aber den Bildungseinrichtungen keine Möglichkeiten gibt, eigene Datenschutzbeauftragte einzusetzen. Daher forciert das Sächsische Kultusministerium unbedenkliche Wege, wie Lehrer mit ihren Schülern in Kontakt treten können. Facebook und Co. gehören nach Ansicht des Ministeriums jedenfalls nicht dazu. Vielleicht haben sie sich ja an Max Schrems ein Beispiel genommen?

[Quelle: WinFuture]

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