Google+: Verknüpfung mit der eigenen Telefonnummer ab 2014

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Google+ und die Verknüpfung der Telefonnummer

Das Vorgehen von Facebook bei manchen Dingen wird von vielen Menschen immer wieder scharf kritisiert, dabei hat Google mit seinem sozialen Netzwerk Google+ auch nicht gerade eine weiße Weste an. Das zeigt sich einmal mehr auf besonders deutliche Weise bei dem, was Google im kommenden Jahr ohne Wenn und Aber durchboxen will.

Facebook wird gerne mal vorgeworfen, weitaus mehr Daten als eigentlich wirklich nötig, über seine Nutzer zu sammeln. Das aktuellste Beispiel dafür dürfte der Facebook Messenger sein, der sich künftig nur noch mit der Handynummer nutzen lässt, egal ob die SMS-Funktion genutzt wird oder nicht. Wer damit nicht einverstanden ist, hat nur die Möglichkeit, komplett auf den Facebook Messenger zu verzichten. Und nun schlägt Google dieselbe Richtung ein mit Google+, allerdings eventuell sogar eine Spur krasser: Eine Verknüpfung des Google+ Profils mit der eigenen Telefonnummer.

 

Google+, das Fischernetz von Google

Die Idee hinter der Verknüpfung mit dem eigenen Google+ Profil mag auf den ersten Blick vielleicht eine tolle Sache sein, in Sachen Datenschutz dürften jedoch nicht gerade unerhebliche (potentielle) Probleme auf uns zurollen. Denn durch die Verknüpfung mit einem Google+ Profil, bekommen selbst unbekannte Anrufer theoretisch ein Bild in der Telefon-App. Die Ausblicke auf die Zukunft von Google und dessen sozialen Netzwerk Google+, hat Attila Bodis veröffentlicht.

Coming in early 2014, users who have verified their phone number and have discovery turned on will have their names and Google Profile photos display whenever they call you, or you call them (it’s great if a new friend who hasn’t been saved in your contacts yet calls you). Check your Google Account to make sure you are happy with how you appear on caller ID by Google: http://goo.gl/g9P3Bp

Deutsche Übersetzung:

Anfang 2014 werden Nutzer, die ihre Telefonnummer verifiziert und das Auffinden aktiviert haben, mit ihrem Google+ Profil auf dem Bildschirm erscheinen, wann immer sie jemanden anrufen oder angerufen werden (das ist toll bei Freunden, die noch nicht in der eigenen Kontaktliste gespeichert sind). Überprüfen Sie daher ihren Google-Account, ob sie mit ihrem Erscheinen zufrieden sind: http://goo.gl/g9P3Bp

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Ihr habt leider keine Wahl, die neue CallerID-Funktion mit der Verknüpfung eures Profils auf Google+ wird definitiv kommen. Und lässt sich nicht auf Wunsch deaktivieren. (Update: Lässt sich deaktivieren, indem auf der entsprechenden Seite eures Google Profils das Häkchen vor der Telefonnummer entfernt wird; Danke an Norbert Rittel für den Hinweis) Die Rufnummer-Unterdrückung soll anscheinend nutzlos sein dagegen, was in Sachen Datenschutz und Privatsphäre einem GAU nahe kommt. Fraglich ist jedoch, ob Google damit hierzulande durchkommen würde, gelten die deutschen Datenschutzbestimmungen gemeinhin als eine der schärfsten weltweit. Gut möglich, dass zumindest in Deutschland das Vorhaben scheitern wird. Da ist die Absage von Werbung in der Telefon-App eher ein schwacher Trost.

Dennoch wird anscheinend nur das an Informationen des eigenen Profils angezeigt, was man auch für die Öffentlichkeit angegeben hat. Trotzdem wäre ein Opt-In-Verfahren für die Cloud-basierte CallerID, welche Google anstrebt, besser und taktisch klüger gewesen. Denn so kann man wieder den Begriff „Datenkrake“ hervor holen und hätte einmal mehr Recht. Bleibt nur zu hoffen, dass Google die genauen Details der Verknüpfung bis zum Start entsprechend anpasst. Ansonsten wird es wohl die ersten verärgerten Nutzer geben, welche gegen das Vorgehen Googles klagen werden.

Andererseits wäre das natürlich ein schöner Datenpool für die so emsig arbeitenden Geheimdienste. Schließlich kann man nie zuviel wissen über seine Bürger.

[Quelle: Attila Bodis | via MobileGeeks]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

2 Kommentare

  1. roberto schreibt:

    Google macht seit einem alles falsch was man nur falsch machen kann. G+ üerball reinzudrücken wird schiefgehen. Die Nutzer werden sich das nicht gefallen lassen. Insgesamt tut es dem Markt gut, wenn android Anteile verliert.

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