Beatrobo verwandelt dein iOS und Android Smartphone zur Cartridge Gamekonsole!

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pico_casette_cartridgeVideospiel-Nostalgiker aufgepasst: Das japanische Unternehmen Beatrobo arbeitet derzeit an einem System mit der Bezeichnung Pico Casette, welches das iPhone und Android Smartphones in gewisser Weise zu einer Art Retro-Videospielkonsole verwandelt. In Kombination mit Spiel-Kassetten will man ein ganz neues Erlebnis bieten und dabei vor allem alte Konsolen-Liebhaber ansprechen.

Wer noch eine der klassischen Videospielkonsolen aus der Ära eines Nintendo SNES oder Gameboy besitzt oder mit diesen aufgewachsen ist, wird sich noch an deren Cartridge-Systeme erinnern. Auf einer solchen Kassette ist genau ein Spiel installiert, welches in die entsprechende Konsole geschoben wird, um es dann auf dem Fernseher spielen zu können. So in etwa lässt sich das Prinzip hinter der Pico Casette erklären mit dem Unterschied, dass das System für moderne Smartphones gedacht ist.

Pico Casette für das Cartridge-Retro-Feeling

Da Smartphones keinen Card-Slot besitzen wie die alten Konsolen, finden diese im Kopfhörer-Ausgang Platz. Jede Cartridge hat dazu einen speziellen Stecker, über welchen die nötigen Daten übertragen werden. Die Spiele selbst werden hingegen auf dem jeweiligen Smartphone über eine Companion-App heruntergeladen landen, da die Cartridges selbst keine Software gespeichert haben. Kurzum, eine Pico Casette Cartridge dient lediglich zur Authentifizierung für das jeweilige Spiel.

Dennoch werden viele den Sinn einer solchen Cartridge anzweifeln. Da Beatrobo ein passendes Server-Konzept dazu entwickelt, kann man seine Spielstände des jeweiligen Titels mit der jeweiligen Pico Casette verknüpfen und genau hier kommt ein Vorteil des Systems zum Vorschein: Man kann seine Spielstände mit Hilfe der Cartridge jederzeit auf einem anderen beliebigen Gerät fortsetzen, ohne irgendwelche Daten zwischen der Geräten per App hin und her zu schicken.

Zielgruppe für die Pico Casette Cartridges sind laut Beatrobo-Gründer und CEO Hiroshi Asaeda nicht nur Videospiel-Fans der alten Konsolen aus den 80er Jahren sondern auch jüngere Spieler, welche diese legendären Systeme nicht mehr erlebt haben. Dabei orientiert sich das Design der Cartridges am Aussehen der Famicom-Kassetten, wie die erste 8-Bit-Konsole von Nintendo in Japan hieß. In Europa war sie als NES (Nintendo Entertainment System) bekannt.

Erstmals wurde die Pico Casette Cartridge auf der Tokyo Games Show 2015 vorgestellt, wo man auch ein erstes Modul für das iPhone zeigte. Dabei handelt es sich um einen Flappy-Bird-Klon, aber laut den Plänen von Asaeda sollen in Zukunft noch zahlreiche weitere Spiele folgen. Derzeit befinde man sich mit diversen Entwickler-Studios in Verhandlungen, um Videospiel-Klassiker, aktuelle und auch exklusive Titel auf den Markt bringen zu können.

Mit Preisen zwischen 1.500 und 2.000 Yen, umgerechnet derzeit etwa 11 bis 15 Euro, ist das System allerdings nicht unbedingt als günstig zu bezeichnen. Gerade wenn es sich um die bekannteren 3-Euro-Titel aus den App Stores auf den Pico Casette Cartridges handelt, dürften manche arge Zweifel für einen Erfolg haben.

Ob sie wirklich eine Zukunft haben wird das angestrebte Crowdfunding der ersten Pico Casette Cartridges zeigen, die für den japanischen Markt gedacht sind. Ob sie ihren Weg überhaupt aus Japan hinaus finden ist dabei eine gänzlich andere Frage. Schließlich ist ein Smartphone mit einer solchen Cartridge nicht gerade komfortabel zu halten, Nostalgie-Anhänger hin oder her. Ein echter Mehrwert wäre da schon ein Adapter über den MicroUSB-Port für die alten Gameboy Cartridges, welches sich dann auf dem Smartphone Display spielen lassen. Wer weiß – vielleicht fühlt sich in diesem Augenblick jemand angesprochen die Lötstation anzuwerfen.

[Quelle: Beatrobo]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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