Snapdragon 820: Eingebauter Virenschutz mit Smart Protect

Geschrieben von

Qualcomm Snapdragon 820 mit Qualcomm Smart PRotect

Sicherheit ist gerade wegen der StageFright-Sache bei Android in der letzten Zeit wieder ein großes Thema geworden, wo ein Android Smartphone mit einem Snapdragon 820 von Qualcomm in Zukunft sehr beliebt werden dürfte. Denn während Hersteller noch an der Schließung entdeckter Lücken arbeitet, schützt der Highend-Prozessor den Nutzer pro-aktiv vor den virtuellen Gefahren.

Wenn man eine App installieren will, fragt das Android-Betriebssystem nach, ob man die App mit diesen angeforderten Berechtigungen tatsächlich installieren will. Während einige wenige im Zweifelsfall tatsächlich von einer Installation absehen und sich nach einer weniger suspekten Alternative umschauen, klickt der Großteil der Nutzer dennoch auf den „Installieren“-Button. Mit einem Snapdragon 820 Prozessor unter der Haube wird zumindest dieses Problem mit dem mangelnden Misstrauen gegen zu viele Berechtigungen ein wenig entschärft.

Mehr Sicherheit mit einem Snapdragon 820

Denn wie Qualcomm nun bekannt gegeben hat, wird der kommende Top-Prozessor für mobile Geräte namens Snapdragon 820 der erste Chip des kalifornischen Unternehmens sein, welcher mit der Technologie namens Smart Protect ausgestattet ist – Neben dem üblichen Schneller, Kühler, Besser (zum Beitrag). Dabei handelt es sich stark vereinfacht um einen eingebauten Anti-Malware-Scanner, welcher Apps auf ungewöhnliches Verhalten hin beobachtet. Findet die Komponente des Prozessors solche Apps, dann wird der Nutzer darüber informiert und die Deinstallation der betreffenden App angeboten.

Sicherlich handelt es sich dabei um keinen echten Virenscanner, denn dazu fehlt im Grunde die aktive Überwachung des Flash-Speichers, des RAMs sowie eine aktualisierte Signatur-Datenbank, aber es ist auch ein Schritt in die richtige Richtung. Immerhin soll Smart Protect im Snapdragon 820 in gewisser Weise auch Zero-Day-Lücken entdeckten können, welche von Apps ausgenutzt werden.

Als konkretes Beispiel für die Möglichkeiten, die Qualcomm Smart Protect im Snapdragon 820 besitzt, nannte Qualcomm die berühmt-berüchtigten Taschenlampen-Apps. Viele von diesen zumeist kostenlosen Apps verlangen zu viele Berechtigungen, die sie zur Nutzung eigentlich überhaupt nicht bräuchten. Smart Protect kann nun erkennen, ob eine solche App ohne dem Wissen des Nutzers im Standby Fotos aufnimmt und diese an irgendwelche Server überträgt.
Selbst wenn ein Wallpaper eigentlich sogenannte Ransomware ist, soll Smart Protect im Snapdragon 820 rechtzeitig einschreiten und die Kaperung des Smartphones durch Dritte verhindern. Sprich wenn der Zugriff auf die eigenen Dateien nur durch das Überweisen von Geld auf ein ausländisches Konto wieder freigegeben wird.
Selbst wenn eine eigentlich völlig harmlose App von Hackern ins Visier genommen wird, soll sich Smart Protect rechtzeitig zu Wort melden.

Die Verantwortung liegt bei den Herstellern

So toll das alles auch klingen mag, die Sache hat einen kleinen aber feinen Haken: Der Snapdragon 820 unterstützt zwar dieses Feature, aber ob es auch wirklich genutzt wird liegt ganz allein in der Hand der Geräte-Hersteller und der Software-Entwickler von Anti-Malware-Apps. Letztere können mit Hilfe einer API-Schnittstelle auf Smart Protect zugreifen, welches tief im Inneren des Snapdragon 820 schlummert. Von daher kann der Umfang der gelieferten Daten zu möglichen Bedrohungen von Gerät zu Gerät stark variieren – Sofern Smart Protect tatsächlich aktiv genutzt wird.

Natürlich gibt es bereits zahlreiche Apps von namhaften Anti-Malware-Entwicklern, welche andere Apps nach verdächtigem Verhalten hin überwachen. Jedoch können mit den entsprechenden Kenntnissen eben diese Apps selbst kompromittiert werden, sodass deren Sicherheit selbst eher fraglich ist. Da Smart Protect direkt in die Hardware – in diesem Fall besagten Snapdragon 820 – wäre ein (erfolgreicher) Angriff um einiges schwieriger. Oder wie es Asaf Ashkenazi von Qualcomm sinngemäß besser beschreibt:

Wenn jemand die Augen verschließt, sieht man nicht alles. Apps haben eine beschränkte Fähigkeit zu erkennen, was gerade abläuft. Ein Qualcomm-Prozessor hingegen sieht alles.

Ist wirklich alles sicher bei Smart Protect?

Auch wenn sich die Sache rund um Smart Protect im Snapdragon 820 toll anhört, so gibt es auch einige Dinge, die man kritisch hinterfragen sollte. Lässt sich der Algorithmus, welcher anscheinend fest auf dem Chip integriert ist, später mit neuen Signatur-Datenbanken und dergleichen aktualisieren? Gesetzt dem Fall das dies so ist, was passiert dann, wenn in Smart Protect selbst eine Sicherheitslücke entdeckt wird? Muss Qualcomm dann die Produktion des Snapdragon 820 umstellen und eine neue Revision an seine Kunden ausliefern? Was wird dann mit den bereits verkauften Geräten?

Und eine vielleicht noch viel wichtigere Frage ist: Bleibt Smart Protect nur den besten Prozessoren von Qualcomm vorbehalten oder werden auch Mittelklasse-. sowie Einsteiger-Prozessoren die Technologie erhalten? Kurzum, es sind noch etliche offene Fragen bezüglich der neuen Qualcomm-Technologie vorhanden, welche der Konzern hoffentlich bald beantworten kann.

[Quelle: CNet]

The following two tabs change content below.
Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*


210 Abfragen in 0,450 Sekunden