[Test] HTC One M8 – Full Metal Jacket Bullet

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HTC One M8 Test

Das HTC One M8 steht ganz in der Tradition seines Vorgänger-Modells, dass sich zu einem echten Glücksfall für HTC entwickelt hat. Zwar reichte es nicht ganz zum Marktführer, aber vielbeachtet war es dennoch. Das neue HTC-Smartphone soll diesen Erfolg wiederholen und am besten gleich deutlich toppen. Ob das gelingt, verrät euch unser Testbericht.

140420_5_01Ein ganz großes Problem von HTC in den letzten Jahren war ein sehr breites Modell-Spektrum und meistens dieses gewisse Etwas, womit Samsung zum Marktführer aufgestiegen ist. Nicht selten haben die Taiwaner mit jeder neuen Flaggschiff-Generation das Design der Geräte von Grund auf umgekrempelt, während Südkorea sein Design stur durchgezogen hat. Dieses Jahr versucht es HTC mit dem HTC One M8 mal mit derselben Strategie: Gleiches Design, gleicher Name aber bessere Ausstattung und neue Software. Man schreckt auch nicht vor einer gänzlich neuen Technologie zurück, die nur auf den ersten Blick an eine 3D-Kamera erinnert.

Technische Daten des HTC One M8

Technische Daten

Prozessor

Qualcomm Snapdragon 801 Quad-Core mit 2,3 GHz
GPU: Adreno 330

Betriebssystem

Android 4.4.2 KitKat mit Sense 6

Interner Speicher

16 GB Interner Speicher (via MicroSD-Card erweiterbar)

RAM

2 GB

Modellbezeichnung

M8

Display

5 Zoll SLCD3, 1.920 x 1.080 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB 2.0, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Accelerometer, Proximity, Pedometer, Gyroskop, Barometer und Licht

Abmessungen (HxBxT mm)

146,4 x 70,6 x 9.5 mm

Gewicht

160 Gramm

Gehäusematerial

Aluminium

Kamera

Duo Kamera mit Ultrapixel und Dual-LED,
5 Megapixel Frontkamera

Internet

GSM (850/900/1.800/1.900 MHz) + UMTS/HSPA+ (850/900/1.800/1.900/2.100 MHz) 42 Mbit/s + LTE (800/1.800/2.600 MHz) + WLAN a/b/g/n/ac

Bluetooth

4.0 HS BLE + aptX

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3,7 V/2.600 mAh

Gesprächszeit

20 Std.

Standby-Zeit

496 Std.

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 850/900/1900/2100 MHz,
LTE 800/900/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 679 Euro (aktuell ab 644,94 Euro Stand 20/04/14)
Besonderheit WiFi Direct, DLNA, IrDA, NFC, LED, BoomSound, BlinkFeed, UFocus

Zubehör

140420_5_21Heutzutage fällt mancher Hersteller mit dem mitgelieferten (oder auch nicht mitgelieferten) Zubehör auf, aber HTC hält sich lieber in der Masse auf. Will heißen, dass neben einem USB-Netzteil-Adapter, einem USB-Kabel, dem Kabel-Headset und den bekannten Garantie-Bestimmungen und Kurzanleitungen dem Paket nichts weiter an Zubehör bei liegt. Sieht man mal von einem kleinen Piekser ab, mit dessen Hilfe der SIM-Karten-Schacht für die Nano-SIM geöffnet wird. Zusätzlich bietet HTC für knapp 40,- Euro ein Dot-Flip-Case an, welches seinen Nutzer durch antippen dessen Auskunft über Uhrzeit, Wetter und anderen Benachrichtigungen bietet.

 

Verarbeitung

140420_5_13Eine der ganz großen Stärken des ersten HTC One, neuerdings mit dem Kürzel M7 versehen, war dessen Gehäuse aus Aluminium. Das hat dem Smartphone was die Haptik betrifft einen ungemeinen Schub verpasst und es auch nach mehreren Hundert Euro erfühlbar gemacht. Während manch einer auf Polycarbonat setzt, hat HTC seinem HTC One M8 auch äußerlich das Gefühl der knapp 700 Euro Geräte-Preis verpasst und das wirklich über das gesamte Gehäuse. HTC rühmt sich damit, dass 90 Prozent des Gehäuses nun aus Metall bestehen und damit den Vorgänger nochmals übertrifft. Lediglich auf der Stirnseite ist ein kleiner Kunststoff-Einsatz zu finden, was auch seinen Grund hat. Denn dort sitzen die Antennen des Gerätes für WLAN, GSM/LTE, Bluetooth und der Infrarot-Sender. Das hat zwar ein höheres Gewicht zur Folge, aber manch ein Smartphone-Nutzer steht genau auf solch “fühlbare” Geräte.

Die Verarbeitung des HTC One M8 kann sich definitiv sehen lassen. Spaltmaße sucht man vergebens, die Übergänge sind absolut sauber verarbeitet und kein einziger Grat ist am gesamten Gehäuse zu entdecken. Das HTC-Flaggschiff für dieses Jahr ist ein Premium-Smartphone durch und durch, was sich auch an der Haptik bemerkbar macht. Durch seine abgerundete Formgebung auf der Rückseite kaschiert der Konzern aus Taiwan die Gehäuse-Dicke von etwa 9,35 mm sehr gekonnt. Zumal es sehr angenehm in der Hand liegt, trotz des manchmal kühlen Metalls. Durch den gebürsteten Aluminium-Look wirkt es auch optisch ansprechend. Einzig im Winter kann das Gehäuse aus Aluminium zum Nachteil werden: Es ist dann richtig kalt und das kann sehr unangenehm werden, insbesondere in der Hosentasche. Auf der anderen Seite ist so ein Gehäuse aus Metal auch ein guter Wärmeleiter, um die entstehende Wärme des Prozessors nach draußen zu leiten.

140420_5_20Wer schon ein Fan des HTC One M7 vom letzten Jahr war, der wird auch am HTC One M8 Gefallen finden. Das Design hat sich grundlegend überhaupt nicht verändert, was sehr lobenswert ist. HTC hat scheinbar endlich seinen Wiedererkennungsfaktor gefunden, was beispielsweise Apple und Samsung zum Erfolg verholfen hat. Die Premium-Modelle von HTC lassen sich zwar auch anhand der BoomSound-Lautsprecher erkennen, ein grundlegend gleichbleibendes Design hat trotzdem so seine Vorteile. Dennoch kann das HTC One M8 von seinem Vorgänger unterschieden werden, da die Form des Gehäuses insgesamt weicher respektive rundlicher ist. Das kann man jetzt mögen oder auch nicht, das ist letztlich eine Frage des eigenen Geschmacks.

Das was man zur Verarbeitung des Gehäuses sagen kann, trifft auch für die wenigen Tasten des HTC One M8 zu. War beim Vorgänger noch eine Lautstärke-Wippe verbaut, sind es beim HTC One M8 zwei einzelne Tasten. Diese lassen sich nur bedingt besser erfühlen und haben einen etwas schwammigen Druckpunkt, ebenso die Power-Taste. Diese liegt nach wie vor auf der Stirnseite des Smartphones, ist aber auf die andere Seite gewandert und das ohne den Infrarot-Sender, der auf der linken Seite verbleibt. Weitere Tasten gibt es nicht. Die kapazitiven Tasten des Vorgängers sind nun ein Teil des Displays, dass mit seinen 5 Zoll Diagonale die Front dominiert. Auf den ersten Blick mag der schwarze Balken mit dem HTC-Logo unterhalb des Displays zwar stören, aber darunter verbirgt sich allerhand Technik.

140420_5_03Ober- und unterhalb des FullHD Display befinden sich erneut die BoomSound genannten Stereo-Lautsprecher. Diese haben was die Lautstärke nochmals zugelegt und taugen auf jeden Fall zur multimedialen Unterhaltung. Während die meisten Lautsprecher etwas blechern und dumpf klingen, haben die Stereo-Lautsprecher des HTC One M8 unerwartet viel Volumen, Stereo-Klang und auch etwas Bass. Trotzdem taugt auch das neue HTC-Topmodell nicht zur alleinigen musikalischen Unterhaltung für eine Party. Auf der Unterseite des Smartphones befinden sich der MicroUSB-Port und die 3,5mm Audiobuchse für das Kabel-Headset.

Auf der linken Seite befindet sich der Schlitten für die SIM-Karte. Für das HTC One M8 braucht es eine Nano-SIM, die es entweder kostenfrei bei dem eigenen Mobilfunkanbieter gibt, gegen eine Gebühr von einmalig 25 Euro oder man schneidet sich mit einer entsprechenden SIM-Karten-Zange seine aktuelle SIM-Karte zurecht. Solche Stanzscheren gibt es unter anderem im Fachhandel bei Conrad oder bei Amazon. Auf der rechten Seite befindet sich der MicroSD-Slot, was eine sehr willkommene Neuheit gegenüber dem Vorgänger ist. Insbesondere durch den mit 16 GB vergleichsweise kleinen internen Speicher. Beide Slots müssen übrigens mit dem beiliegenden Piekser, mit einer Nadel, Büroklammer oder ähnlichem Gerät geöffnet werden.

Auf der Rückseite platziert HTC erneut seine Ultrapixel-Kamera, die der Hersteller technisch gesehen nicht weiterentwickelt hat, aber dazu später mehr. Was sofort auffällt ist die zweite kleinere Linse oberhalb der Hauptkamera. HTC nennt das Duo Camera und soll für neue Möglichkeiten in der mobilen Fotografie sorgen. Links neben der Hauptkamera sitzt eine weitere freudige Überraschung: Das LED-Blitzlicht orientiert sich am TrueTone-Blitzlicht des iPhone 5s, womit das Smartphone die Wärme des Licht je nach Situation anpassen kann.

 

Display

HTC One M8 TestDas Display des HTC One M8 ist verglichen zum Vorgänger auf 5 Zoll angewachsen, womit der Konzern auf Augenhöhe zur Android-Konkurrenz in dieser Preisklasse liegt. Die Auflösung liegt unverändert bei 1.920 x 1.080 Pixel, kommt durch die Diagonale aber “nur noch” auf 441 PPI, während der Vorgänger es noch auf 469 PPI bei 4,7 Zoll in der Diagonale brachte. Einmal mehr vertraut HTC auf die SuperLCD3-Technologie, was für ordentliche Farben, eine hohe Helligkeit, tolle Kontraste und saubere Darstellung sorgt. Auch der Blinkwinkel fällt erfreulich hoch aus, ohne dabei großartig in der Darstellung verfälscht zu werden. Lediglich die Helligkeit lässt etwas nach. Für den Außeneinsatz bei praller Sonne eignet sich das HTC One M8 wie fast alle Smartphones nur bedingt, aber das liegt in der Natur der Sache.

Etwas hat das HTC One M8 dem Vorgänger aber voraus und das ist die Möglichkeit das Display auch mit Handschuhen bedienen zu können. Seit Samsung letztes Jahr mit seinem Galaxy S4 damit angefangen hat, ziehen erfreulich viele Hersteller mit einem solchen Feature nach.

 

CPU & GPU


Im HTC One M8 schlägt der aktuell fast beste Prozessor, den der kalifornische Chip-Entwickler Qualcomm so zu bieten hat: Ein Snapdragon 801 mit vier Kernen. Da es sich “nur” um den MSM8974AB handelt, taktet der SoC (System-on-a-Chip) bis maximal 2,3 GHz, was für den Alltag jedoch mehr als ausreichend ist. Letzten Endes kommt es lediglich auf die Optimierung der Software an, was HTC bereits letztes Jahr mit dem HTC One M7 bewiesen hat. Rein auf die pure Rechenleistung bezogen kann das HTC One M8 mit der ähnlich ausgestatteten Konkurrenz Schritt halten. 33.919 Punkte im AnTuTu-Benchmark versprechen ausreichend Leistungsreserven auch für anspruchsvollere Spiele.

Diese laufen dank der Adreno 330 mit 465 MHz sehr flott über den Bildschirm. Im Snapdragon 800 (MSM8974) ist die Adreno 330 noch 320 MHz schnell. Letztlich bestehen die Unterschiede lediglich auf dem Blatt Papier, im realen Einsatz zeigen sich kaum merklich Differenzen zu anderen Snapdragon-801-befeuerten Smartphones. Was jedoch unschön auffällt ist die Wärme-Entwicklung sobald der Prozessor richtig gefordert wird.

 

Akku

Auch das HTC One M8 vertraut wieder auf einen fest verbauten Akku, was dem Unibody-Gehäuse geschuldet ist. Mit 2.600 mAh ist der Sprung zu den 2.300 mAh des Vorgängers nicht gerade sehr groß ausgefallen, was aber nur auf den ersten Blick enttäuscht. Mit dem in Sachen Energie-Effizienz gesteigerten Snapdragon 801 und dessen Fertigungsgröße in 28nm sorgen für eine spürbar längere Ausdauer. Über den Tag zu kommen stellt keine so große Hürde mehr dar wie es noch bei dem Vorgänger der Fall war. Zwar ist auch das neue HTC-Smartphone kein Ausdauerläufer aber sofern ein Arbeitstag mit einem abendlichem Spielchen zum Abschalten zu packen ist, reicht das schon vielen künftigen Besitzern aus. Wer wenig mit seinem Smartphone hantiert, der kann sogar auf ganze zwei Tage Laufzeit kommen.

 

Konnektivität

140420_5_15Mit einem Smartphone macht man für gewöhnlich viele Dinge, wozu sonst viele andere Geräte herhalten mussten. Das HTC One M8 bietet für diese Art der Beschäftigung die komplette Bandbreite an Funktechnologien die man sich in einem Oberklasse-Smartphone nur wünschen kann. Angefangen von WLAN nach dem 801.11ac-Standard über Bluetooth 4.0 und NFC beherrscht das HTC One M8 alles was es in der Oberklasse so gibt. Lediglich auf ein FM Radio muss man verzichten, aber dafür gibt es ja Spotify oder Google Play Music All Access (Datenflatrate oder genügend Volumen vorausgesetzt).

LTE unterstützt das HTC-Top-Modell natürlich auch und das in allen wichtigen Frequenzen für den deutschen Markt. Die maximale Download-Geschwindigkeit beträgt über LTE theoretische 150 Mbit/Sekunde. Für Audio-Freunde implementiert HTC als einer der ganz wenigen Hersteller überhaupt Bluetooth aptX, einen hochwertigen Codec zur Audio-Komprimierung für Bluetooth-Verbindungen. Ansonsten bleibt das klassische Kabel-Headset bzw. hochwertige Kopfhörer von Sennheiser und Co. zur Alternative übrig.

Auch wenn sich die Technologie bis jetzt kaum im täglichen Leben durchgesetzt hat, beherrscht das HTC One M8 die Nahfunk-Technologie NFC. Zum Koppeln von NFC-fähigem Zubehör oder für programmierte NFC-Tags ist die Technik dennoch sehr nützlich. Einfach einen entsprechend programmierten Tag im Fahrzeug platzieren, das Smartphone drauf halten und schon ist wie von Zauberhand alles für die Navigation vorbereitet. So macht Technik Spaß.

140420_5_16Bei einem Unibody-Smartphone das aus Metall gefertigt ist, wird zwangsläufig besonders auf die Empfangs- und Sendeleistungen der Funk-Module geschaut. Erfreulicherweise gibt es keine nennenswerten Einschränkungen was WLAN-Stärke, Bluetooth oder GSM-Netz betrifft, vergleicht man es direkt mit einem Smartphone aus Polycarbonat. Wer also befürchtet hat mit Einbrüchen bei der Empfangsleistung leben zu müssen, der kann ganz beruhigt aufatmen. Das gilt auch für die Gesprächsqualität im Allgemeinen, die klar verständlich und ohne störende Hintergrundgeräusche wahrnehmbar ist. Hinzu kommt, dass das HTC One M8 vergleichsweise laut ist während eines Telefonats, was der Verständlichkeit zugute kommt. Personen in unmittelbarer Nähe könnten sich allerdings gestört fühlen.

 

Multimedia


Die Ultrapixel-Technologie war letztes Jahr ein mehr als beachtenswerter Neuanfang für HTC, die sich von der Konkurrenz abhob. Mit einem deutlich größeren Sensor, größeren Pixeln (2 Mikrometer anstatt der üblicheren 1,4 Mikrometer) und auf nativ 4 Megapixel reduzierter Auflösung hat die Kamera des HTC One M7 erstaunlich gute Fotos gemacht, die sich mit der Konkurrenz von 13 Megapixel messen konnten. Auch wenn die Technologie erwiesenermaßen gut ist, hätte HTC trotzdem für den Nachfolger eine höhere Auflösung verwenden können. Das die Konkurrenz nicht schläft zeigt sich beispielsweise in der ISOCELL-Technologie von Samsung, die im Galaxy S5 zum Einsatz kommt. In diesem Punkt enttäuscht HTC dann doch, zumal die ersten Beispiel-Fotos der Kamera mit erheblichen Problemen zu kämpfen hatten.

Die Fehler dürften an einer Vorabversion der Firmware gelegen haben, denn die Bildqualität ist gefühlt besser im direkten Vergleich zum Vorgänger. Das betrifft unter anderem die Belichtung und den Autofokus, der in der Ultrapixel-Kamera des HTC One M8 zackiger reagiert und nicht übertrieben eifrig. Besser ist die Bildschärfe bei Details der Aufnahmen. Trotzdem sind die Kameras von Galaxy S5 und Xperia Z1 der Kamera des HTC One M8 überlegen in diesem Bereich. Mehr Pixel bei der Auflösung machen sich über kurz oder lang halt doch irgendwie bemerkbar.

Das wirklich Neue an der Kamera ist ein zweiter Sensor mit 2 Megapixel Auflösung. Dieser nimmt jedoch nur Tiefeninformationen auf, was sich in nachträglichen Effekten wie UFocus bemerkbar macht. Dabei lässt sich für ein Foto nachträglich in der Galerie-App der Fokus-Bereich ändern. Wenn beispielsweise der Hintergrund unscharf werden soll, wird einfach das Objekt im Vordergrund fokussiert und der Rest unscharf gemacht. Allerdings schwankt die Qualität der Aufnahmen je nach Motiv und Belichtung. Immerhin funktioniert das Ganze etwas schneller im Vergleich zum Galaxy S5 oder bei alternativen Kamera-Apps, da das HTC One M8 die Tiefeninformationen in einem Rutsch durch den zweiten Sensor aufnehmen kann, anstatt ein zweites Foto machen zu müssen. Das es sich bei dem zweiten Sensor um die Frontkamera des Vorgängers handelt wird so nicht kommuniziert.

Ebenfalls neu ist das LED-Blitzlicht, das HTC mit einer warmen und einer kalten LED ausstattet. Damit kann ein natürlicheres Licht für Nachtaufnahmen erzielt werden, dass allerdings bestenfalls bis knapp 3 Meter ordentliche Ergebnisse liefert. Alls was weiter entfernt ist wird kaum noch erfasst. Trotzdem sind weiße und damit kalte Nachtaufnahmen kein Thema mehr

Um sich ein Bild der Qualität machen zu können, hier ein Testfoto im Vergleich zur Sony SmartShot QX10, der Canon EOS 600D und dem LG G2:

Videos nimmt das HTC-Smartphone nach wie vor mit maximal 1.920 x 1.080 Pixel auf, während die Konkurrenz schon bei 4K-Qualität angelangt ist. HTC wird vermutlich bewusst darauf verzichtet haben, denn die 4K-Videoaufnahme hat noch etliche Einschränkungen bei Smartphones. Zum Beispiel die Limitierung auf maximal 5 Minuten Aufnahme, um ein Überhitzen des Prozessors zu verhindern. Aber FullHD reicht schließlich auch, zumal es in erster Linie eine technische Limitierung des Ultrapixel-Sensor ist: Dieser kann mit seinen 4 Megapixel einfach keine 4K-Auflösung liefern. Nervig ist jedoch, dass für Videos erst umständlich im Menü der Modus gewechselt werden muss. Die Kamera-Software des Vorgängers erlaubte das Starten der Videoaufnahme direkt aus dem Hauptbildschirm heraus.

Die Qualität der Videos selbst ist erfreulich gut, was Ton und schnelle Schwenks betrifft. Das Tearing, ein Nachziehen des Bildinhaltes bei einem Schwenk, ist kaum vorhanden und das bei flüssigen 60 Frames/Sekunde in FullHD. Zusätzlich bietet die Kamera Slowmotion-Aufnahmen mit 120 Frames/Sekunde bei FullHD und auch einen HDR-Videomodus gibt es. Allerdings lässt der noch zu wünschen übrig.

140420_5_05Wie schon der Vorgänger hat auch das HTC One M8 die mittlerweile HTC-typischen Stereo-Lautsprecher auf der Vorderseite. Verglichen mit dem HTC One M7 hat die Lautstärke nochmals zugelegt. Bis zu 25 Prozent lauter sollen diese im HTC One M8 sein und das stimmt auch. Im direkten Vergleich “brüllt” das Neue kräftiger und kann das “Alte” übertönen. Die Klangqualität hat nochmals zugenommen und auch das Klang-Volumen ist für ein Smartphone einfach nur bombastisch. Trotzdem sollte für eine Party das Smartphone weiterhin Anschluss an eine Stereoanlage finden.

Wichtig zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass das HTC One M8 nur noch über 16 GB interen Speicher verfügt. Von diesem sind knapp 10 GB frei verfügbar für den Nutzer. Immerhin hat HTC an die Erweiterbarkeit des Speichers gedacht: Das HTC One M8 unterstützt MicroSD-Karten mit einer maximalen Kapazität von 128 GB.

 

Software

Eines der Markenzeichen von HTC ist die Android-Oberfläche HTC Sense, welche beim HTC One M8 in der sechsten Generation zum Einsatz kommt. Gegenüber Sense 5 der letztjährigen Smartphone-Generation hat sich nur wenig getan, sieht man von einem etwas flacheren Design Design einmal ab. Neu an Sense 6 ist eine rudimentäre Theme-Engine, die sich neben dem Wallpaper auch um die Akzentfarbe des Systems kümmert. Wer das Cyan-Blau nicht mehr sehen will, der kann auch auf Orange, Grün oder ein Lila umsteigen bei Bedarf und das zieht sich durch das gesamte System hindurch. Das bringt ein wenig frischen Wind in die Oberfläche von HTC. Aber auch neue Features an sich haben die Taiwaner eingebaut, von denen Motion Launch Gesture das Auffälligste sein dürfte.

Wie bei LG und dessen KnockON kann das HTC One M8 mit einer Klopfgeste aus dem Standby geholt werden. HTC erweitert die Sache hingegen um zusätzliche Wischgesten: Wischt man von unten nach oben im ausgeschalteten Zustand, dann wird das Smartphone entsperrt und die zuletzt aktive App in den Vordergrund geholt. Die Geste von Links nach rechts bringt einen direkt zu HTC BlinkFeed und in der anderen Richtung – von rechts nach links – geht es direkt zum eingestellten ersten Homescreen. Die Wischgeste von oben nach unten startet die Sprachwahl, die nicht sehr zuverlässig arbeitete. Hoffentlich ändert HTC das mit einem kommenden Update, denn praktisch ist die Funktion allemal.


Für Sportbegeisterte ist die Integration von FitBit eine sehr interessante Sache. Nicht nur der gleichnamige Fitness-Tracker lässt sich mehr oder weniger gut einbinden, auch ein Pedometer ist im HTC One M8 verbaut. Dieser Sensor misst die zurückgelegten Schritte und kann somit unterstützend für das Ziel zu mehr Fitness und Ausdauer behilflich sein.

Eine Überarbeitung erhalten hat HTC BlinkFeed, der News-Aggregator für den Homescreen. War das Durchblättern im Vorgänger nur Seitenweise möglich kann im neuen BlinkFeed durchgehend gescrollt werden. Neu ist zudem die größere Darstellung von Fotos und längere Headlines, was insbesondere News zu Gute kommt. Die Uhrzeit und das Wetter hat HTC erfreulicherweise entfernt und in das eigentliche Uhren-Widget integriert. Eine von zwei ganz großen Neuerungen für das neue BlinkFeed ist die Freigabe eines SDK, womit Entwickler eigene Newsquellen für den Aggregator bereitstellen können. Und die zweite große Neuerung ist ein Aktualisieren von BlinkFeed über den Google Play Store. Es hält sich ja das Gerücht, dass HTC seine BlinkFeed-App auch Nicht-HTC-Geräten zugänglich machen will. Bis jetzt gibt es noch keine Anzeichen dafür. Im Prinzip könnte es auch einfach nur die Bequemlichkeit sein, zentrale Apps unabhängig von einem Firmware-Update aktualisieren zu können.

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Entwickler: HTC Corporation
Preis: Kostenlos

Wer das HTC One M8 das erste Mal anschaltet, wird die bisher gewohnten kapazitiven Tasten vermissen. Diese hat HTC eingestampft und gegen die von Google bevorzugten OnScreen-Tasten ersetzt. Mittlerweile bevorzugen viele Nutzer solche Tasten, da sie näher an der Nexus-Familie von Google dran sind. Trotzdem bringt der Schritt einen Nachteil mit sich und das ist ein geschrumpfter Bildschirm-Inhalt, da die Tasten in bestimmten Apps dauerhaft eingeblendet sein müssen. Immerhin verschwinden die OnScreen-Tasten bei Nicht-Gebrauch automatisch dank des Immersive-Modus von Android 4.4 KitKat. Denn was Sense 6 gut versteckt ist das aktuelle Android in der Version 4.4.2 KitKat.

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Fazit vom HTC One M8

Es wird ja immer erwartet, dass ein Nachfolger den Vorgänger in fast allen Bereichen toppen soll. Dem HTC One M8 ist das definitiv gelungen, was vor allem bei der Verarbeitung und dem Gehäuse ein verdammt schwieriges Stück Arbeit war. Und doch hat HTC es geschafft in diesen Punkten noch weiter zuzulegen. Auch die Kamera ist etwas besser geworden, obwohl derselbe Ultrapixel-Sensor zum Einsatz kommt. Zusammen mit der Hardware und Software kann man wirklich nichts anderes sagen, als dass das HTC One M8 mit Sicherheit zu einem der besten Smartphones des Jahres wird. Wer viel Leistung sucht, eine gute Kamera und ein Gehäuse das sich auch wirklich nach Premium-Qualität anfühlt, der findet keine Alternative zum HTC One M8.
HTC One M8 Testurteil

Wertung
Geschwindigkeit 5/5
Display 5/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 5/5
Preis 5/5

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Stefan

Stellvertretender Chef-Redakteur
Student mit Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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