[Test] Sony Xperia Z2 – Tauchgang die Zweite

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Sony Xperia Z2 Test

Es war der Januar im Jahre 2013, als Sony mit dem Xperia Z ein Flaggschiff-Smartphone vorstellte wie es bis dahin keines gab. Oberklasse-Hardware verpackt in einem Gehäuse, das eine Dusche und selbst den (gefüllten) Kochtopf überstand. Mit dem Xperia Z2 hat der japanische Konzern diese Eigenschaft verbessert und ist nun endgültig nicht mehr aus der Top-Liga wegzudenken. Das zeigt auch unser Test des Smartphone.

Sony Xperia Z2 TestTechnisch ist Sony spätestens mit dem Xperia Z1 auf Augenhöhe zur Konkurrenz von Samsung, HTC oder LG gelandet, da besteht kein Zweifel. Mit der brachialen Leistung eines Snapdragon 800 Quad-Cores, einem FullHD-Display und einer 20,7 Megapixel Kamera die auch unter Wasser funktioniert, hat der Hersteller die Messlatte für einen echten Alltagsbegleiter in allen Situationen sehr hoch gelegt. Mittlerweile geht die Konkurrenz in dieselbe Richtung wie das Galaxy S5 von Samsung zeigt und auch die Mini-Variante sowie das nächste Phablet der Galaxy-Note-Familie sollen Wasserdicht werden. Das Sony aber weit mehr als Pooltaugliche Smartphones bauen kann zeigt das Xperia Z2.

Technische Daten des Sony Xperia Z2

Technische Daten

Sony Xperia Z1

Prozessor

Qualcomm Snapdragon 801 Quadcore mit 2,3 GHz
GPU: Adreno 330

Betriebssystem

Android 4.4.2 KitKat mit Xperia Launcher

Interner Speicher

16 GB Interner Speicher
Micro SD Slot

RAM

3 GB

Modellbezeichnung

D6503 / LT50i

Display

5,2 Zoll FullHD Triluminos Display mit 1.920 x 1.080 Pixel
mit Dragontail Glass

Anschlüsse

MicroUSB, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Accelerometer, Proximity und Licht

Abmessungen (HxBxT mm)

146,8 x 73,3 x 8,2 mm

Gewicht

163 Gramm

Gehäusematerial

Aluminium/Glass

Kamera

20,7 Megapixel Kamera mit Sony G Lens Linse, 2,2 Megapixel Frontkamera

Internet

GSM (850/900/1.800/1.900 MHz) + UMTS/HSPA+ (850/900/1.800/1.900/2.100 MHz) 42 Mbit/s + LTE (800/900/1.800/2.100/2.600 MHz) + WLAN a/b/g/n/ac

Bluetooth

4.0 HS BLE und aptX

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3,8 V/3.200 mAh

Gesprächszeit

bis zu 19 Std.

Standby-Zeit

bis zu 740 Std.

Netz

GSM 850/900/1800/1900, UMTS 850/900/1700/1900/2100 MHz

Preis

UVP 679,- Euro (aktuell ab 599 Euro Stand 25/05/14)
Besonderheit LED, NFC, DLNA, MHL, Miracast, MirrorLink, ANT+, Wasserdicht nach IP55/58, Playstation Dualshock Controller kompatibel, Stereo-Lautsprecher

 

Zubehör

Sony Xperia Z2 Test

Leider wird das bei dem Lieferumfang des Xperia Z2 nicht sofort ersichtlich. Der Hersteller setzt wie die Konkurrenz auf dasselbe Standard-Zubehör bestehend aus einem MicroUSB-Kabel, einem Netzteil-Adapter und einem Kabel-Headset. Die üblichen Kurzanleitungen, Garantiebestimmungen und so weiter fehlen auch hier nicht, aber mehr Zubehör gibt es nicht. Eigentlich schade, denn so hätte das aus der Masse hervorstechende Xperia Z2 noch mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Verarbeitung

Dafür kann Sony mit seinem aktuellen Flaggschiff für das erste Halbjahr in Sachen Design und Verarbeitung wieder punkten. Der Konzern aus Japan zieht sein mit dem Xperia Z Anfang 2013 eingeführtes Design OmniBalance bis ins Detail durch und dafür gebührt den Japanern wirklich ein Lob. Während die (Android)Konkurrenz mit jeder Generation das Design ihrer Geräte signifikant überarbeitet, anpasst und verändert, bleibt sich Sony seinem OmniBalance-Design treu. Lediglich kleine Details am Gehäuse hat der Konzern verändert aber das zum Besseren, so viel steht fest.

Wie der Vorgänger Xperia Z1 wirkt das Xperia Z2 wie aus einem Guss, was hauptsächlich am Aluminiumrahmen liegt: Dieser ist wirklich aus einem Guss und umfasst das gesamte Gerät. Während der Vorgänger den typisch silbernen Metallic-Look besaß mit schwarzen Zier-Elementen, macht es Sony nun anders herum. Der Rahmen ist in schwarz gehalten mit einem Hauch eines bläulichen Schimmers und der silberne Metallic-Look ist in den Zier-Elementen zu finden. Dadurch wirkt das Xperia Z2 noch edler. Neu am Rahmen ist zudem, dass dieser beide Glasscheiben einfasst und diese nicht über den Rahmen stehen. Das ist besonders gut im direkten Vergleich beider Geräte zu sehen. Zwar wirkt das Xperia Z2 dadurch kantiger, aber das Glas selbst liegt dadurch nicht mehr ganz so stark auf einer glatten Oberfläche auf. Ist zwar nur ein kleines Detail aber eines, dass über „Kratzer oder kein Kratzer“ entscheiden könnte.

Sony Xperia Z1 vs. Xperia Z2: Sollte man wechseln?

Ansonsten gibt es lediglich Detailverbesserungen am Gehäuse des Smartphones, das wie der Vorgänger vorne und hinten gleichermaßen von Gorilla Glass 3 geschützt wird. Allerdings hat Sony die geradezu magische Anziehungskraft für Fingerabdrücke und Staub nur bedingt in den Griff bekommen, weshalb Putzen der Glasscheiben eine häufige Beschäftigung sein kann.

Bei der Anordnung der physischen Tasten hat sich nichts getan. Nach wie vor befinden sich auf der rechten Gehäuseseite die Power-Taste als ein zentrales Element der OmniBalance-Designsprache, die leicht geschwungene Lautstärkewippe und die separate Taste zum Starten der Kamera und Auslösen einer Aufnahme. Eine Eigenschaft die es nur bei Sony gibt und wirklich praktisch ist, aber dazu später mehr.

Da es sich um ein Wasserdichtes Gehäuse nach dem Standard IP55/58 handelt, sind Anschlüsse bis auf die Audiobuchse hinter Klappen versteckt. Auf der rechten Seite ist unter einer solchen Klappe der SIM-Kartenschlitten versteckt, welcher eine Micro-SIM aufnimmt. Dort befindet sich auch rot gekennzeichnet ein physischer Reset-Button, falls mal gar nichts mehr gehen sollte. Eine sehr hilfreiche Sache die manch einer eventuell noch aus den Zeiten von Windows Mobile her kennen dürfte. Weiter geht es auf der linken Seite, wo direkt gegenüber nun eine einzige Klappe anstatt zweier den MicroSD-Slot und die MicroUSB-Buchse verdeckt. Durch den neuen Snapdragon 801 Prozessor unterstützt das Xperia Z2 MicroSD-Karten mit einer Kapazität von bis zu 128 GB. Direkt darunter befindet sich der Dock-Anschluss für die optional erhältliche Dockingstation.

Sony Xperia Z2 Test

Deren Kauf sollte man ernsthaft in Erwägung ziehen und das hat seinen Grund. Zwar sitzen die Kappen grundsätzlich sehr fest an ihrem Platz, aber leider sind gerade diese Klappen auch die Sollbruchstelle und mit der Zeit stark wachsende Schwachstelle für das Wasserdichte Gehäuse: Die Vorgänger hatten allesamt mit dem Problem zu kämpfen, dass die Klappen mit der Zeit „ausleierten“ und das Gerät nicht mehr wasserdicht war. Das sollte man sich wirklich vor Augen halten und den Kauf der Dockingstation in Erwägung zu ziehen, falls das wasserdichte Gehäuse auch möglichst lang wasserdicht bleiben soll. Ein weiterer Unterschied zum Vorgänger ist das von rechts nach links gewanderte Loch für einen Lanyard, falls wer sein Xperia Z2 um den Hals tragen will oder kleine Accessories dort befestigen will.

Weiter geht es mit der Front des Gerätes, wo sich nichts geändert hat. Lediglich das Display ist auf 5,2 Zoll in der Diagonale angewachsen und das bei fast unveränderten Gehäusemaßen. Interessanterweise ist das Xperia Z2 sogar etwas schmaler im Vergleich, dafür aber auch minimal länger. Einer der Gründe dafür sind die Stereo-Frontlautsprecher die Sony seinem aktuellen Flaggschiff spendiert. Um eines gleich vorneweg zu sagen: An die Kraft und Tonqualität der BoomSound-Lautsprecher von HTC kommen diese nicht heran, selbst das HTC One M7 aus dem letzten Jahr hat „mehr Wumms“. Aber trotzdem klingt das Xperia Z2 sichtlich besser als jede Mono-Konkurrenz und das ist ein sehr erfreulicher Fortschritt.

Auch auf der Rückseite gibt es nichts Neues: Das NFC-Logo zeigt die Platzierung des NFC-Chips an, womit sich diverse Geräte miteinander ohne Passwort-Eingabe verbinden lassen. Und in der linken oberen Ecke sitzt die Kamera mit denselben 20,7 Megapixel Auflösung und dem Exmor RS Sensor die schon dem Xperia Z1 zu detailreichen Fotos verholfen haben.

Display

Sony Xperia Z2 Test

Das Xperia Z1 besaß ein deutlich besseres Display als ein Vorgänger und auch das Xperia Z2 setzt diese Entwicklung fort. Zwar ist der Unterschied nicht mehr ganz so groß zum Vorgänger wie es noch bei dem Xperia Z1 zu dessen Vorgänger der Fall war, aber Blickwinkel und Helligkeit haben dennoch zugenommen. Auch die Farben wirken kräftiger in ihrer Darstellung, was an gleich mehreren Technologien liegt. Die größte Neuerung dürfte das IPS-Panel sein, was Sony mit neben Triluminos mit Live Color LED und X-Ready erweitert. Was auf dem Papier gut klingt, ist in der Realität allerdings nicht immer auch wirklich automatisch besser. X-Reality geht manchmal etwas zu aggressiv an die Sache ran, sodass die durchgängig ausgewogenere Darstellung mit deaktiviertem X-Reality erzielt wird. Aber das ist letztlich jedem selbst überlassen.

Die Auflösung des IPS-Displays selbst liegt bei 1.920 x 1.080 Pixel und wird es wohl auch bei dem Nachfolger noch geben. Gerüchten zufolge wollen sich die Japaner vorerst nicht am Wettrennen mit der höchsten Auflösung beteiligen. Müssen sie ja auch nicht, denn die Darstellung ist trotzdem gestochen scharf. Zumal sich die Darstellung des Displays gezielt manipulieren lässt, indem es eine Option für den Weißabgleich gibt. Eine echte Eigenheit von Sony die sehr willkommen ist: Wem die Darstellung zu bläulich ist, der ändert ganz einfach den Farbton.

Auch wenn die Bildqualität zugenommen hat, gibt das Display selbst trotzdem Grund zur Kritik. Zunächst einmal ist das eine insbesondere im Vergleich zu Galaxy S5 und HTC One M8 niedrigere Helligkeit und ein etwas sehr spiegelndes Display. Das sind Puntke mit denen man sich ja noch anfreunden kann, aber das die Panel-Matrix dermaßen deutlich zu sehen ist durch Spiegelungen, ist wirklich unschön. Leider ist diese auch bei bestimmten Hintergründen sehr deutlich zu sehen, auch wenn es sich da in Grenzen hält. Für ein Smartphone der Oberklasse keine schöne Sache.

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CPU & GPU

Sony Xperia Z2 TestSo wie es beim Display Licht und Schatten gibt, ist auch die Leistung des Xperia Z2 nicht ganz ohne Tadel. Am verbauten Snapdragon 801 Quad-Core-SoC (System-on-a-Chip) mit seinen 2,3 GHz schnellen Kernen gibt es grundsätzlich keine wirklich Kritik. Der Prozessor ist sehr flott unterwegs und verhilft dem Sony-Smartphone zu einer sehr guten Performance, was die Wertung von 33.642 Punkten im AnTuTu-Benchmark bescheinigen. Für den normalen Gebrauch im Alltag reicht die Leistung mehr als aus, wirkliche Performance-Einbrüche waren nicht erleben. Dafür sorgt unter anderem die Adreno 330 GPU, welche selbst grafisch aufwändige Spiele zur vollen Entfaltung bringt.

Allerdings ist die Wärme-Entwicklung nach wie vor ein großes Problem für Sony. Selbst weniger anspruchsvolle Spiele vom Kaliber eines Cut the Rope 2 bringen eine deutlich fühlbare Erwärmung zustande, die fast schon ein wenig abschreckend wirkt. Dafür das angeblich eine Art Wasserkühlung im Xperia Z2 stecken soll ist es ein ganz schöner Hitzkopf. Leider im negativen Sinne. Besonders gut „erleben“ lässt sich das bei der 4K-Videoaufnahme. Während die meisten Smartphones die solch große Videos unterstützen die Grenze bei 5 Minuten liegt, bricht das Xperia Z2 schon vorher die Aufnahme ab: Wegen angesprochener Überhitzung.

Sony Xperia Z2 Test

Akku

Das Xperia Z startete damals 2013 mit einem 2.330 mAh großen Akku, der nicht gerade für einen Dauerläufer sorgte. Mit einem 3.000 mAh großen Akku hielt das Xperia Z1 schon etwas länger aus und im Xperia Z2 schraubt Sony die Kapazität mit 3.200 mAh nochmals ein Stückchen weiter nach oben. Das verhilft dem Smartphone in Kombination mit einem Energie-sparsamen Prozessor zu leicht besserer Ausdauer im Vergleich zum Xperia Z1. Einen Tag Nutzung übersteht das Xperia Z2 locker, selbst mit dauerhafter Google-Synchronisation, etwas Chatten, E-Mails lesen, im Netz surfen und das eine oder andere Telefonat führen. Wer mehr aus dem Gerät herausholen will kann dazu den Stamina-Modus aktivieren, der verschiedene Regeln für mehr Ausdauer nutzt. Dazu zählt das Beenden von Hintergrund-Apps im Standby oder auch das Deaktivieren von WLAN und Datenverbindungen im Standby. Je nach Nutzung resultiert das in bis zu zwei Tagen Nutzung bevor die Steckdose ruft.

Konnektivität

Sony Xperia Z2 TestDas Xperia Z2 reizt in Sachen Verbindungsmöglichkeiten so ziemlich alles aus was derzeit überhaupt machbar ist. Das Cat4-fähige LTE-Modem des Snapdragon 801 ermöglicht über LTE Downloadraten von bis zu 150 Mbit/Sekunde und auch im HSPA-Netz ist das Xperia Z2 mit bis zu 42 Mbit/Sekunde noch sehr flott unterwegs. An dieser Stelle kann man echt nicht meckern und das gilt auch für WLAN.

Durch den unterstützten Standard 801.11ac sind bis zu 1,3 Gbit/Sekunde in entsprechenden WLAN-Netzen in der Theorie her möglich, dass die Praxis meistens ganz anders aussieht ist wohl kaum noch eine Erwähnung wert, oder? Jedenfalls ist das Xperia Z2 auch im WLAN sehr schnell unterwegs und das mit einer stabilen Verbindung. Versteht sich von selbst das WiFi Direct für das Übertragen besonders großer Daten ebenfalls unterstützt wird wie Dualband-WLAN in den Frequenzbereichen von 2,4 und 5 GHz.

Weiter geht es im Bereich der Funktechnologien mit Bluetooth 4.0, was nun das aptX-Protokoll unterstützt. Dabei handelt es sich um ein Protokoll für die besonders hochwertige Audio-Übertragung, bei welchem die zu übertragenden Daten noch kleiner ausfallen ohne hörbaren Qualitätsverlust. Dennoch werden womöglich Audiophile trotzdem Unterschiede hören können, aber das nur am Rande erwähnt.

Telefonate sind übrigens eine interessante Erfahrung gewesen. Einerseits ist die Gesprächsqualität gut mit klaren Stimmen auf Seiten des Anrufers und des Angerufenen. Auch Hintergrundgeräusche sind nicht störend oder gar aufdringlich. Aber mehrfach ist es vorgekommen, dass der Gesprächspartner gleich gar nicht zu hören war. Ob es an einem kurzen Funkloch gelegen hat, an einem leicht defekten Telefon-Lautsprecher oder etwas anderem lässt sich schwer sagen, da das Problem nur zweimal im Testzeitraum auftauchte bei einem guten Dutzend Telefonaten.

Multimedia

Was Sony fast unverändert gelassen hat ist die Kamera. Wie schon bei dessen Vorgänger ist auch die Kamera des Xperia Z2 mit einem ½,3“ großen Sensor der Reihe Exmor RS ausgestattet, der satte 20,7 Megapixel an Auflösung bietet. Als Linse kommt ein G-Lens-Objektiv von Sony zum Einsatz, deren Blende bei guten f/2.0 liegt. Das Ergebnis ist ein hoher Grad an Details und wenig Bildrauschen bei den Bildern, was im Vergleich mit der Konkurrenz sehr gut ist. Weniger gut sehen dagegen Fotos bei Nacht aus bzw. allgemein bei schlechteren Lichtverhältnissen. Dann hilft auch die Foto-LED wenig, was allerdings eher Normalität denn Ausnahme bei Smartphone-Kameras ist.

Dass die Bildqualität stimmt zeigt unser üblicher Vergleich einer Testaufnahme mit den anderen Kontrahenten Sony Smart Shot QX10, der Canon D600 und einem Samsung Galaxy S5

Videos nimmt das Xperia Z2 mit bis zu 4K-Auflösung auf, was aber kein allzu langes Vergnügen ist. Denn bei diesen Videos wird das Smartphone sehr schnell sehr warm und die Kamera wird als Schutz vor Überhitzung kurzerhand aus Sicherheitsgründen beendet. Aber immerhin kann sich die Bildqualität auch von den Videos sehen lassen. Ein scharfes Bild, tolle Farbwiedergabe aber leider unerfreulich starke Tearing-Effekte bei schnelleren Kameraschwenks. Bei der Aufnahme von Videos in 4K-Auflösung tritt der Effekt sogar noch einen Tacken stärker auf was sehr unschön ist. Gerade von einem Kameraspezialisten wie Sony hätte man anderes erwartet. Kleines Trostpflaster gibt es dennoch: Der Autofokus ist erfreulich zurückhaltend, was bei der Konkurrenz manchmal nicht so der Fall ist.

Sony Xperia Z2 Test

Aber Sony wäre nicht Sony, wenn nicht wenigstens die Kamera-Optionen umfangreich wären oder es einige Aufnahme-Modi gäbe. Die vom Xperia Z1 bekannten Modi finden sich ebenso ein wie ein paar neue optional herunterladbare Modi:

  • Überlegene Automatik: Die Software bestimmt alle Aufnahme-Parameter automatisch
  • Manuell: Erlaubt Einfluss auf einige Parameter wie Weißabgleich oder Auflösung
  • Info-eye: Gebäude, Gemälde, Texte oder Gegenstände fotografieren und Informationen dazu aus dem INternet suchen lassen
  • Social live: Live-Streaming eines Videos auf den eigenen Facebook-Account, inklusive Live-Chat
  • Timeshift-Bildfolge: Nimmt bis zu 61 Bilder in einer Sekunde auf und lässt das Beste darauf auswählen
  • AR-Effekt: Augmented-Reality-Szenen für einzigartige Aufnahmen
  • Kreativer Effekt: Verschiedene Filter auf die Aufnahmen anwenden
  • Schwenk-Panorama: Panorama-Fotografie

Neu hinzugekommen sind

  • 4K-Video: Aufnahme von Videos mit 3.840 x 2.160 Pixel Auflösung
  • Timeshift-Video: Zeitlupe bei 120 Frames/Sekunde
  • Hintergrund-Unschärfe: Aufnahme von zwei Fotos hintereinander mit unterschiedlicher Fokussierung
  • Vine: Kurzvideos mit 6 Sekunden Länge für die Video-Plattform Vine aufnehmen

Abgesehen von den Foto- und Videoqualitäten legt Sony bei seinem Xperia Z2 in Sachen Audio kräftig zu. So kommt erstmals in einem Sony-Smartphone ein Stereo-Lautsprecher zum Einsatz, der sich klangmäßig hörbar von der Konkurrenz abhebt. Der Sound ist wenig blechern und auch kräftig, aber an den HTC BoomSound des HTC One M7 und One M8 kommt das Xperia Z2 nicht heran. Weder was das Volumen des Tones betrifft noch den Bass. Trotzdem ist das eine sehr begrüßenswerte Entwicklung, die gerne Schule machen darf in der Branche.

Was man allerdings heutzutage in der Oberklasse langsam aber sicher als kleinen Kritikpunkt anrechnen kann in Sachen Multimedia, ist der mit 16 GB nicht sonderlich große interne Speicher. Dass es auch anders geht zeigte vor allem Samsung letztes Jahr mit dem Galaxy Note 3, wo das kleinste Modell in Deutschland mit 32 GB internem Speicher ausgestattet ist. Gerade weil Apps – allen voran natürlich Spiele – immer größer werden und auch die Qualität von besseren Fotos in größeren Dateigrößen resultieren, sind 16 GB eher unverständlich. Nimmt man dann noch ein schnell die GB-Größe erreichendes 4K-Video hinzu, kommt schneller als erhofft die Meldung über zu wenig Speicher. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die wenigsten Apps wirklich auf die Speicherkarte verschieden lassen. Die Änderung bezüglich des Zugriffs auf Speicherkarte mit Android 4.4 KitKat verschärft den mitunter chronischen internen Platzmangel nur noch zusätzlich. Hoffentlich wird sich das spätestens mit dem Xperia Z3 ändern.

Software

Was bereits im Bereich Multimedia mit Bezug zum internen Speicher angesprochen wurde, ist das installierte Betriebssystem. Mit Android 4.4.2 KitKat ist die aktuellste Fassung von Googles erfolgreichem OS installiert, worüber Sony wie gewohnt seine Xperia UI drüber stülpt. Diese ist entgegen dem sich abzeichnenden Trend durch Vorreiter Apple, Nachahmer Samsung und nachfolgendem Nachahmer LG nicht flach. Sony bleibt bei der optischen Effekt-Hascherei von dreidimensionalen Icons und anderen Spielereien. Hebst sich durchaus angenehm aus der Masse hervor und unterstreicht die Ambitionen bei gewohnten Dingen zu bleiben. Beständigkeit statt Neuerfindung lautet sozusagen die Devise und dürfte gerade Umsteigern von einem älteren Xperia-Gerät gefallen.

Verändert hat Sony lediglich den Notification Drawer, der nun wie das AOSP-Android zweigeteilt ist: Im Hauptfenster werden neben der Uhrzeit, dem Datum und dem Netzanbieter lediglich Benachrichtigungen angezeigt. Die Schalter für WLAN, Bluetooth, Helligkeit und so weiter sind in den zweiten Tab gewandert, wo bis zu 16 Schalter einstellen lassen. Warum Sony nicht gleich alle 17 Möglichkeiten erlaubt bleibt wohl ein Geheimnis der Japaner. Hält man die Schalter gedrückt erscheint ein kleines Popup, welches einen direkt zu den jeweiligen Einstellungen führt. Bei manchem Konkurrenten ist das etwas intelligenter gelöst aber egal.

Die Einstellungen belässt Sony übrigens so wie sie von Google für Android vorgesehen sind. Lediglich eigene Menüpunkte wie „Xperia Konnektivität“, „Personalisierung“ und die „Energieoptionen“ fügt Sony hinzu. Ansonsten sind die Eingriffe in die Oberfläche von Android sehr dezent, was auch schon die Vorgänger des Xperia Z2 ausmachte.

Auch den Homescreen hat Sony nur leicht angepasst was die Features betrifft. Den App Drawer hat Sony auf der ersten Seite durch eine von links hereinziehbare Leiste erweitert, mit deren Hilfe Apps gesucht werden können, die Sortierung geändert und der Google Play Store oder Sony Select für ausgewählte Apps aufgerufen werden. Außerdem lassen sich die am häufigsten genutzten Apps anzeigen und nur die, die man nachträglich installiert hat. Wirklich sehr nützliche und auch durchdachte Funktionen.

Aber auch eigene Apps installiert Sony auf dem Xperia Z2, die hauptsächlich für Medien gedacht sind. Das „Album“ ist ein optisch aufgehübschter Bildbetrachter mit Ordner-Funktion, Favoriten, Anzeige getaggter Fotos oder auch als Bildbetrachter für im Netzwerk freigegebene Geräte taugt das Sony-Album. Weiter geht es mit dem Musikplayer „Walkman“, welcher neben lokalen Dateien auch Musik von Music Unlimited abspielen kann, dem Streaming-Dienst von Sony. Lokale Musik lässt sich sortiert nach Genre, Alben, Künstler und Playlisten sortieren, während für Music Unlimited Charts, Neuveröffentlichungen oder auch bestimmte Kanäle (=Genres) möglich sind. Mit „Filme“ schließlich lassen sich namensgebend Filme anschauen und auf Wunsch von Video Unlimited streamen. Diese App beschränkt sich auf eine Ordner-Funktion sowie gekaufte Inhalte von Video Unlimited, Netzwerk-Geräte und Podcasts.

Was auf den ersten Blick verlockend aussieht ist die Playstation Mobile Suite, wo man diverse Spiele kaufen kann. Wer an dieser Stelle auf einige Playstation-Klassiker hofft wird leider enttäuscht: Es handelt sich um ganz normale Android-Spiele, die Entwickler bei Sony zum Verkauf anbieten können.

Fazit zum Sony Xperia Z2

Das Xperia Z2 ist wie die meisten anderen Kontrahenten dieses Jahr eines: Eine Evolution des Vorgängers anstatt radikal alles neu machen zu wollen. Dabei hat Sony wirklich punktuell die Schwächen des Vorgängers versucht zu verbessern und insgesamt einen sehr guten Nachfolger geschaffen. Mehr Technik in einem nahezu gleichgroßen Gehäuse kann sich wirklich sehen lassen, dass zudem Tauchfahrten bis maximal 1,5 Meter übersteht. Wenn da nicht die Sache mit der schnellen und starken Überhitzung nicht wäre und die sehr deutliche Display-Matrix. Trotzdem lässt sich dem Xperia Z2 bescheinigen, ein rundum gelungenes Smartphone zu sein. Vor allem die physische Kamera-Taste mit Zwei-Stufen-Funktion weiß zu begeistern.
Sony Xperia Z2 Testurteil

Wertung
Geschwindigkeit 5/5
Display 4/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 5/5
Preis 5/5

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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