[Test] Wiko FEVER 4G – Licht aus und Smartphone raus!

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Wiko FEVER 4G Test

Ein jeder Hersteller sucht nach dem gewissen Alleinstellungsmerkmal um einzigartig zu sein und sich so gegenüber dem Wettbewerb durchsetzen zu können. Genau das scheint dem französische Hersteller mit dem Wiko FEVER 4G nun gelungen zu sein. Weder die Hardware noch die Software sind die ganz große Besonderheit, sondern dem Gehäuse geht sprichwörtlich ein Licht auf. Doch das Android Smartphone kann noch einiges mehr als nur im Dunkeln schick zu leuchten.

Den ersten Teaser zum Wiko FEVER 4G veröffentlichte das Unternehmen aus Frankreich während der IFA 2015, bevor es Mitte November 2015 offiziell vorgestellt wurde. Bisher zeichneten sich die Geräte von Wiko vor allem durch eines aus: Tolle Hardware zum niedrigen Preis. Der Dacia-Spruch mit „Das Statussymbol für alle, die kein Statussymbol brauchen“ ist daher gar nicht mal so verkehrt, zumal Modelle wie das Wiko HIGHWAY Pure zeigten, was ein gutes Smartphone ausmacht (zum Test).

Nun legt der französische Hersteller also mit dem Wiko FEVER 4G nach und vertraut dabei nicht nur auf günstige Hardware, sondern eben auch auf das gewisse Etwas. Sozusagen eine Erweiterung des Portfolios von Günstig über Schick hin zu Außergewöhnlich. Ob es jedoch reicht, im Dunkeln schick zu leuchten durch den fluoreszierenden Rahmen, soll unser Test zeigen.

 

Technische Daten des Wiko FEVER 4G

Technische Daten


Prozessor

MediaTek MT6753 Octa-Core mit 1,3 GHz und 64-Bit
GPU: ARM Mali T720

Betriebssystem

Android 5.1 Lollipop mit Wiko UI

Interner Speicher

16 GB Interner Speicher (erweiterbar per MicroSD)

RAM

2 GB

Modellbezeichnung

WIKO FEVER

Display

5,2 Zoll IPS Display mit 1.920 x 1.080 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB Typ-C, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Beschleunigung, Gyroskop, Annäherung, Licht, Barometer, HALL und Fingerabdruck

Abmessungen (HxBxT mm)

148 x 73,8 x 8,3 mm

Gewicht

143 Gramm

Gehäusematerial

Kunststoff, Aluminium

Kamera

13 Megapixel Kamera, 5 Megapixel Frontkamera

Internet

WLAN b/g/n

Bluetooth

4.0 HS BLE

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3,8 V/2.900 mAh

Gesprächszeit

bis zu 21,7 Std. (2G) / 16,2 Std. (3G)

Standby-Zeit

bis zu 216 Std.

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 900/2100 MHz,
LTE 800/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 229 Euro
Besonderheit Standby-Gesten, FM Radio, Dual-SIM, Fluoreszierender Rahmen

 

Zubehör

Wie schon das Highway Pure kommt auch das Wiko FEVER 4G in einem schlichten schwarzen Karton daher. Dieser ist von farbigen Seiten eingefasst und auf dem in Schwarz gehaltenen Deckel ist bereits das herausragende Feature des Smartphones zu sehen: Sein Rahmen leuchtet. Abgesehen davon ist die Schachtel wieder mit einem Magnet-Verschluss versehen, welcher das Innere frei gibt.

Dort finden sich neben dem Android Smartphone an sich noch ein MicroUSB-Kabel wieder, ein passendes USB-Netzteil, wenig begeisternde In-Ear-Kopfhörer mit Telefon-Funktion und kein kleiner Piekser, um den SIM-Tray zu öffnen, da es diesen nicht braucht.
Selbstverständlich dürfen auch die Schnellstartanleitung und die gedruckten Hinweise zu den Garantiebestimmungen nicht fehlen. Nichts Ungewöhnliches im Vergleich zu anderen Geräten also?

Von wegen! Dem Karton liegen gleich zwei SIM-Adapter bei, von denen nur einer wirklich brauchbar ist. Der Grund liegt darin begründet, dass da Wiko FEVER 4G zwei Micro-SIM-Karten aufnehmen kann und nur ein Adapter eine Nano-SIM in das Micro-SIM-Format verwandelt. Der zweite Adapter macht eine Micro-SIM zu einer normalen SIM-Karte und damit für das Wiko unbrauchbar. Hätte man sich wirklich sparen können.

 

Design und Verarbeitung

Auf den ersten Blick kommt das Wiko FEVER 4G wenig spektakulär her, wie es zum Beispiel bei dem Highway Pure der Fall ist. Die Front gibt es bei vielen anderen Geräten auch, der Rahmen aus Metall ist keine Besonderheit mehr und auch die Kunststoff-Rückseite mit Lederimitat hat man schon mehrfach gesehen.
Doch Wiko kann mit einer Sache punkten: Es liegt durch seine abgerundeten Kanten sehr angenehm in der Hand. Zumal die Leder-imitierende Rückseite leicht gummiert und damit rutschfest ist.

Die Vorderseite des Wiko FEVER 4G nimmt selbstverständlich das Display ein, welches mit 5,2 Zoll angenehm klein ausfällt. Das gilt auch für den seitlichen Rahmen um das Display herum, welcher für diese Preisklasse erstaunlich schmal ist.
Bedient wird das Gerät über den Touchscreen, weswegen auf dem unteren Gehäuse-Teil keinerlei Touch-sensitiven Tasten verbaut sind. Im Vergleich zum seitlichen Rahmen ist dieser Rand deutlich dicker – subjektiv gesehen fast schon wieder zu dick respektive breit.

Ebenso der Teil über dem Display, wo der Telefonlautsprecher des Wiko FEVER 4G verbaut ist, links davon die 5 Megapixel Frontkamera und ganz links außen eine mehrfarbige Status-LED. Rechts vom Lautsprecher sind zwei Sensoren für Annäherung sowie Helligkeit verbaut und daneben wieder ein LED-Blitzlicht für die Frontkamera.

Im Trend liegt zudem nach wie vor 2.5D gebogenes Glas was nichts anderes bedeutet, dass die schützende Glasschicht zum Teil leicht gebogen in den Rahmen übergeht. Man fühlt es mehr als das man es tatsächlich sehen kann. Allerdings geht das Glas nicht direkt in den Metallrahmen über, denn dazwischen liegt noch etwas Kunststoff. Aus gutem Grund: Dieser ist fluoreszierend und leuchtet bei entsprechender Bestrahlung im Dunkeln. Hört sich toll an, sieht auf den Pressebildern klasse aus und ist in echt aber enttäuschend. Das liegt vor allem daran, dass man das Smartphone verdammt lange anstrahlen muss, damit das grünlich-gelbe Licht im Dunkeln zum Vorschein kommt. Dann hält es zwar stundenlang, ist aber auch nur in ganz dunkler Umgebung zu erkennen, was uns vor einer nahezu unlösbare Aufgabe gestellt hat, das gesamte Szenario in einem Bild festzuhalten. Insofern ist es mehr ein witziger Party-Gag im Darkroom, denn ein nützliches Feature.

Da macht der Rahmen aus Metall schon mehr her, zumal dieser auch abgerundet ist und sich mit seiner mattierten Oberfläche hochwertig anfühlt. Er geht um das gesamte Wiko FEVER 4G herum und ist lediglich von den üblichen Kunststoff-Einsparungen durchbrochen. Auf der rechten Seite sind die Lautstärke –Wippe und der Power-Button verbaut, die beide sehr fest im Rahmen sitzen und einen kräftigen sowie deutlichen Druckpunkt besitzen. Ein Detail, was nicht einmal in der Premium-Klasse selbstverständlich ist.
Allerdings könnten sie gerne etwas stärker aus dem Wiko FEVER 4G hervorstehen, um sie besser erfühlen zu können.

Auf der Unterseite des Rahmens sitzt von vorne gesehen links versetzt die MicroUSB-Buchse, zusammen mit dem Mikrofon zum Telefonieren. Auf der Stirnseite wiederum ist das zweite Mikrofon zur Geräuschunterdrückung verbaut sowie die 3,5 mm Klinkenbuchse für das beiliegende Kabel-Headset.

Die Rückseite des Wiko FEVER 4G ziert wie bereits erwähnt eine Rückseite mit Leder-Imitat, in deren linken oberen Ecke die 13 Megapixel Kamera inklusive zwei-farbigem LED-Blitzlicht sitzt. Im unteren Teil ist der Lautsprecher für Klingeltöne und andere Medien verbaut, während links unten die Kerbe zum Aufmachen der Rückseite vorzufinden ist.

Genau hier wird es kurios: Man kann zwar die Rückseite des Wiko FEVER 4G abnehmen, um die beiden SIM-Karten und die MicroSD-Speicherkarte einzusetzen, aber nicht um den Akku zu entnehmen. Dieser ist fest verbaut, weswegen man sich die abnehmbare Rückseite wahrlich hätte schenken können.
Allerdings ist Wiko nicht allein auf dem Markt mit einer solchen unsinnigen Konstruktion.

So hochwertig die Verarbeitung auch sein mag und relativ gleichmäßig die Spaltmaße, so unnütz ist der fluoreszierende Kunststoff-Rahmen des Wiko FEVER 4G. Mehr als in den ersten Tagen wird das Feature kaum begeistern können, denn dazu ist es einfach zu schwach in seiner Leuchtkraft, wenn man es mal so formulieren möchte.

 

Display

Definitiv zu den Glanzpunkten des Wiko FEVER 4G zählt dessen Display, welches mit 5,2 Zoll nicht nur angenehm handlich ausfällt, sondern auch mit 1.920 x 1.080 Pixel eine ordentliche Bildschärfe vorweisen kann. Dank der verwendeten IPS-Technologie liefert das Panel natürliche und kräftige Farben, ohne dabei zu farbkräftig zu wirken wie man es im direkten Vergleich bei einem AMOLED-Display sehen würde. Verantwortlich dafür ist die MiraVision-Technologie.

Dem folgen sehr große Kontraste und eine große Blickwinkelstabilität, die nur bei sehr flachen Winkeln zu einem gelb-graulichen Farbschleier neigen. Einziger Kritikpunkt ist die etwas niedrige Helligkeit, die vor allem im Freien zu weniger gut abzulesenden Inhalten führen kann. So bleibt unterm Strich ein für die Preisklasse tolles Display stehen.

 

CPU und GPU

Setzte Wiko zuletzt vermehrt auf Prozessoren der Snapdragon-Reihe von Qualcomm, kommt im Wiko FEVER 4G wieder eine alte Tugend zum Einsatz und das ist eine CPU aus dem Hause MediaTek. Konkret handelt es sich um einen MT6753, dessen acht Cortex A53 Kerne mit bis zu 1,3 GHz zu Werke gehen. Bäume ausreißen kann das Smartphone zwar nicht, aber die im AnTuTu Benchmark erzielten 35.830 Punkte müssen sich auch nicht zwangsläufig verstecken.

Vor allem lässt sich das Wiko FEVER 4G jederzeit flüssig bedienen. Die berühmt-berüchtigten Gedenksekunden beim Start von Apps, dem Wechsel zwischen diesen oder anderen Dingen erlebt man so gut wie kaum. Die 3 GB RAM leisten dabei sicherlich ihren Teil bei. Zumindest kommt das Android Smartphone nicht so schnell an seine Grenzen.

Das gilt leider nur bedingt für den grafischen Teil des Gerätes. Im MT6753 von MediaTek kommt eine ARM Mali T720 GPU mit vier Clustern zum Einsatz und diese kann man als Flaschenhals für grafisch aufwändige Spiele benennen. Gut sehen lässt sich das bei Asphalt 8 oder einem Dead Trigger. Ohne ein Herunterschrauben der Grafikeinstellungen ist an ein flüssiges Spielen kaum zu denken – Asphalt 8 friert sogar ein. Bei Real Racing 3 hingegen werden automatisch die Grafikdetails reduziert. Für Zocker mit hohen Ansprüchen an die Grafik oder schneller Action ist das Wiko FEVER 4G daher kaum geeignet.
Am ehesten könnte man die GPU mit der Adreno 405 im Snapdragon 615 vergleichen.

 

Akku

Die gute Nachricht ist, dass der fluoreszierende Rahmen selbst keine Energie vom 2.900 mAh fassenden Akku abzweigen muss, damit dieser leuchtet. Die schlechte Nachricht wiederum ist, dass das Wiko FEVER 4G deswegen trotzdem kein Ausdauerläufer ist. Mit Anstrengungen wird man auf bis zu zwei Tage abseits einer Steckdose kommen, denn Wiko gibt nicht nur vergleichsweise geringe Laufzeiten im Standby sowie bei Telefonaten an, im Dauertest mit eingeschaltetem Display kommt das Android Smartphone gerade mal auf viereinhalb Stunden.

Für die Größe des Akkus fast schon etwas enttäuschend, vor allem wenn man die 7 Stunden des Wiko Highway Pure hinzunimmt und das hat einen erheblich kleineren Akku. Damit zeigt sich auch mal wieder, dass MediaTek-Prozessoren insbesondere im Leerlauf und Standby mit einem besonders niedrigen Energieverbrauch punkten können.

 

Konnektivität

Für ein Mittelklasse-Modell zeigt sich die Ausstattung in Bezug auf die Kommunikationsfähigkeiten wenig überraschend. So gibt es ein WLAN-Modul nach dem n-Standard – ohne Dualband-Unterstützung – Bluetooth 4.0 mit dem Low-Energy-Profil, einen MicroUSB 2.0 Port inklusive OTG-Unterstützung und ein LTE-Modem, welches auch die drei in Deutschland gebräuchlichen Frequenzen beziehungsweise LTE-Bänder unterstütz. Positiv hervorzuheben ist, dass prinzipiell auf beiden SIM-Karten LTE als Datenverbindung unterstützt wird.

Bei Telefonaten ist das Wiko FEVER 4G Mittelmaß. Gespräche klingen sauber aber etwas leise, mitunter auch unangenehm schrill. Auch das Hintergrundrauschen ist angenehm niedrig, während die Geräuschfilterung durchaus einen Zacken besser arbeiten könnte.
Keine Empfehlung ist der Freisprechmodus: Der rückseitige Lautsprecher ist dazu viel zu blechern, leise und auch flach, sodass man Probleme hat, seinen Gegenüber in der Leitung zu verstehen.

 

Kamera

Das bei günstigeren Smartphones der Fokus nicht immer auf der Kamera liegt ist zu erwarten. Immerhin muss bei solchen Geräten an vielen Ecken gespart werden und dennoch können auch billige Smartphones gute Fotos schießen. Vorausgesetzt die verbaute Technik stimmt und das ist im Wiko FEVER 4G nur bedingt der Fall.

Zwar ist die Kamera mit 13 Megapixel Auflösung und einem Autofokus mit 0,2 Sekunden zum Scharfstellen auf dem Datenblatt ganz solide aufgestellt, die Ergebnisse gehen jedoch über Schnappschussqualität nur selten hinaus. Wenn das Licht nicht optimal ist, werden Aufnahmen sehr schnell etwas zu dunkel, lassen an Details zu wünschen übrig und auch die Farbdarstellung ist nicht ganz dem was man sich erwartet.

Schaltet man jedoch den HDR-Modus hinzu, hebt sich die Bildqualität deutlich an. Fotos werden mit dem Wiko FEVER 4G nicht nur heller, sondern auch lebendiger. Nachteil des HDR-Modus ist die längere Zeit zum Speichern des Fotos, was sich technisch bei einem solchen Android Smartphone nicht anders lösen lässt.
Zu beachten ist, dass die vollen 13 Megapixel nur im 4:3 Kleinbildformat zur Verfügung stehen und im 16:9 Breitbildformat maximal 10 Megapixel.

Wie man sich die Bildqualität vorstellen kann, zeigt unser bekannter Vergleich zur Canon EOS 600D, dem Samsung Galaxy S5 und einem HUAWEI P8.

Wer Videos mit dem Wiko FEVER 4G aufnehmen will, wird sich mit denselben Problemen bei der Bildqualität abfinden müssen wie im Foto-Modus. Auch hier wirken Bilder meistens etwas dunkel sowie Detailarm. Auch der Tearing-Effekt, sprich das verzerrte Bild bei einem Schwenk der Kamera ist relativ stark ausgeprägt.

Witzig wird es wiederum bei der Frontkamera und das nicht wegen deren Bildqualität. Diese entspricht im Großen und Ganzen der Qualität der Hauptkamera. Was die Frontkamera jedoch besonders macht ist das LED-Blitzlicht, um Selfies und auch Videochats über Skype und Co. aufzuhellen. Nützlich ist es in manchen Fällen sehr wohl, aber ob man dies jetzt unbedingt braucht ist aber eine andere Frage.

Bei der Kamera-App setzt Wiko auf eine eigene Oberfläche, die sich durch wenige Bedien-Elemente und die wichtigsten Optionen zum Fotografieren beschränkt. Neben diversen Filtern und Effekten gibt es auch einen einfachen Manuellen Modus, welcher Einfluss auf ISO-Wert, Belichtung, Weißabgleich und Fokussierung erlaubt. Mehr bietet die Kamera-App nicht, was man ja auch in dieser Preis- sowie Leistungsklasse erwartet.

So bleibt am Ende festzuhalten, dass die Kamera-Qualitäten nicht ganz mit den anderen Modellen von Wiko mithalten können. Da zeigen sich Modelle mit einem Snapdragon-Prozessor von einer besseren Seite.

 

Multimedia

Für ein Mittelklasse-Smartphone bietet das Wiko FEVER 4G mit 16 GB internem Speicher ausriechend viel Platz, von welchem sich knapp 9,83 GB frei vom Nutzer verwenden lassen. Diesen kann man auch mit einer MicroSD-Speicherkarte erweitern, wobei Wiko offiziell von maximal 64 GB spricht.
Alternativ kann man auch einen USB-Stick mit Hilfe eines Adapters am MicroUSB-Port anschließen, da das Wiko FEVER 4G auch USB On-the-Go kurz OTG unterstützt. Selbst USB-Festplatten sind möglich, jedoch braucht es für diese eine externe Stromversorgung.

Im Gegensatz zu den von uns zuvor getesteten Wiko-Modellen ist auf dem Wiko FEVER 4G ein sehr einfach gehaltener Musikplayer vorinstalliert – sowohl in Sachen Funktionen als auch Design der Oberfläche. Erfreulich ist, dass mit AudioFX ein brauchbarer 5-Band-Equalizer mit vorgefertigten Profilen, Bass-Steuerung, Surround-Optionen und Hall vorhanden ist. Damit sollte sich für jeden der beste Klang einstellen lassen und das unabhängig vom genutzten Musikplayer. Denn neben der Wiko-eigenen App steht auch Google Play Music zur Verwendung bereit.

Auf eine Wiedergabe über den internen Lautsprecher kann man getrost verzichten, denn dieser ist sehr Bassarm, bei höheren Lautstärken scheppernd und besitzt allgemein vergleichsweise wenig Volumen. Da ist die Verwendung eines Headsets immer die bessere Wahl.

 

Software

Mit dem vorinstallierten Android 5.1 Lollipop zeigt sich das Wiko FEVER 4G Software-technisch auf einem recht aktuellen Stand. Sicherlich gibt es mit Android 6.0 Marshmallow schon eine neuere Version, aber man muss auch die Preisklasse beachten. Sehr löblich ist auch bei diesem Modell wieder, dass Wiko die Oberfläche bis auf einige Icons nahezu unangetastet lässt. Weder in den Einstellungen, bei den Standard-Apps noch im Multitasking-Menü ist viel verändert worden.

Was jedoch umfangreich ausgebaut wurde ist der Homescreen Launcher. Zum einen fehlt diesem der sonst Android-typische App Drawer – Wiko orientiert sich in diesem Punkt wie etliche Konkurrenten aus China ebenfalls an iOS – und zum anderen bietet er einige Möglichkeiten zur optischen Anpassung. Erwähnenswert sei an dieser Stelle, dass man ein beliebiges Hintergrundbild auf dem Wiko FEVER 4G mit einem Blur-Effekt in fünf Abstufungen versehen kann.

Ebenso weiß das Fehlen von großartiger Bloatware zu gefallen. Genau genommen ist lediglich Clean Master außerhalb der Wiko-eigenen sowie den Google-Apps vorinstalliert. Auf dessen Funktion setzt jedoch eine One-Click-Lösung zum Löschen temporärer und Mülldateien, was zudem schick animiert ist im Homescreen. Erfreulich ist, dass sich Clean Master auf Wunsch deinstallieren lässt.

Die eigenen Apps von Wiko auf dem Wiko FEVER 4G umfassen die Wetter-App, den Kalender, Galerie, Videoplayer und den Musikplayer. Auch eine Radio-App ist vorinstalliert, falls wer auf dem Weg zur Arbeit gerne FM Radio hört.

Wie erwähnt hat Wiko an der Oberfläche von Android selbst sehr wenige Veränderungen vorgenommen. Stattdessen sind einige nützliche Funktionen hinzugekommen wie Standby-Gesten für das ausgeschaltete Smartphone was Wiko als Smart Awake bezeichnet oder Smart Gesture, für eine leichtere Bedienung.

Unterm Strich ist die Software-Ausstattung des Wiko FEVER 4G als vorbildlich zu bezeichnen. Weder nervende Bloatware noch kaum funktionierende Erweiterungen der Oberfläche sind auszumachen.

 

Fazit zum Wiko FEVER 4G

229 Euro setzt Wiko für das Wiko FEVER 4G als unverbindliche Preisempfehlung an, wofür man ein haptisch gut verarbeitetes Android Smartphone bekommt, welches mit einer durchschnittlichen Performance im Alltag daher kommt und auch ein durchaus ansehnliches Display bietet.
Was jedoch enttäuscht ist ganz besonders die 3D-Leistung, womit aufwändigere Spiele mit dem Smartphone trotz Octa-Core-CPU einfach nicht spielbar sind. Auch kann die Akkuleistung nicht die Erwartungen eines 2.900 mAh starken Akkus erfüllen.
Insgesamt ist das Wiko FEVER 4G jedoch für den Preis ein ordentliches Smartphone mit einer leuchtenden Besonderheit, die im Alltag gar nicht mehr so besonders ist. Gerade für diejenigen die ihr Smartphone nicht zum spielen benötigen, ist das FEVER 4G rein von der Technik her mehr als nur einen zweiten Blick wert.

Positiv
  • Display
  • Verarbeitung
  • Dual-SIM zzgl. MicroSD-Card
  • Fluoreszierender Rahmen
Negativ
  • CPU
  • Kamera
  • Akku

wiko-fever-4g-testurteil-androidtv

Wertung
Geschwindigkeit 3/5
Display 5/5
Funktionalität 4/5
Verarbeitung 4/5
Preis 5/5

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

Ein Kommentar

  1. Reiner Ulrich schreibt:

    Danke für diesen ausführlichen Bericht – habe das Wiko Fever seit kurzem und das Preis-Leistungsverhältnis scheint mit für ein „Plastik-Handy“ absolut hervorragend zu sein – erst recht wenn man ein vernünftiges Dual-SIM Telefon benötigt (Strassenpreis in der Schweiz im Februar 2016: sensationelle EUR 160.-)

    Dass der App Drawer nicht verfügbar ist, halte ich persönlich für allergrössten Blödsinn – nun muss man unnötige Icons (z.B. wenn die App sowieso über ein Widget gesteuert wird) immer in einen „Müll Container“ verschieben. Ditto für nur sehr selten benötigte Apps, denn man kann sie nur deinstallieren, nicht einfach später wieder aus dem App Drawer starten oder auf den Homescreen zurücknehmen. Genau das hatte mich beim IOS immer genervt, erst recht als es noch keine Container gab.

    Weiters nutzt der vorinstallierte Launcher nur 4×4 icons was auf dem grossen Display des Fever eine masslose Verschwendung ist. Da drängt sich die Verwendung eines alternativen Launchers, z.B. Asus ZEN dringend auf (immerhin 4×5 icons und 1 Million Konfigurationsmöglichkeiten) – leider erweckt das den App Drawer auch nicht mehr zum Leben aber naja, damit kann man bei dem Preis einigermassen leben und vielleicht denkt Wiko in Zukunft mal ja wieder vernünftig über den App Drawer.

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