NewsSmart RingTests

Blaupunkt-Ring im Test: Smart Ring mit Potential

Die Älteren unter uns kennen die Marke Blaupunkt nur von Ihrem guten alten Blaupunkt Bremen* oder Frankfurt – dem Autoradio der 90er. Inzwischen gehört zu dem Produkt-Portfolio weit mehr, auch ein Smart Ring! Wir haben den Blaupunkt-Ring einmal getestet und berichten wie sich der knapp 200 Euro teure Fitness-Tracker im Alltag schlägt.

Inhaltsverzeichnis

Preis, Design und Verarbeitung

Mit dem Kospet iHeal Ring 3 (Test) und dem Rogbid Smart Ring (Test) haben wir schon recht gute Vergleichswerte ob ein Smart Ring etwas taugt oder nicht. Zumindest so lang, bis auch Samsung mit seinem Galaxy Ring endlich den Fitness-Tracker für den Finger offiziell salonfähig macht.

Blaupunkt-Ring im GO2mobile-Test

Der Blaupunkt-Ring ist nun ein weiteres smartes Wearable, welches unauffällig am Finger getragen werden kann und ganz nebenbei unseren Schlaf, die Herzfrequenz, SpO2, HRV, Stress und gelaufene Schritte, bzw. Trainingsergebnisse unauffällig aufzeichnet und auswertet.

Preislich liegt der Blaupunkt-Ring mit seinen 199 Euro im goldenen Mittelfeld des allgemeinen Wettbewerbs. Momentan ist er ausschließlich auf der Blaupunkt-Seite zu erwerben. Wer auf Nummer Sicher bei den sieben Ringgrößen gehen will – und das ist meine absolute Empfehlung – sollte sich das Ringgrößen-Testkit für 10 Euro (wird verrechnet) – unbedingt kaufen.

Blaupunkt-Ring im GO2mobile-Test

Als ich den Ring das erste Mal aufsteckte – und ich bin im echten Leben kein Ringträger – war ich angenehm über das geringe Gewicht überrascht. Der aus Titan gefertigte Smart Ring wiegt 2,2 Gramm und zählt somit zu den Leichtgewichten unter den von uns getestetem Fingerschmuck. Ich hätte nicht für möglich gehalten, wie sehr das zu einem angenehmen Tragekomfort beiträgt, aber genau so ist es.

Blaupunkt-Ring im GO2mobile-Test

Ansonsten ist der Blaupunkt-Ring in der Farbe MaTTschwarz, matten Silber und  mattem Gold verfügbar. Ich selbst habe den Ring im Alltag nicht explizit geschont – er ist laut Hersteller IP68 zertifiziert – und konnte bis jetzt keinerlei Beschädigungen feststellen.

Auf einer Messe in Paris ist mir aber ein Kollege aufgefallen, der den Ring in Schwarz testet und bereits einen Kratzer zu verzeichnen hatte. Auf meine Frage hin, wie er das geschafft hatte, wusste er auch keine Antwort. Es handelte sich aber um ein Vorserienmodell.

Die Sensoren auf der Innenseite, als auch der Ladeanschluss haben den Tragekomfort zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt. Weder im Alltag oder beim Sport, wo ich auch durchaus ins Schwitzen geraten bin. Hier spielt der Smart Ring klar seine Vorteile gegenüber einer Smartwatch aus.

Blaupunkt-Ring im GO2mobile-Test

Die Verarbeitung des Blaupunkt-Rings ist allgemein als sehr hochwertig zu beurteilen. Das Design ist schlicht, unaufdringlich und gefällt mir daher sehr. Ich persönlich trage den Ring auch nach der Testphase noch.

Design- und Verarbeitungs-Resümee

Der Blaupunkt-Ring ist extrem leicht und damit absolut unauffällig am Finger zu tragen. Die Verarbeitung ist durchweg hochwertig, sodass im gesamten Testzeitraum keine optischen Schäden am Tracker auftraten.

Akku

Je nach Ringgröße ist auch die Akku-Kapazität des Finger-Trackers entsprechend groß. Der Hersteller gibt 14,5 bis 20,5 mAh an. Unsere bisherigen Test-Kandidaten hatten 18 und 20 mAh. Damit liegt der Blaupunkt-Ring in der goldenen Mitte.

Während Blaupunkt eine Laufzeit von „bis zu 7 Tage abhängig von Ringgröße und Häufigkeit der Nutzung“ angibt, haben wir eine Woche Dauerbetrieb nicht erreicht. Zugegeben, testen wir auch einen der kleinsten Ringe, sodass auch der Akku die geringste Kapazität im Blaupunkt-Angebot hat. Die maximale Laufzeit die wir erreicht haben betrug 5 Tage. Startet Ihr also ein Trainingseinheit – sofern diese dann auch funktioniert – dann verringert sich entsprechend die Laufzeit. Doch zum Thema Software und Funktionalität kommen wir gleich.

Blaupunkt-Ring im GO2mobile-Test

Blaupunkt packt Euch eine magnetisch und zugegeben stylisch aussehende, Ladestation dazu. Sie besitzt ein USB-Type-C-Port und kann mit jedem herkömmlichen 5V-Smartphone-Netzteil betrieben werden. Denn das liegt dem Smart Ring von Blaupunkt nicht bei.

Eine komplette Ladung ist in unter einer Stunde erledigt. Blaupunkt versichert circa 45 Minuten, was somit bestätigt werden kann. Der Ladevorgang wird durch eine rot blinkende LED-bestätigt und mit einer grün blinkenden LED als Beendet signalisiert.

Blaupunkt-Ring im GO2mobile-Test

Wer den genauen Status wissen will, muss den Ring von der Station nehmen und in die App schauen. Denn während der Ladung wird nur der Status „Verbunden“ angezeigt. Diese Prozedere halte ich ebenfalls für ein wenig umständlich, was aber – so meine laienhafte Vermutung – mit einem Softwareupdate schnell behoben werden könnte.

Akku-Resümee

Mit der Akku-Kapazität sind wir voll und ganz zufrieden. 5 Tage sind das Maximum, aber dank stylischer Ladestation ist der Ring unter einer Stunde wieder voll aufgeladen.

Software und Funktionen

Auch der Blaupunkt-Ring besitzt umfangreiche Funktionen. Neben der Herzfrequenz, der Schrittzahl, dem Blutsauerstoff (SpO2) und der Analyse von Stress und Schlaf, bietet der Smart Ring auch die Möglichkeit Trainingseinheiten zu tracken. Mit einem Tap auf die jeweilige Analyse kommt Ihr in die ausführliche Auswertung.

Der Ring hat logischerweise kein Display, sodass die Auswertung nur über ein verbundenes Smartphone und der kostenlosen Blaupunkt-Ring-App stattfindet. Und tatsächlich stoßen wir hier auf die aktuelle Achillesferse des Smart Rings von Blaupunkt.

‎Blaupunkt Ring
‎Blaupunkt Ring
Preis: Kostenlos
Blaupunkt
Blaupunkt
Preis: Kostenlos

Will ich es kurz mache, würde ich behaupten, dass man einfach noch nicht so weit ist, mit der App. Ich komme mir vor wie ein Beta-Tester. In der kurzen Testphase habe ich bereits drei Software-Updates mit erleben dürfen. Das zeugt zumindest von einem hohen Engagement!

Doch die Kritik fängt bereits bei einem unglücklichen Design an, wo die Farbwahl wenig durchdacht scheint. Nur ein Beispiel: Das weiße „Guten Abend“ ist auf dem hellgrauen Hintergrund gar nicht zu lesen. Auch die dunkelblauen Tab-Symbole unten sind auf dem schwarzen Hintergrund auf dem Smartphone kaum zu erkennen. Schon gar nicht unter Sonnenlicht.

Schlimmer hingegen ist das Starten einer Trainingseinheit. Ich habe insgesamt drei Versuche gestartet: Zweimal Laufen im Freien und Spazieren im Freien. In allen drei Versuchen habe ich parallel die Übung auf meiner Smartwatch gestartet und die Verbindung zum Smartphone gecheckt, da diese benötigt wird um den Empfang der GPS-Satelliten zu gewährleisten. Der Ring hat aufgrund seiner Größe keinen GPS-Empfänger verbaut.

Während augenscheinlich alles planmäßig startete, inklusive einem Timer der runterzählt, wurden alle drei Einheiten einfach abgebrochen. Auch die bis dahin getrackten Daten waren einfach verschwunden. Und es gab sie – das habe ich zwischenzeitlich geprüft.

Ein Tracking am letzten Testtag auf meinem Crosstrainer zu Hause hingegen hat einwandfrei funktioniert und wurde auch später in der Übersicht angezeigt. Vermutlich ist die Verbindung zum Smartphone das Problem.

Zur Entschuldigung von Blaupunkt will ich noch hinzufügen, dass die aktuellen Softwareprobleme augenscheinlich nur mit dem Android-Betriebssystem zusammenhängen. Mein ehemaliger Kollege Tobi von Golem, bestätigte mir eine einwandfreie Funktion mit iOS-Geräten. Da ich aktuell kein iPhone mein Eigen nenne oder in der Redaktion zur Verfügung hatte, konnte ich das nicht testen.

Ein weiterer Punkt der mich im Test heftig gestört hat, ist die dauerhafte Benachrichtigung im Quick- und Info-Menü (heruntergezogene Statuszeile). Diese lässt sich natürlich bei Android ausschalten, nur gewährt Euch die App bei einem Neustart so lange keinen Zugriff, bis Ihr diese Berechtigung wieder freigebt. Auch nur eine Kleinigkeit, aber sie nervt!

Andere Dinge wie die Herzfrequenz oder gelaufene Schritte waren überraschend genau. Für unseren Test habe ich parallel mit der TicWatch Pro 5 und einem Polar-BT-Brustgurt* gemessen.

Der Ring kann auch die Körpertemperatur messen, gibt diese aber nicht als Temperaturwert aus, sondern wird lediglich zur Analyse des Schlafs verwendet und zeigt Abweichungen von der durchschnittlichen Körpertemperatur an, als Indiz einer bevorstehenden Krankheit.

Software-Resümee

Die Android-Software ist nicht final und stark Fehler behaftet. Dafür erklärt man in der App umfangreich wie, was genau funktioniert (bzw. sollte).Wir werden wohl den Softwaretest zu einem späteren Zeitpunkt  wiederholen müssen.

Sensoren

Blaupunkt-Ring im GO2mobile-Test

Der Blaupunkt-Ring ist mit einem umfangreichen Konvolut an Sensoren und LEDs (2x Grün, 1x Rot) ausgestattet. Darunter zählen insgesamt vier PPG-Sensoren (Photo-Plethysmographie), vier weitere Temperatur- und ein 3-Achsen-Gyro-Sensor. Letzterer wird auch dafür verantwortlich sein, dass die Schrittzahl – welche man in den Einstellungen auch mit einer Längenangabe definieren soll – für einen Smart Ring ungewöhnlich genau ist.

Denn wie sonst kann der Gesundheits-Tracker unterscheiden, ob ich nur dem Anschlag meiner Computer-Tastatur nachgehe, oder mich an der frischen Luft bewege? Etwas ungewöhnlich empfand ich die doch sehr hell leuchtenden grünen LEDs, die zumindest eine Kontrollfunktion für Sitz und Funktionalität bestätigen.

Blaupunkt-Ring im GO2mobile-Test

Recht ausgefallen ist die Anzahl der Temperatur-Sensoren und was man am Ende dafür an Daten bekommt. Neben der Körpertemperatur, würde ich mir hier speziell Unterstützung bei der weiblichen Menstruation, inklusive mögliche Fruchtbarkeit (Eisprung) wünschen.

Aber auch hier bin ich der festen Überzeugung, dass wir uns bei dem Blaupunkt-Ring an einem frühen Stadium befinden und noch einiges an Funktionen zu erwarten haben.

Sensoren und Fitness-Resümee

Der Blaupunkt-Ring weist ein umfangreiches Angebot an verbauter Sensorik auf. Nun gilt es diese noch umfangreicher zu nutzen, als es der Hersteller ohnehin schon tut. Es gibt noch Potential – aber bitte ohne Abo!

Technische Daten​

Datenblatt
Produkt
Bild Blaupunkt-Ring
Sensoren
  • 4x PPG-Sensoren
  • 4x Temperatur-Sensoren
  • 1x 3-Achsen-Gyrosensor
SoC
  • unbekannt
Funktionen
  • 24/7 Herzfrequenz
  • 24/7 Schlafüberwachung
  • 24/7 SpO2
  • HRV
  • verbrannte Kalorien
  • Stress & Erholung
  • Hauttemperatur
  • GPS-unterstützte Sportarten (mit verbundenen Smartphone)
Speicher
  • 8 MB Flashspeicher 256 KB RAM
Akku
  • 14,5-20,5 mAh (je nach Ringgröße)
  • bis zu 7 Tage bei typischer Nutzung
  • magnetisches Laden in 45 Minuten
    (USB-Type-C-Ladestation im Lieferumfang)
Konnektivität
  • Bluetooth 5.1
IP-Zertifizierung
  • IP68
Abmessungen und Gewicht
  • 2,5 mm dick
  • US 7 – 17,5 mm (Durchmesser)
  • US 8 – 18,5 mm (Durchmesser)
  • US 9 – 19,1 mm (Durchmesser)
  • US 10 – 20,1 mm (Durchmesser)
  • US 11 – 20,7 mm (Durchmesser)
  • US 12 – 21,6 mm (Durchmesser)
  • US 13 – 22,3 mm (Durchmesser)
  • 2,2 bis 2,9 g
Material

Farben

  • Innen ABS/Kunstharz | Außen Titan
  • mattes Schwarz
  • mattes Silber
  • mattes Gold
Preis
  • UVP 199 Euro
  • (Ringgrößen-Kit 10 €) wird verrechnet

Fazit des Blaupunkt-Ring

Der Smart Ring von Blaupunkt liegt mit seinen 200 Euro im Mittelfeld des sehr schnell wachsenden Markt der unauffälligen Fitness-Tracker. Als besonders positiv empfand ich als Nicht-Ring-Träger das geringe Gewicht und den damit einhergehenden Tragekomfort.

Blaupunkt-Ring im GO2mobile-Test

Auch die vielen Sensoren bieten viele Möglichkeiten Eure Gesundheitsdaten aufzuzeichnen und anschließend umfassend auszuwerten.

Leider hat unser Test gerade auf dem Gebiet der sportlichen Übungen in Verbindungen mit einem Android-Smartphone versagt. Auswertungen ohne notwendige Android-Verbindung funktionierten dagegen überraschend genau. Von Kollegen war zu hören, dass in Verbindung mit einem Apple iPhone derartige Probleme nicht bestehen. Aber das Problem kennt man ja auch von anderer Software: Apple first!

Der unauffällige Tragekomfort mit einer IP68-Zertifizierung und die ausbaufähige Analyse an Daten sprechen eindeutig für den Blaupunkt-Ring. Sollten Sportler für Ihr Tracking von einer Smartwatch zu einem Smart Ring wechseln?

Benötigt Ihr Eure Daten wie den Puls während des Trainings, dann nein. Habt Ihr ein Android-Smartphone? Dann „jetzt“ ebenfalls noch ein nein. Wollt Ihr einfach nur über Euren Gesundheitszustand auf Nachfrage umfangreich informiert werden? Dann gibt es den Daumen hoch für den Blaupunkt-Ring!

Blaupunkt-Ring im GO2mobile-Test

Bewertung & Kurzfassung

Test Blaupunkt-Ring
  • Hardware - 9.3/10
    9.3/10
  • Verarbeitung - 9/10
    9/10
  • Akku - 6.8/10
    6.8/10
  • Software - 6.5/10
    6.5/10
  • Sensoren - 8.6/10
    8.6/10
  • Preis/Leistung - 8.4/10
    8.4/10
8.1/10

Kurzfassung

Der Blaupunkt-Ring ist der erste Smart Ring aus Deutschland, wenngleich die Fertigung vermutlich ebenfalls in China stattfindet. Wenngleich der Tragekomfort und die Anzahl an verbauter Sensoren vorbildlich ist, versagte der Ring bei initiierten Trainingseinheiten mit einem Android-Smartphone. Mit einem iPhone soll es besser laufen. Wir warten auf das nächste Software-Update, von denen es schon ein paar gab!

Pro

  • IP68
  • Ringgrößen-Kit
  • Hoher Tragekomfort
  • Akkurate Gesundheitsdaten
  • Ladestation im Lieferumfang
  • Keine persönliche Daten notwendig
  • Viel Erklär-Bär in der kostenlosen App

Kontra

  • Kein GPS-Trainingstracking (Android)
  • Dauer-Meldung im Benachrichtigungsmenü

Beitrag teilen:

MaTT

Mit dem Palm groß geworden und dem Qtek 1010, sowie HTC Hero die unstillbare Lust an dem OS Android bis zum heutigen Tage entdeckt. Als Gründer von Android TV (heute GO2mobile), pflasterten Meilensteine bei Areamobile (Head of Video Content) oder NextPit (Senior Editor) den Weg von Bestenlisten, News, Tests und Videos. Auch heute noch Spezialagent für alles Kreative.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert