Huawei kooperiert mit TomTom – US-Embargo dauert wohl doch länger

Monat für Monat geht ins Land und US-Präsident Donald Trump hält das US-Embargo gegen Huawei weiter aufrecht. Es scheint als habe sich der chinesische Smartphone-Hersteller nun damit abgefunden und richtet sich mit Partnern wie dem niederländischen Navigations-Hersteller TomTom auf einen direkten Konkurrenzkampf mit Google ein. Was bleibt Huawei auch anderes übrig.

Das US-Embargo zieht sich nun bereits einige Monate hin und es ist im Fall Google nicht wirklich Hoffnung in Sicht. Obwohl beispielsweise Microsoft eine Ausnahme-Lizenz von dem US-Handelsministerium erhalten hat das Windows Betriebssystem an Huawei verkaufen zu dürfen, hat Google für Android und seinen Diensten kein Go erhalten. Weder Google noch Huawei wollen darüber Auskunft geben, ob es für den gestellten Antrag eine Ablehnung gegeben hat oder man noch auf Antwort wartet.

Fakt bleibt, dass Huawei bei neuen Smartphones auf die Google Mobile Services (GMS) verzichten muss. Das bedeutet keine Google-Synchronisation der Kontakte, Termine oder E-Mails. Ebenfalls dürfen keine Google-Anwendungen wie YouTube, der Play Store oder eben Google Maps installiert werden. Das von uns getestete Huawei Mate 30 Pro ist der erste Kandidat, der in Europa verkauft wird und die vermutliche schmerzhafte Erfahrung eines gewissen Desinteresse machen muss (zum Test).

Statt Google Maps gibt es bei Huawei in Zukunft TomTom

Da die hauseigene Alternative – die Huawei Mobile Services (HMS) – aktuell in der Version 4.0 mehr für den chinesischen Markt ausgelegt sind, investiert Huawei Millionen, dass sich dies schnell ändert. Jüngstes Beispiel ist die Kooperation mit dem niederländischen Hersteller von Navigationssystemen. Das bestätigte nun ein Pressesprecher von TomTom gegenüber Reuters in einem Interview. Weitere Details, welche Summen zum Beispiel geflossen sind oder wie die für Huawei erstellte Navigations-Anwendung heißen wird und wann sie fertig gestellt ist, wollte das Unternehmen zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommunizieren.

Damit dürfte Huawei einen weiteren wichtigen Schritt gegangen sein, mit der Huawei AppGallery eine echte Konkurrenz zum Google Play Store auszubauen. Ein weiterer Schritt ist die Aufnahme der Top 100 Anwendungen der jeweiligen Länder im hauseigenen Shop. Denn diese fehlen aktuell komplett, sodass unter aktuellen Bedingungen ein Huawei-Smartphone mit HMS für Europa keine Alternative ist. Mal davon abgesehen, dass die Huawei AppGallery froh und munter seine Kunden mit einer 5 Sekunden langen Bildschirm füllenden Werbung penetriert.

[Quelle: Reuters | via Golem]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

1 Gedanke zu „Huawei kooperiert mit TomTom – US-Embargo dauert wohl doch länger

  • 23. Juli 2020 um 9:40
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    Das US-Embargo schadet eher USA, nicht China. Das Handy ist 1 klasse höher als alle anderen und wir werden bei Huawei bleiben, egal was kommt. Bei P 40 ist die Google-Maps noch vorhanden, aber Tom Tom ist auch nicht schlecht, wir können die Navi schon von früher. Es ist für uns nur ärgerlich, dass wir keine abhängige von Google Hausgeräte mit Stimme bedienen können, ich denke aber, dass bald auch das gelöst werden kann (in einigen Länder ist est schon da). Bis dahin schalten wir das Licht per Xiaomi oder Smart Life an und aus.
    Also das Leben ohne Google läuft weiter kaum gestört und Google kann man trotzdem nutzen nur etwas anders, ohne den Browser ins Handy runterladen. Man kann aber die Seite speichern auch mit einem Bild auf dem Desktop.

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