Huawei wird aufgrund US-Bann zum Chip-Fertiger

Aktuellen Medienberichten zufolge wird Huawei noch in diesem Jahr offizieller Chip-Fertiger. Wer dachte dass mit den HiSilicon Kirin Prozessoren bereits SoCs aus eigener Fertigung kamen, der muss eines Besseren belehrt werden. HiSilicon schimpft sich zwar Halbleiterhersteller, hatte aber bis zum Inkrafttreten des US-Bann und seinen einhergehenden Sanktionen von dem weltweit größten unabhängige Auftragsfertiger TSMC produzieren lassen.

Huawei wird Chip-Fertiger

Wie aktuell die Financial Times berichtet, habe Huawei konkrete Absichten noch in diesem Jahr sich als Chip-Hersteller zu etablieren. Die Produktion soll gemeinsam mit Shanghai IC R&D Center in einer bereits vorhanden Fabrik und komplett ohne US-Technologien gestartet werden. Shanghai IC R & D Center ist ein gemeinnütziges Institut, das vom Staat und der lokalen Regierung von Shanghai bei der Verbesserung der Technologie der chinesischen IC-Industrie unterstützt wird. In Zusammenarbeit mit Huawei sollen fortschrittliche IC-Forschungs- und Entwicklungsarbeiten folgen.

Technisch ist das Unternehmen aktuell jedoch noch nicht in der Lage mobile Prozessoren heutigen Standards zu fertigen. Aktuell liegt das Niveau bei einer Strukturbreite von 45 Nanometer. Doch bereits Ende 2021 will man SoCs (System on a Chip) im 28-Nanometer-Verfahren produzieren. Ein weiteres Jahr darauf will man den Sprung auf 20 Nanometer wagen.

Für Flaggschiff-Smartphones reicht es noch nicht

Klar ist, dass dies keine Produktion für ein nächstes Huawei-Flaggschiff wie das Mate 40 Pro ist, bei dem man bereits bei einer Strukturbreite von 5 Nanometern für den HiSilicon Kirin 9000 angekommen ist. Dennoch reichen derartige Prozessoren durchaus für PKWs, TVs und andere Internet of Things-Geräte. Auch auf dem Gebiet der 5G-Technolgie kann Huawei seine Fachkompetenz mit einbringen.

Dennoch bleibt unklar wie Huawei nun weitere Smartphones in Zukunft produzieren will. Zwar hat zuletzt das US-Handelsministerium vermehrt Ausnahmelizenzen beispielsweise für Sony, Samsung AMD und Intel erteilt, doch nach wie vor sind die Einschränkungen hoch. Erste Expertenstimmen sind bereits der Meinung, dass sich auch mit einem US-Präsidenten Biden nichts an der Situation ändern würde.

[Quelle: Financial Times]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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