Mobvoi TicPods Free im Test: Es muss nicht immer Apple sein

Mit der TicWatch Pro – eine WearOS Smartwatch mit 30 Tagen Laufzeit – hat das chinesische Unternehmen Mobvoi auch hierzulande bekannt gemacht. Die Mobvoi TicPods Free, deren Gemeinsamkeiten zu den Apple AirPods nicht nur bei dem Namen erkennbar sind, könnten unter Umständen eine preiswerte Alternative bieten. Wir haben die kabellosen In-Ear-Kopfhörer einmal getestet.

 

Zugegeben, die Mobvoi TicPods Free hatten bei uns einen denkbar schlechten Einstieg. Die optisch stark an die Apple AirPods erinnernden kabellosen In-Ear-Kopfhörer waren bei unserem ersten Test-Sample wohl an einem Montag gebaut worden. Das automatische Pairing mit dem Smartphone funktionierte trotz erfolgreicher Ersteinrichtung nur sequenziell. Gerne auch einmal nur auf einer der beiden Seiten, was zu einem gewissen Frust im Urlaub führte, wo ich die TicPods ausgiebig testen wollte. Mit der zweiten Lieferung gehören diese schlechten Erfahrungen jedoch der Vergangenheit an.

Lieferumfang

Die Mobvoi TicPods Free kommen in einer schlicht weißen Verpackung. Der chinesische Hersteller bietet mit den Farben Navi (Dunkelblau), Lava (Orange) und Ice (Weiß) drei Kaufoptionen der 129 Euro teuren In-Ear-Kopfhörer. Der Preis scheint angesichts der sehr preisgünstigen TicWatch Pro (zum Test) alles andere als Preiswert. Unterm Strich jedoch 40 Euro günstige als das Äquivalent von Apple.

Mobvoi TicPods Free

Im Lieferumfang enthalten, die TicPods, das Ladecase mit einer Trageschlaufe, eine Kurzanleitung, weitere Silicon-Ohrpassstücke und ein Y-Ladekabel von USB-Class-A auf USB-Typ C/microUSB. Ein Netzteil befindet sich nicht im Karton.

Funktionsumfang der TicPods Free

Mobvoi gönnt den TicPods Free ein sehr umfangreichen Funktionsumfang. Mit einer In-Ear Detection, einer Touch- und Streich-Bedienung an den Seiten der Pods, Geräusch-Reduktion bei Telefonaten, Staub- und Wasserschutz nach IPX5 und dem schnellen Laden in dem Case, könnte sich Apple gerade was die Steuerung anbelangt, eine Scheibe abschneiden. Die Laufzeit beträgt laut Mobvoi 18 Stunden (mit dem Case), was durchaus hinkommen könnte, wenn ihr die Lautstärke auf ein Mittelmaß reduziert. Aber wer will das schon.

Zu den Touchgesten gehören ein Double-Tab, hoch und runter Streichen und das Halten von mindestens 2 Sekunden. Diese dienen je nach rechtem oder linken Pod dem Starten oder Pausieren der Musik, dem An- und Abnehmen von Telefonaten, der Lautstärken-Regulierung und dem Aktivieren von Siri oder dem Google Assistant. Etwas ärgerlich ist, dass zwar der Track vorwärts geskipped werden kann, aber nicht zurück.

Das Ladecase als auch die TicPods verfügen über LEDs. Diese dienen zur Signalisierung der Bluetooth-Connection zum Smartphone und dem Ladezustand der verbauten Akkus, als auch dem Ladevorgang an sich.

Mobvoi TicPods Free

 

Smartphone-App

Mobvoi selbst bietet auch eine kostenlose eigene App im Play- und Apple-Store an. Bereits aufgrund der TicWatch Pro auf meinem Smartphone installiert, waren die Erwartungen recht hoch. Denn für die Smartwatch gibt es gerade im Fitness-Bereich viele Auswertungen zu verarbeiten.

Mobvoi TicPods Free

Umso größer die Enttäuschung, als dann klar wird, dass diese lediglich zum Update der Firmware benötigt wird. Kein Equalizer oder andere zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten. Hier hätte ich mir gern weitere Optionen zur Gesten-Steuerung gewünscht. Auf den Sprachassistenten hätte ich gern zugunsten des zurück skippen verzichtet. Auch drei Tabs auf die Sensorfläche könnte für zusätzliche Steuerungsoptionen

Mobvoi
Mobvoi
Preis: Kostenlos

Am Ende bekommt der Nutzer eines Android-Smartphones, System bedingt mit dem Ladezustand in Prozent, über das Bluetooth-Symbol deutlich mehr Informationen. Apple-Nutzer sehen den Zustand im Battery-Widget. Schade Mobvoi. Mehr Funktionen wären hier empfehlenswert. Genauso wie bei Bose, nicht nur eine Sprachansage über dem gekoppelten Zustand, sondern auch die vorhandene Akku-Kapazität.

Mobvoi TicPods Free

Sound-Qualität

In der Tat war ich sichtlich überrascht von der Sound-Qualität der Mobvoi TicPods Free. Und das positiv. Die “True Wireless”-Kopfhörer können mit einem besonders ausgewogenen Klang überzeugen. Erwartet keinen Bass wie bei Dr.Dre – da wären dann die Powerbeats Pro die bessere Wahl – nein, es ist das genaue Mittelmaß. Auch die maximale Lautstärke (92 dB +/- 3 dB SPL) entspricht meinen Bedürfnissen. Es gibt keinen Grund zu Klagen bei der Audio-Qualität.

Etwas unverständlich ist in meinen Ohren die Geräuschunterdrückung, die ausschließlich den Telefonaten vorbehalten ist und in der Tat auch hervorragend funktioniert. Auch die Gegenseite hatte keinen Grund an der Qualität zu zweifeln. Doch warum gibt es kein Noise-Cancelling beim Abspielen von Musik?

Mobvoi TicPods Free

Akku

Mobvoi gibt für die TicPods Free 18 Stunden Laufzeit an. Gemeint ist damit die Gesamtzeit die durch das Case möglich ist, das selbst über einen microUSB-Port geladen wird. Die TicPods selbst halten mit einer Ladung circa 3-4 Stunden am Stück. Entscheidend ist hier die gewählte Lautstärke. Das Lade-Case selbst bietet via Schnellladung insgesamt vier Gesamt-Aufladungen. Vier mal vier macht 16 Stunden – umgerechnet auf chinesische Laufzeit sind es dann die versprochenen 18 Stunden. Für mich absolut ausreichend und hat im normalen Alltag nie zu irgendwelchen Problemen geführt.

Mobvoi TicPods Free

Fazit der Mobvoi TicPods Free

Ein Preis von 129 Euro für die TicPods Free von Mobvoi sind kein Schnäppchen, aber dennoch durchaus gerechtfertigt. Technische Raffinessen wie die In-Ear Detection, die Tab- und Gesten-Steuerung, sowie überzeugende Klang- und Akku-Werte lassen ein besseres Testurteil zu, wie zuerst vermutet.

Lediglich das fehlende Noise-Cancelling für die Musik (nur für Telefonate), die mageren App-Funktionen zum Einstellen des fehlenden “Titel zurück springen” oder einem Equalizer, schmälern ein wenig die gute Gesamtwertung.

Dafür bieten die In-Ears auch bei sportlichen Aktivitäten einen ausgesprochenen guten Halt, ohne dabei im Ohr zu schmerzen oder zu flüchten. In Zeiten wo immer mehr Smartphones ohne den analogen Audio-Klinkenanschluss daher kommen, sind die “True Wireless”-Kopfhörer von Mobvoi eine echte und empfehlenswerte Alternative.

Mobvoi TicPods Free

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Test Mobvoi TicPods Free
  • 9.1/10
    Hardware - 9.1/10
  • 8.9/10
    Verarbeitung - 8.9/10
  • 2.9/10
    Software - 2.9/10
  • 9.5/10
    Funktionsumfang - 9.5/10
  • 8.9/10
    Sound - 8.9/10
  • 8.2/10
    Akku - 8.2/10
  • 8.3/10
    Preis/Leistung - 8.3/10
8/10

Kurzfassung

Nicht günstig aber gut. Die TicPods Free von Mobvoi bieten ein umfangreiches Angebot an Funktionen für 129 Euro und drei trendigen Farben. Der Sound der kabellosen In-Ear ist sehr ausgewogen und auch der Sitz kann überzeugen. Eine echte Alternative zu den Apple Airpods.

MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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