OnePlus 10 Pro: Warum wir vom Kauf abraten!

Das OnePlus 10 Pro hat es mit knapp einem Quartal Verzug geschafft auch globales Territorium zu betreten. Ab 899 Euro ist das vermeidliche Flaggschiff-Smartphone dann auch ab kommende Woche für den potentiellen Kunden verfügbar. Doch warum wir von einem solchen Kauf abraten, wollen wir euch in diesem Beitrag Kund tun.

 

OnePlus 10 Pro

Das OnePlus 10 Pro ist bei den entsprechenden Medien-Redaktionen schon ein paar Tage vor Ort und konnte sich demzufolge auch ersten Test-Szenarien unterwerfen. Und obwohl jene von der deutschen OnePlus-Presse-Abteilung regelrecht hofiert werden, sodass ein schlechtes Gewissen sich einstellen soll wenn man einmal etwas nicht so Positives über das Smartphone zu berichten hat, fallen die ersten Testberichte alles andere als wohlwollend aus. Doch was ist das Handicap des neuesten OnePlus-Flaggschiff.

Design

Nun – allen voran sei einmal festgehalten dass die Innovationskraft dieses Jahr stark nachgelassen hat. Ich weiß dass ich das auch im Langzeittest des OnePlus 9 Pro behauptet habe. Dieses wird es aber noch mal deutlicher. Dabei hat man der Rückseite offensichtlich ein neues Kamera-Design spendiert, welches mir sogar besser gefällt als beim Vorgänger. Kippeln tut es aber bei der Bedienung auf dem Schreibtisch liegend aber dennoch.

Die Stereolautsprecher gibt es auch dieses Jahr wieder, verdienen es aber nicht als „Stereo“ bezeichnet zu werden, da der untere (rechte) Lautsprecher lauter ist. Immer noch.

Display

Review OnePlus 10 Pro
© 2022 NextPit

Das 6,7 Zoll große Fluid-AMOLED-Display ist mit seiner 3.216 x 1.440 Pixel Auflösung 1:1 identisch zum Vorgänger. Das ist nicht tragisch, war es doch bereits Oberklasse. Dieses Jahr hätte man aber noch ein wenig an der maximalen Helligkeit zulegen können, so wie es der Wettbewerb auch tut.

Prozessor und Speicher

Mit dem Snapdragon 8 Gen 1 hat sich tatsächlich etwas beim OnePlus 10 Pro gegenüber seinem Vorgänger getan. Doch haben bereits mehrere Tests an anderen Smartphones gezeigt, dass wenn kein mechanischer Lüfter verbaut ist, wie es beispielsweise beim Nubia RedMagic 7 Pro der Fall ist, kann der SoC (System on a Chip) gar nicht seine volle Kraft entfalten. Bei einem sehr frühen Test des Xiaomi 12 Pro erhitzte die CPU (Central Processing Unit) nicht nur sehr stark auf über 47 Grad, sondern schaltete sich auch mal mitten im Real Racing 3 Rennen einfach aus. Stichwort Thermal-Throtteling.

OnePlus 10 Pro CPU
© 2022 NextPit

Die Gegenmaßnahme ist den Prozessor softwareseitig zu drosseln. Nur stellt sich dann die Frage wozu es denn der neueste Qualcomm-Prozessor sein muss, wenn er eh beschnitten wird? Richtig – nur für das Datenblatt. In Sachen Speicher hat sich ebenfalls nichts geändert. Man verweigert sich weiterhin der optionalen Speichererweiterung via microSD-Karte, womit aber das OnePlus 10 Pro keine Ausnahme bildet. Somit bleibt die Wahl zwischen 8/128 GB für 899 Euro oder 12/256 GB für 999 Euro. Ist das überhaupt eine Wahl? Wenn jemand nachhaltig sein nächstes Kauf plant wohl nicht.

Kamera des OnePlus 10 Pro

Während die Frontkamera von 16 auf 32 Megapixel (Sony IMX615) erhöht wurde, lassen die Ergebnisse eher das Gegenteil vermuten. Das könnte an dem erhöhten Sichtfeld liegen. In meinen Augen (ich konnte das nur kurz testen) fehlte es an der nötigen Farbdynamik im direkten Vergleich am Display.

Kaufberatung
© 2022 NextPit

Auf der Rückseite hat man zum einen auf den von vielen als unnötig bezeichneten 2 Megapixel auflösenden Monochrom-Kamera verzichtet. Während die 48-Megapixel-Hauptkamera samt Sony IMX789 Sensor und die 8-Megapixel-Telezoom-Kamera identisch geblieben ist, hat man der 50 Megapixel-Ultra-Weitwinkel-Kamera neue Linsen und anstelle des IMX766 einen ISOCELL JN1 von Samsung spendiert.

Und das war vermutlich der größte Fehler den man begehen konnte und auch bei meinen Kollegen zu größter Kritik führt. Nicht nur das die Farben wie bei der Frontkamera unnatürlich wirken, es ist auch deutlich das „zurück gerechnete“ Ergebnis der 150 Grad Fisheye-Linse zu erkennen. Die Ränder fransen regelrecht aus. Da hatte die „Freeform-Linse“ des OnePlus 9 Pro für deutlich bessere Fotoergebnisse gesorgt und tut es auch noch heute.

© 2022 NextPit

Das Fazit des OnePlus 10 Pro

(Beziehungsweise warum wir vom Kauf abraten)

Es ist natürlich nicht alles schlecht am OnePlus 10 Pro. Es gibt ein paar Punkte die ich durchaus positiv hervorheben möchte. Da wären der höher positionierte Fingerabdrucksensor zu nennen, der mich bei meinem 9 Pro gerade im Einhand-Modus ab nervt. Weiterhin ist die Akku-Kapazität gestiegen und auch die Ladeleistung ist auf 80 Watt gestiegen. Wenngleich ich die auf dem MWC 2022 angeteaserten 150 Watt vermisse.

Weiterhin ist dem Konzern anzurechnen das man den Preis stabile gehalten hat, wenngleich 999 Euro – denn darauf läuft es ja hinaus – kein Schnapper sind. Angesichts der Herkunft schon ein wenig schade. Dann muss man dem Konzern seine Update-Politik positiv anrechnen. Davon hat aber das OnePlus 9 Pro genauso viel wie das 10 Pro. Ein Fail ist die entzogene IP-Zertifizierung. Vermutlich ist auch das 10 Pro weiterhin genauso dicht, aber man macht einen Nachfolger nicht schlechter. Und genau das ist unter dem Strich meiner Meinung nach der Fall.

OnePlus 10 Pro Kaufberatung
© 2022 NextPit

Meine Empfehlung: wer Wert auf die Kamera legt, kauft sich das Oppo Find X5 (zum Test). Wer einfach nur ein Smartphone der Flaggschiffklasse ohne Abstriche besitzen möchte dürfte mit dem OnePlus 9 Pro aktuell einen echten Schnapper machen. Da lassen sich bei Amazon* einfach mal eiskalt 200 Euro sparen.

Ansonsten werden wir entweder alle vermissten Features in dem kolportierten OnePlus 10 Ultra finden oder OnePlus wird in der Flaggschiffklasse Oppo weichen und sich auf seine Nordmänner konzentrieren.

[Bildquelle: OnePlus | NextPit]
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OnePlus 9 Pro im Langzeittest: Stillstand auf hohem Niveau

 

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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