Android 4.4 KitKat und der Ärger mit der MicroSD

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Android 4.4 KitKat

Eigentlich sind Updates für das Betriebssystem eine tolle Sache, insbesondere Android 4.4 KitKat hat einige nützliche Optimierungen und Features unter der Haube. Aber trotzdem ist nicht jedes Update auch ein Segen, was Besitzer eines Galaxy Note 3 derzeit erfahren müssen. So viel sei gesagt: Samsung kann nichts für die Sache mit der MicroSD.

Google hat einiges mit Android 4.4 KitKat verbessert, was insbesondere den leistungsschwächeren Geräten zu Gute kommt. Der Ressourcenverbrauch von Apps und dem System selbst hat der Konzern ordentlich nach unten geschraubt, sodass selbst Smartphones mit nur 512 MB RAM ganz gut mit der neusten Android-Version zurecht kommen. Trotzdem ist nicht alles Friede,Freude,Eierkuchen mit der neuen Version, was in erster Linie die glühenden Verfechter von MicroSD-Karten zu spüren bekommen. Eine kleine Änderung in den API-Richtlinien für Android 4.4 KitKat wird noch für einigen Ärger sorgen.

 

Android 4.4, Google und Verärgerung

Konkret aufgefallen ist der „Fehler“ dem Besitzer eines Galaxy Note 3, der voller Vorfreude das von Samsung angebotene Update auf die neuste Betriebssystemversion installierte. Gesagt getan aber nach dem ersten Neustart kam das böse Erwachen: Die MicroSD funktionierte nicht mehr so wie sie eigentlich sollte. Dateien lassen sich nicht mehr auf die MicroSD kopieren, verschieben oder bearbeiten, nur noch das reine Lesen von der MicroSD ist noch möglich. Schuld daran ist eine sehr fragwürdige Änderung in der Android-API.

Der Funktionsaufruf WRITE_EXTERNAL_STORAGE hat ab Android 4.4 KitKat nur noch für den internen (primären) Speicher Schreibrechte, auf einen externen (sekundären) Speicher kann das System nur noch lesend zugreifen. Warum genau Google diese seit Anbeginn von Android existierende Funktion wegstreicht, lässt sich beim besten Willen nicht erklären. Laut Tod Liebeck, Entwickler des FX File Explorer, lässt sich die Sache nur mit Root-Methoden wieder beheben aber das haben vermutlich die wenigsten Besitzer eines Galaxy Note 3: Root-Zugriff. Google beschreibt die API-Änderung von Android 4.4 KitKat übrigens folgendermaßen:

Restricting writes in this way ensures the system can clean up files when applications are uninstalled.

Deutsche Übersetzung:

Das Beschränken des Schreibens gewährleistet auf diesem Wege, dass das System Dateien bereinigen kann, sobald eine Applikation deinstalliert wird.

Ohne Zweifel dürfte diese Entscheidung Google noch einiges an Ärger bescheren, denn die Änderung stellt einen ziemlich großen Eingriff in die Usability dar. Das einfache Kopieren von Dateien auf die Speicherkarte über Netzwerk-Freigaben beispielsweise fällt damit flach, ebenso das Platz freischaufeln im internen Speicher gehört der Vergangenheit an. Allerdings ist das nur der Fall, wenn Hersteller nicht selbst Hand anlegen in diesem Teil von Android. Genau das was Samsung nicht gemacht hat, sehr zum Ärger der Nutzer.

Entweder muss hier Google mit einer Änderung der API reagieren oder Samsung ein entsprechendes Bugfix-Update.

 

Update

Ganz so schlimm wie zunächst gedacht scheint die Sache dann doch nicht zu sein. App-Entwickler können die Sache relativ einfach umgehen, indem sie den Quellcode ihrer Apps entsprechend den neuen API-Richtlinien von Android 4.4 KitKat anpassen. Die ganze Aufregung beruht im Wesentlichen auf der von Google verschwiegenen Neuerung. Trotzdem dürfte das nicht gerade für Freude unter den Nutzern sorgen, denn diese sind von Updates durch die jeweiligen Entwickler abhängig. Bleibt unterm Strich: Google muss die Kommunikation mit Entwicklern bei solch grundlegenden Dingen deutlich verbessern.

[Quelle: SmartDroid]

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Stefan

Stellvertretender Chef-Redakteur
Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

3 Kommentare

  1. roberto schreibt:

    Google will immer mit Überraschungen punkten. Diese gehen in letzter Zeit verdächtig oft nach hinten los. Warum man nicht eine beta für Entwickler zur Verfügung stellt, damit diese ihre Apps im Vorfeld anpassen können, bleibt Googles Geheimnis. Nicht alles ist in Cupertino schlecht, vor allem der Umgang mit den Entwicklern ist an einigen Stellen wesentlich besser.

  2. nolli-essingen schreibt:

    Man hat fast den Verdacht das Google versucht für die eigene Geräte ohne Zusatz-SD-Karte einen Marktvorteil zu erzwingenen. Es wäre ohne weiteres möglich gewesen bei Kitkat 4.4 in den Menueeinstellungen den zugriff auf SD-Karte zu erlauben oder nichtt.

  3. Pingback: Anonymous

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