Apple fordert heftige 40 Dollar pro verkauftem Samsung-Gerät

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Apple vs. Samsung

Seit nunmehr drei Jahren dauert der Milliardenschwere Patentprozess zwischen Apple und Samsung an, wo noch immer kein Ende auch nur annähernd in Sicht ist. Stattdessen setzt Kläger Apple weiter nach und fordert wie so oft finanzielle Entschädigung. Und genau diese treibt erstmals einen großen Befürworter des Konzerns auf die Seite des Beklagten.

Wann der Patentprozess zwischen Apple und Samsung ein Ende findet ist zum aktuellen Zeitpunkt beim besten Willen nicht zu sagen. Beide Konzerne sind entschlossen den Weg bis zum allerletzten Punkt weiter zu gehen, bis man entweder Recht bekommen hat oder doch untergeht. Manchmal tauchen ein paar Details zu dem Prozess auf, wie es aktuell der Fall ist. Was allerdings der Konzern von CEO Tim Cook in einem Gerichtsprotokoll fordert ist einfach nur abgehoben und vollkommen realitätsfern. Das sieht übrigens auch Patentexperte und Lobbyist Florian Müller von FOSS Patents so, der bisher auf Seiten von Apple stand.

 

Apple ist total abgehoben

Laut diesem Protokoll fordert der Konzern mit Sitz in Cupertino satte 40 US-Dollar für jedes verkaufte Samsung-Gerät. Und das für gerade mal lächerliche fünf Patente, bei denen es sich um Trivial- und Software-Patente handelt und nicht wirklich neuartige Technologien. Die Patente beschreiben die Autovervollständigung bei Texteingabe, der Eingabe von Telefonnummern, einer systemweiten Suche, der Datensynchronisation und dem berühmt-berüchtigten Slide to Unlock. Alles nichts gerade weltbewegendes, was wirklich geschützt werden müsste um jeden Preis. Um Florian Müller mal zu zitieren (übersetzt von uns):

40 US-Dollar pro Gerät. Für fünf Software-Patente. Ich brauch eine Pause. Realitätsverzerrung ist pure Untertreibung.

Wenn schon ein sonst Apple-unterstützender Lobbyist die Welt nicht mehr versteht in dieser Sache, dann muss wirklich was im Argen sein. Würde Samsung rein hypothetisch der Forderung zustimmen, dann müsste alleine für das Galaxy S4, dass sich mehr als 40 Millionen Mal in den ersten sechs Monaten verkauft hat, satte 1,6 Milliarden US-Dollar an Lizenzkosten bezahlt werden. Für fünf mickrige Patente, die wenig wirklichen Erfindungsgeist erfordert haben dürften!

 

Teure Entwicklung

Florian Müller geht sogar soweit, eine waschechte Milchmädchenrechnung nach Vorbild von Apples Vorstellungen aufzustellen. Runtergerechnet ist jedes der fünf Patente 8 US-Dollar „wert“. Nimmt man die etwa 125.000 geschätzten Patente her die in einem modernen Smartphone stecken und berechnet diese jeweils mit 8 US-Dollar, dann müsste ein Hersteller für ein einziges Smartphone eine ganze Million US-Dollar an Lizenzkosten abgeben. Glücklicherweise ist das nicht der Fall aber Apple wird trotzdem bei seiner Forderung von 40 US-Dollar pro verkauftem Gerät bleiben.

Aber nicht nur Apple selbst muss sich Kritik von Müller gefallen lassen. Auch Richterin Lucy Koh, die in dem Prozess seit drei Jahren den Vorsitz bekleidet, kommt nicht viel besser weg. Müller kann beispielsweise nicht nachvollziehen, wie Richterin Koh eine dermaßen offensichtlich überzogene Forderung überhaupt für das Verfahren zulassen konnte. dabei geht Apple langsam die Zeit aus, wie erst kürzlich bekannt wurde.

[Quelle: WinFuture]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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