Holoportation: Microsoft teleportiert mit der HoloLens

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Microsoft HoloLens

Mit den virtuell erschaffenen Welten der HoloLens, die einfach über die reale Welt über ein spezielles Display gelegt werden, hat Microsoft bereits Millionen Menschen beeindrucken können. Nun hebt der Redmonder Software-Konzern das Ganze auf ein neues Level mit der Holoportation. Teleportation ist schon jetzt möglich – wenn auch bisher nur virtuell.

Genau genommen ist es aber eben dies, was die Forschungsabteilung von Microsoft mit der HoloLens (zum Beitrag) derzeit angestellt hat. Mit dem Unterschied, dass der physische Körper des Objektes oder der Person Tausende von Kilometern entfernt sein kann, während man selbst in einem Konferenzraum mit der betreffenden Person oder dem Objekt interagiert.

So gesehen passt der Vergleich zur Teleportation eines Körpers dann doch wieder nicht, tut das Ganze aber nicht minder beeindruckend erscheinen.

Digitales Teleportieren mit der HoloLens

Realisiert wird das Holoportieren vom Prinzip her mittels sechs einzelner Kameras, welche das zu „teleportierende Objekt“ von insgesamt sechs Seiten aus aufnehmen. Das Videosignal wiederum wird direkt in das Sichtfeld des HoloLens Trägers projiziert. Auf Grund der noch aktuellen technischen Limitierungen der HoloLens wird das Bild in die Mitte des Sichtfelds projiziert und wirkt daher so, als ob die holoportierte Person im Raum schweben würde. Oder direkt in der Couch oder dem Tisch steht, je nachdem wo man sich gerade befindet.

In dem nun veröffentlichten Video des Teams ist zu sehen, wie sich Sharami Izradi als Leiter des Interactive 3D Technologies Teams in einem komplett virtuell erstellten Raum bewegt. Nach einer kurzen Einführung wird auch schon Sergio Orts Escolano live eingeblendet, um die schnelle Reaktion des Systems zu demonstrieren. Im weiteren Verlauf werden noch ein digitaler Overlay und sogar das 3D-Klonen in Echtzeit inklusive aller Bewegungen demonstriert. Sogar Shahrams Tochter hat einen kleinen Auftritt, um eine weitere Funktion von Holoportation der Microsoft HoloLens zu demonstrieren.

Trotzdem kann man mit den holoportierten Personen ganz normal interagieren und sich mit ihnen unterhalten. Selbst frei im Raum bewegen können sich die Personen, ohne das die Kamera-Konstruktion den Fokus verliert.
Einzig Gerüche kann das Projekt nicht übertragen – aber das will man ja auch nicht unbedingt immer.

Genauere Angaben zu dem speziellen Kamera-Setup hat das Interactive 3D Technology Team von Microsoft Research nicht verraten. Mehr als die Bewegungen der Personen und Objekte in Echtzeit aufgenommen, verarbeitet und übertragen werden, verriet das Team nicht. Das umfasst auch die Voraussetzungen zur Verkabelung und benötigten Übertragungsgeschwindigkeit der Daten. Da insgesamt sechs Kameras ein relativ hochauflösendes Bild aufnehmen, dürften dabei ziemlich viele Daten gleichzeitig anfallen.

The Future is now

Ihren ersten öffentlichen Einsatz hatte das Projekt rund um Holoportation bereits während der TED 2016 Konferenz, als sich Alex Kipman als Leiter des HoloLens Projektes live auf der Bühne über seine Microsoft-Brille mit dem NASA-Wissenschaftler Jeff Norris unterhielt. Natürlich in augmentiertem 3D, welches die Konferenzteilnehmer über die speziellen HoloLens-Kameras verfolgen konnten.

Während des Interviews erklärte der Wissenschaftler, wie die NASA Microsoft’sche Technologie für ihre Forschungen rund um mögliche Weltraum-Missionen nutzt, Stichwort extra-terrestrische Lebensräume. Ein für sich allein genommenes Thema wird dadurch umso interessanter.

Es gibt auch Schattenseiten

Jedoch dürfte die Technologie selbst noch Jahre entfernt sein, bevor sie alltagstauglich wird. Immerhin ist die AR-Brille von Microsoft selbst noch mitten in der Entwicklungsphase und ist lediglich für Finanzkräftige Entwickler zu haben. Ein offizielles Dev-Kit mit Software, SDK und der Brille selbst kostet nicht gerade günstige 3.000 US-Dollar (zum Beitrag). Kommende Woche soll die Auslieferung der ersten Dev-Kits beginnen.

Insofern wird es noch eine Weile dauern, bevor das Holoportieren zum üblichen Geschäftsalltag gehört.
Auch wenn dies durchaus verlockende Aussichten sind, wenn man sich mit Hilfe der Microsoft HoloLens direkt mit seinem Büro in Übersee verbinden kann, so gibt es auch gewisse Nachteile.

Denn so gut und realistisch die Technik auch sein mag, sie wird in vielen Branchen den Besuch vor Ort nicht ersetzen können, um nach dem Rechten zu sehen. Der Sichtweite und Bewegungsfreiheit sind zum Beispiel auch Grenzen gesetzt.

[Quelle: Microsoft Research | via MobileGeeks]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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