LiFi: Datenübertragung mit Licht jederzeit

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LiFi Licht zur Datenübertragung

Drahtlose Datenübertragung könnte bald neue Maßstäbe bekommen, denn die neue Technologie namens LiFi könnte WiFi Konkurrenz machen und das mit einem ganz einfachen Prinzip und quasi unbegrenzten Ressourcen. Zumindest von der Theorie her.

Licht ist ein Medium, welches in der Theorie unbegrenzte Wege zurücklegen kann, sofern es auf keinerlei Hindernisse trifft. Genau damit beschäftigen sich Forscher und haben schon einige vielversprechende Erfolge verzeichnen können. VLC (Visible Light Communication) nutzt Lichtimpulse um Daten übertragen zu können. Dies wird mit einer neuen Generation von hochhellen Leuchtdioden realisiert, dass dahinterstehende Prinzip ist denkbar einfach: Licht an heißt 1 und Licht aus 0.

 

Die Schnelligkeit des Lichtes

Indem die Dioden extrem schnell reagieren ist es möglich, Daten einfach per Licht zu übertragen. Einer der größten Vorteile ist, dass Licht, sofern es auf keine anderen Stoffe stößt, quasi unendlich weit übertragen werden kann und das auch noch verdammt schnell. Für das menschliche Auge ist das Flackern der Leuchtdioden zum Beispiel schlichtweg nicht sichtbar.

An den Universitäten im britischen Oxford und im schottischen Edinburgh werden unterschiedliche Varianten getestet, einmal mit mehreren parallelen LEDs die gleichzeitig Daten übertragen können und andererseits mit LEDs in rot, grün und blau, welche unterschiedliche Lichtfrequenzen verwenden. Jede Lichtfrequenz entspricht dabei einem anderen Datenkanal.

LiFi nennt man inzwischen diese Technologie und unter Laborbedingungen wurden bereits sehr hohe Datenraten erzielt. In Berlin am Heinrich-Hertz-Institut beispielsweise wurden unter Laborbedingungen bereits Übertragungsraten von bis zu 500 Megabyte pro Sekunde erreicht und das mit einer Standard-Weißlicht-LED. Eine Spin-Off-Firma soll im kommenden Jahr bereits die ersten VLC Transmitter verkaufen, welche mit bis zu 100 Megabyte pro Sekunde Daten übertragen können.

 

LiFi als der Heilsbringer?

2009 warnte die US-amerikanische Zulassungsbehörde für Kommunikationstechnik FCC vor einem Engpass bei den Frequenzen, da der mobile Datentransfer langsam Bandbreiten von Radiosendern einnimmt und somit irgendwann keine Frequenzen mehr frei sein werden. LiFi könnte dieses Problem lösen, zumal schon viel Infrastruktur vorhanden ist. Harald Haas der schottischen Universität Edinburgh formuliert die Annahme konkreter:

Es gibt weltweit bereits 14 Milliarden Glühlampen, welche nur mit LED-Sendern ersetzt werden müssten.

Er meinte auch, dass die LiFi Technologie 10 mal günstiger sei als das herkömmliche WiFi, wie wir es bereits kennen und nutzen. Es nutzt eben Licht anstatt Hochfrequenzsignalen und kann somit in Bereichen verwendet werden, wo vorher kaum die Möglichkeit bestand oder die Verwendung zu gefährlich war. Beispielsweise wäre LiFi in Flugzeugen bedenkenlos einsetzbar und auch unter Wasser, wo WLAN überhaupt nicht funktioniert. Die größte Schwierigkeit besteht wohl darin, dass zwischen Sender und Empfänger von LiFi immer ein direkter Sichtkontakt sein muss, was das Signal aber wiederum sicherer macht. Mark Leeson der Universität Warwick meint dazu:

Es gibt noch einen sehr frühen Hype um LiFi und es gibt einige sehr gute Anwendungsbereiche, aber ich bezweifle, dass es ein Allheilmittel sein wird, es wird nicht so schnell alles ersetzen.

[Quelle: NewScientist]

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Alexander ist Internetjunkie und Android Fanboy ;), der auch etliche Social Networks unsicher macht und ständig auf dem neusten Stand der Technik sein will. Beruflich ist Alex als Softwaretester unterwegs und Musikliebhaber ist er auch noch.

Ein Kommentar

  1. Stefan schreibt:

    Hm. Wo ist die wirkliche Neuigkeit? Das Prinzip ist uralt: In Glasfasern wird Licht schon lange zur Datenübertragung im Höchstgeschwindigkeitsbereich verwendet. Und lokale drahtlose Kommunikation in störsignalbelasteten Räumen (industrielles Umfeld) wurde vor Jahren bereits per Infrarot realisiert, allerdings mit eher niedrigen Datenraten.

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