[Test] LG Lifeband Touch – Braucht man das oder kann das weg?

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LG Lifeband Touch

Fernab des üblichen Marketinggeschehen hat der südkoreanische Hersteller mit dem LG Lifeband Touch ein optisch ansehnliches Fitness-Armband auf den Markt gebracht, welches auf den ersten Blick an die Samsung Gear Fit erinnert. Doch bietet es auf dem zweiten Blick auch den selben Funktionsumfang oder sogar mehr? Ein android tv Alltagstest des LG Lifeband Touch soll Klarheit schaffen.

Markteinführung

LG Lifeband Touch Test

Samsung hat zum MWC 2014 in Barcelona – zur Überraschung aller – neben dem aktuellen Smartphone-Flaggschiff, dem Samsung Galaxy S5, auch gleich mit der Gear Neo, Gear 2 und der Gear Fit, 3 SmartWatches für Fitness bewusste Anwender vorgestellt. Gerade die Samsung Gear Fit wusste aufgrund ihres gebogenen schmalen Display zu gefallen (zum Testbeitrag). Logisch das LG dem in nichts nachstehen durfte.
Und so kam was kommen musste: Neben der LG G Watch stellte LG relativ unbemerkt und weniger stark beworben das LG Lifeband Touch vor, dass laut eigenen Angaben ein Fitnessarmband mit 3-Achsen-Beschleunigungsmesser, Kalorienanzeige, Herzfrequenzanzeige und Bluetooth 4.0 ist. Auch wenn das Lifeband Touch nicht als SmartWatch verkauft wird, liegt sie mit einem aktuellen Preis von 179 Euro nicht weit von der Samsung Galaxy Fit mit 199 Euro UVP entfernt und kann mit ähnlichen Zusatzfunktionen wie der Anzeige von eingehenden Anrufen, Weckalarmen, SMS- und anderen Benachrichtigungen dienen.

Lieferumfang

Neben einen in unseren Augen ungerechtfertigten hohen Anschaffungspreis, steht der interessierte Kunde beim Kauf vor einer weiteren langfristigen Entscheidung. Das LG Lifeband Touch ist ein fast starrer Armreif der in 3 Größen angeboten wird. Medium (166 mm Umfang), Large (181 mm Umfang) und Extra-Large mit einem Umfang von 196 mm.
Ein weiterer Nachteil gegenüber seinen Mitbewerber ist, dass das Fitnessarmband nicht über einen Pulssensor verfügt. Es muss also ein Brustgurt von Polar, wahoo und Zephyr oder dem in Kürze zu erwartenden In-Ear Kopfhörer LG Heart Rate Earphone zusätzlich erworben werden.
Neben dem eigentlichen LG Lifeband Touch in der gewählten Größe, gibt es ein Ladegehäuse, ein USB-Class-A auf Micro-USB Ladekabel und eine Kurzanleitung. Eine ausführliche Anleitung findet man im Internet leider nur in Englisch. Das Armband lässt sich nicht auswechseln und ist ausschließlich in der Farbe Schwarz erhältlich.

Technische Daten

  • Gewölbtes OLED-Display
  • Spritzwassergeschützt
  • Beschleunigungssensor (3 Achsen), Höhenmesser, Vibrationsfunktion
  • Akku: Li-Polymer Batterie 90 mAh
  • Akkulaufzeit: Normale Nutzung: 3-4 Tage, geringe Nutzung: bis zu 5 Tage
  • Maße: 73 x 59 x 12 mm – 118 g
  • Bluetooth® 4.0 L
  • UVP: 169 Euro

Software

Um das LG Lifeband Touch im vollen Umfang zu nutzen benötigt es die kostenlose Applikation „LG Fitness“ die es im Apple App Store oder im Google Play Store gibt. Daraus ergibt sich ein Vorteil gegenüber den meisten anderen SmartWatches, sie ist mit Apple Devices ab iOS 6 und Android Smartphones ab Android 4.3 Jelly Bean kompatibel. Nein eine kleine weitere Einschränkung gibt es noch: Das Gerät muss über das energiesparende Bluetooth 4.0 verfügen, welches interessanterweise von dem LG G2 mini nicht unterstützt wird.

LG Fitness
Preis: Kostenlos

Die Software erscheint auf dem ersten Blick etwas unübersichtlich, was aber schlussendlich dem umfangreichen Anwendungsgebieten geschuldet ist. Zur Nutzung benötigt der Nutzer ein LG Konto, was daraus resultiert das sämtliche Daten auf LG Server gespeichert werden und so auch bei Gerätewechsel nicht verloren gehen. Laut LG Deutschland werden bei Löschung des Accounts auch sämtliche Daten gelöscht.
Die auf dem Smartphone installierte Software LG Fitness kann in Bluetooth-Verbindung mit dem LG Lifeband Touch auch GPS-Daten aufzeichnen und uns so eine ausführliche Auswertung unseres Trainings darstellen. Denn bei der Erstinstallation fragt uns die App ein paar persönliche Daten ab, mithilfe dessen unser täglicher abzutrainierender Kalorienverbrauch, inklusive Trainingsart empfohlen wird.
Auf 2 Punkte möchten wir noch hinweisen, die bei der LG Fitness App deutlich besser gegenüber der Samsung S-Health gelöst sind. Zum einen gibt es bei der Wahl des Workouts wesentlich mehr Möglichkeiten und zum anderen ist einem die Entscheidung zur Musik-App frei gestellt. Beides Dinge die Samsung noch nachbessern muss. Dafür kann S-Health aber auch bei dem Thema Ernährungs- und Schlafaufzeichnung zur Seite stehen – Features die wir so bei der LG Fitness Applikation als auch dem Fitnessband vermisst haben.

Im Einsatz

Die Bedienung des touchfähigen OLED Displays ist übersichtlich in 3 – durch den LED-beleuchteten Hardwarebutton – wechselbaren Ebenen unterteilt. Der Zeit-Ebene, der Aktivitäts-Ebene und der Musikkontroll-Ebene. Jeder der 3 Modies verfügt dann über weiterführende Anzeigen die via „Swipe-Geste“ auf dem Display aufgerufen werden können. Ebenfalls lässt sich das Fitnessarmband auch via typischer Gestenbewegung zur Anzeige der Uhrzeit aktivieren.
Ebenso unterstützt das LG Lifeband Touch die Alarmierung durch das Vibrieren, wenn sie die Verbindung zum Smartphone verliert. Was im Grunde eine sinnvolle Funktion ist, stellte sich im Alltag als lästig heraus, da die Reichweite nur zwischen 5 und 7 Meter beträgt, was bei einem häufigen Zimmerwechsel echt nerven kann. Unabhängig davon, dass es unnötig Akkukapazität verbraucht.
Apropos Akku, dieser hielt in unserem Test ausgesprochen lange mit nur einer Ladung aus. Hier wurden teilweise Spitzenwerte von 6 Tagen erreicht, von denen die Mitbewerber außer einer Pebble nur träumen können. Eigentlich schade, denn ist gerade dies das k.o. Kriterium Nummer 1 gegen den Kauf einer SmartWatch. Aber hier kann das LG Lifeband Touch deutlich punkten.

Wie auch die anderen Mitbewerber hat das Fitnessarmband von LG mit der Ablesbarkeit in der freien Natur zu kämpfen. Auch hier ist die große Ausnahme die Pebble mit ihrem E-Ink-Display (zum Testbeitrag). Dafür bietet aber das Band rund um den Hardwarebutton eine Multicolor LED, die durch insgesamt 15 unterschiedlichen Darstellungen über sämtliche Aktionen zusätzlich informiert.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die fehlende IP67 Zertifizierung. Das LG Lifeband Touch ist zwar laut eigenen Aussagen Spritzwasser geschützt hatte jedoch bei einem Joggingeinsatz unter strömenden Regen nicht standhalten können. Das Band funktionierte wohl noch einwandfrei wie die Übertragung der Trainingsdaten und Vibrationen bestätigten, aber das Display war für eine Nacht außer Kraft gesetzt. Für ein Gadget, welches im Grunde rund um die Uhr getragen werden sollte und primär zum Trainieren mit Schweißbildung konzipiert wurde, unserer Meinung nach ein No-Go.

Fazit des LG Lifeband Touch


Mit einem aktuellen (07/14) Verkaufspreis von 179 Euro bietet das LG Lifeband Touch zu wenig gegenüber seinen Mitbewerbern wie der Samsung Gear Fit SmartWatch. Auch wenn das Fitnessarmband stylisch daher kommt, über eine überragende Laufzeit pro Ladezyklus verfügt, so sind im Endeffekt der fehlende Wasserschutz, die festgesetzte Größe des nur in Schwarz erhältlichen Armband und der fehlende Herzfrequenzsensor Argumente gegen einer solchen Anschaffung. Um mit den Worten der Überschrift diesen Testbeitrag abzuschließen: Das LG Lifeband Touch braucht man zu dem Preis auf keinen Fall. Bei einem Preis von 89 Euro würden wir dem Fitnessband eine 2. Chance geben.

PRO

  • Lange Laufzeit
  • Android & iOS kompatibel
  • stylische Optik

Contra

  • Kein IP 67
  • Feste Größen
  • Kein Pulssensor
  • Preis

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Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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