Vorschriften für Android: Entweder alle Google-Apps oder keine Lizenz

Geschrieben von

Google Mobile Services, Android und der MADA-Vertrag

Dieser Tage kommen immer mehr Details zum Vorgehen von Google ans Tageslicht, was alles für eine Lizenzierung der Google Mobile Services und damit der Attraktivität der Android-Plattform getan werden muss. Ein nun aufgetauchtes Dokument zeigt, wie Google Unternehmen – in diesem Falle HTC – an sich und seine Android-Plattform bindet.

Das Android nicht wirklich Open Source ist, zumindest der Teil den wir jeden Tag für gewöhnlich nutzen, wurde gestern von Ron Amadeo aufgedeckt. Ohne die Google Mobile Services hat Android kaum noch etwas mit dem System zu tun, das wir lieben und zu schätzen gelernt haben. Überhaupt wird so einiges aufgedeckt in letzter Zeit, wie Google seine Hardware-Partner mehr und mehr an Android fesselt, damit der Erfolg der Plattform nicht so schnell aufhört. Dazu gehört unter anderem die bereits angesprochene Zertifizierung für die Google Mobile Services, die in den letzten Wochen deutlich verschärft wurde. Und nun gibt es einen halbwegs aktuellen Vertrag, was Google so alles von seinen Partnern fordert.

 

Zwangsjacke made by Google

Dieses sogenannte Mobile Application Distribution Agreement kurz MADA hält fest, nach welchen Regeln und Vorschriften die Hardware-Partner agieren müssen, wollen sie Android und die Google Mobile Services nutzen. Das von Ben Edelman veröffentlichte Dokument stammt von HTC aus dem Jahr 2011 und gibt weitere Einblicke in das System hinter Android. Unter anderem schreibt Google vor, dass alle Android-Apps der Google Mobile Services installiert sein müssen und nicht nur Teile davon. Nur der Play Store beispielsweise ist verboten aber es gibt auch Ausnahmen für Apps, zum Beispiel Google Earth.

Außerdem muss der Network Location Provider von Google auf den Android-Geräten installiert sein. Das die Google-Suche als Standard definiert sein muss dürfte auf der Hand liegen und vermutlich vom Großteil der Nutzer auch so begrüßt werden, schließlich ist die Google-Suche eine der besten überhaupt auf dem Markt. Weiterhin schreibt das MADA vor, dass sowohl die Google-Suchleiste als auch der Google Play Store direkt nach dem ersten Starten und Entsperren erreichbar sind, bzw. maximal mit einer Aktion vom ersten Homescreen aus zu erreichen sein müssen.

 

Was darf und was nicht darf

Weiterhin schreibt der Vertrag Android-Herstellern vor, dass sie jeden Monat diverse Verkaufsstatistiken der Hardware-Partner haben wollen. Also wie viele Smartphones oder Tablets in welchen Regionen der Welt verkauft wurden. Theoretisch könnte Google mit diesen Statistiken Handel betreiben, immerhin dürfte niemand dermaßen genaue Zahlen haben wie Google. Übrigens gehört zu dem MADA auch die Vorschrift, dass Hersteller nicht zu sehr in die Oberfläche von Android eingreifen dürfen, was während der CES 2014 zu einem kleinen Krach mit Samsung führte.

Letzten Endes kann man eigentlich nur noch festhalten, dass die Android-Plattform in ihren Grundzügen nach wie vor offen und Open Source ist. Nur hat es Google mit Methoden wie dem MADA oder der Zertifizierung für die Google Mobile Services geschafft, diese unverzichtbar zu machen für Hersteller von Android-Geräten. Da kommt einem unweigerlich das Unternehmensmantra „Don’t be evil“ in den Sinn, oder? Andererseits hat die Auslagerung von immer mehr Kern-Funktionen in die Google Mobile Services auch wieder einen Vorteil: Diese können recht einfach über den Google Play Store aktualisiert werden.

[Quelle: AndroidAuthority]

The following two tabs change content below.
Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*


198 Abfragen in 0,428 Sekunden