Windows 10 Insider Preview: Großes Update mit neuem Startmenü

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Microsoft Windows 10

Erst gestern hatte Microsoft mit der Insider Preview Build 14327 ein umfangreiches Update für Windows Smartphones veröffentlicht und heute ist bereits mit der Build 14328 auch für den Windows-PC eine neue Version verfügbar. Microsoft selbst spricht sogar von einer Haupt-Version, was bei dem Blick auf die Menge an Neuerungen absolut gerechtfertigt ist.

Das Update selbst ist bisher nur im Fast Ring des Windows Insider Programms verfügbar und hievt die Version von Windows 10 wie gesagt auf die Build 14328. Unter anderem halten weitere auf der BUILD 2016 vorgestellte Neuerungen des großen Anniversary Updates (zum Beitrag) Einzug im Insider Programm und für Desktop-Rechner ist dies unter anderem Windows Ink.

Doch zuvor sei die Warnung ausgesprochen, dass es deutlich stärker zu unerwarteten Fehlern als üblich kommen kann. Grund dafür sind laut Gabe Aul als Leiter des Windows Insider Programms der Umfang an geändertem Quellcode. Etliche Stellen des Betriebssystems sind komplett umgeschrieben worden, weswegen es auch deutlich stärker zu Fehlern kommen kann. Wer dies nicht riskieren will – auf einem Produktiv-System hat eine Insider Preview sowieso nichts zu suchen – sollte entweder in den Slow Ring wechseln oder diese Build auslassen.

Windows 10 mit Stift-Support und Startmenü

Die größte Neuerung ist wie bereits erwähnt unter anderem Windows Ink. Damit wird die Unterstützung für einen Stylus als Eingabe-Gerät insbesondere auf den Surface-Modellen stark verbessert, was deren Funktion und Möglichkeiten anbelangt. Unter anderem kann man ein digitales Lineal zum Zeichen für gerade Linien verwenden, zum Ausmessen von Entfernungen oder auch einfach nur zum direkten Schreiben auf dem Touchscreen. Windows Ink wird zudem in zahlreichen Microsoft-eigenen Apps wie Microsoft Office, dem Microsoft Edge Browser oder Microsoft Maps integriert sein.

Bei Geräten mit einem Aktiv-Stylus wie das Surface Pro 4 oder Surface Book, ist Windows Ink bereits ab Werk aktiviert. Ohne einen Aktiv-Stylus ist das zugehörige Icon in der Taskbar gar nicht erst sichtbar. Per Rechtsklick auf die Taskbar und „Zeige Windows Ink Workspace-Button“ kann man die Funktion aber auch ohne gekoppelten Aktiv-Stylus ausprobieren.

Die zweite große Neuerung ist das Startmenü, welches nun nicht nur einen schnelleren Zugriff auf alle installierten Apps und Programme bietet, sondern auch mit einem dreispaltigen Layout (zum Beitrag). In der ersten (ausklappbren!) Spalte gelangt man zu den Einstellungen rund um den Windows 10 PC oder das eigene Nutzer-Konto, während in der zweiten Spalte alle Programme alphabetisch sortiert aufgelistet werden. Die dritte und größte Spalte wiederum umfasst alle festgepinnten Elemente, egal ob Apps, Medien oder Ordner.

Neu ist zudem, dass der Datei Explorer und das Power-Menü direkt im Startmenü selbst erreichbar sind.

Tablet-Modus und Cortana aufgebohrt

Neben den allgemeinen Verbesserungen bringt die Windows 10 Insider Preview Build 14328 auch für das Windows Tablet etliche Verbesserungen mit sich. Insbesondere im Startmenü ist dies nicht zu übersehen, da installierte Apps nun in einem Drei-Spalte-Raster dargestellt werden, um schneller zur gewünschten App zu kommen. Dafür ist allerdings im Gegensatz zum klassischen Desktop nach wie vor eine zusätzliche Touchscreen-Berührung notwendig, da auch weiterhin die Live Tiles im Tablet-Modus im Mittelpunkt stehen sollen.

Neu ist, dass man auf Wunsch im Tablet-Modus automatisch die Taskleiste ausblenden kann, um so das vollständige Display für Inhalte nutzen zu können. Per Wischgeste vom Rand herein lässt sich die Taskleiste wieder einblenden – zum Verstecken kommt dieselbe Geste zum Einsatz.

Auch Microsofts virtuelle Assistentin Cortana bekommt mit der neuen Insider Build 14328 neue Funktionen spendiert. Unter anderem lassen sich diverse Sprachkommandos nun im Sperrbildschirm nutzen – für sensitive Informationen oder Kommandos die eine App starten, muss das Windows 10 Gerät weiterhin entsperrt werden – neue Wege zum Erstellen von Erinnerungen mit Cortana, die Cross-Device-Kompatibilität die in der letzten Windows 10 Mobile Insider Build 14295 noch nicht funktionierte, eine tiefere Integration in Microsoft OneDrive oder der Start von Cortana, ohne diese vorher umfassend einrichten zu müssen.

Weitere Neuerungen

Neu ist auch, dass das Info Center nun die Anzahl an Benachrichtigungen für einzelne Apps anzeigen kann sowie das Icon der jeweils zugehörigen App hinter der Benachrichtigung. Außerdem werden nun auch auf dem Desktop mehrere Benachrichtigungen gruppiert anstatt einzeln angezeigt und Erinnerungen von Cortana tauchen auch im Info Center auf.

Für den Desktop neu sind auch die anpassbaren Quick Actions (zum Beitrag) sowie das WiFi Quick Tile, welches auf einem Windows 10 PC direkt zu den verfügbaren WLAN-Netzwerken und dem Ein-/Aus-Schalter führt.

Klickt man auf die Uhrzeit in der Taskbar, ist neben der Uhrzeit selbst und dem Datum auch ein Mini-Kalender mit Monatsansicht vorhanden sowie demnächst anstehenden Terminen. Außerdem ist die Uhrzeit in der Taskbar nun auch im Multi-Monitor-Betrieb auf allen Bildschirmen zu sehen. Gerade für Gamer ein nicht zu unterschätzendes Detail.

Weiterhin haben die Entwickler sich den Einstellungen angenommen, die Verwaltung installierter Programme weiter optimiert, die Auswahl von Audio-Ausgabe-Geräten direkt über die Taskbar implementiert, eine eigene Übersichtsseite für das Windows Insider Programm integriert, virtuelle Desktops per TouchPad-Geste realisiert, den Sperrbildschirm allgemein um neue Kontroll-Elemente für Medien erweitert, den UAC-Dialog verbessert, die Anmeldung erweitert (Windows Hello, PIN, Passwort, Zertifikat) sowie die Universal Windows App von Skype auf den neusten Stand gebracht.

Microsoft Bug Bash

Wie man sieht, ein wahrlich riesiges Update für die Windows 10 Insider Preview, die übrigens auch für Windows 10 Mobile freigegeben ist. Natürlich nicht mit all den Dingen die für Desktop-Nutzer verfügbar sind – immerhin gab es erst kürzlich mit der Build 14322 ein umfangreiches Update (zum Beitrag) –  aber bezüglich Cortana, dem Info Center und den Sperrbildschirm-Optimierungen sehr wohl.

Ab der kommenden Woche wird sich Microsoft ausschließlich auf das Finden und Beheben noch unentdeckter Bugs widmen, was als Bug Bash bereits eine kleine Tradition genießt. Dazu sind auch Nutzer der Insider Preview aufgerufen, welche dann an Microsoft gemeldet werden sollen, um diese anschließend zu beheben. Passend dazu wird es im Feedback Hub auch ein kleines Spielchen geben, bei welchem an vier Tagen jeweils ein anderer Bereich des Betriebssystems im Mittelpunkt steht. Die Details zu der Aktion werden kommende Woche bekannt gegeben im Feedback Hub selbst oder von Gabe Aul über dessen Twitter-Account.

[Quelle: Windows Blog | via WinFuture]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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