Windows Continuum: So entstand der Desktop-Modus für Windows 10 Mobile

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Das Microsoft Lumia 950 und Lumia 950 XL Verkaufsargument schlechthin ist die Windows Continuum Funktion, welche gemeinsam mit dem Display Dock das Windows 10 Mobile Smartphone zu einem vollwertigen Computer mutieren lässt. Das es nicht leicht war diese Funktion samt Universal Apps umzusetzen, hat Microsoft nun in einem Blogeintrag näher dokumentiert.

Was man bereits mit Windows Phone erreichen wollte, hat Microsoft mit der Vorstellung von Windows 10 Mobile nun tatsächlich geschafft: Eine Software-Plattform für PCs, Notebooks, Tablet-Modelle und Smartphones. Der Systemkern ist auf allen Geräten gleich und lediglich die Oberfläche ist je nach Gerät anders. Das zeigt unter anderem Windows Continuum, denn dadurch wird das Windows Smartphone mit dem passenden Display Dock (HD500) im Handumdrehen zu einem fast vollwertigen PC umfunktioniert.

So entstand Windows Continuum

Die Idee zu dieser besonderen Funktion kam Keri Moran und ihrem Team vor rund drei Jahren als man beobachtete, dass jeder sein Smartphone überall hin mitnehmen und fast alles damit erledigt. Nur wenn es in Richtung Büro-Anwendungen ging, griffen Smartphone-Nutzer lieber auf einen richtigen PC oder ein Notebook zurück. In Interviews fand Microsoft heraus, dass der Bildschirm einfach zu klein sei, um beispielsweise PowerPoint-Präsentationen für das nächste Meeting in der Firma zu erstellen. Auch die Bedienung mittels Maus und Tastatur war nicht gerade das, was man intuitiv und komfortabel bezeichnen würde.

Im selben Atemzug wurde jedoch auch genannt, dass sich viele der befragten Nutzer wünschen würden, dass man das eigene Smartphone an einen Monitor anschließen und den Inhalt auf diesem anschauen könnte – die Idee zu Windows Continuum und dem Display Dock war geboren.

Genau hier begannen jedoch die ersten technischen Schwierigkeiten bei der Realisierung, denn bisher gab es lediglich zwei Paradigmen, wie man einen sogenannten Second Screen anspricht:

  • Das Spiegeln des Smartphone-Bildschirm via WiFi-Direct auf einen Monitor
  • Den PC mit mehreren Monitoren verbinden

Im Endeffekt musste für Windows Continuum ein neues Design entwickelt werden, welches zwei verschiedene Ansätze benötigte – für das Smartphone und den Desktop-Modus. Schließlich wollten die befragten Nutzer ihr Smartphone weiterhin wie bisher verwenden und andererseits auf einem Monitor die gewohnte Desktop-Ansicht haben.

Das Killer-Feature von Windows 10 Mobile

Daraufhin begann die ausgiebige Phase der Prototyp-Entwicklung und der Realisierung, dass für Windows Continuum die native Unterstützung von Maus und Tastatur in Windows 10 Mobile implementiert werden musste. Nur reicht dies alleine nicht aus, denn auch die Apps müssen sich entsprechend anpassen lassen. Deswegen kann man die Wünsche der Nutzer auch zum Teil als den Grund der Einführung von Universal-Apps betrachten.

Den Rest der Entwicklung von Windows Continuum und dem passenden Display Dock kann man fast schon als Geschichte bezeichnen: Auf der Entwicklerkonferenz Microsoft BUILD 2015 zeigte man eine erste Vorschau der neuen Funktion und auf dem mittlerweile fast schon als legendär zu bezeichnenden Microsoft-Event rund um die Windows-10-Hardware, wie das Microsoft Surface 4 Pro, Surface Book oder das Microsoft Lumia 950 (XL) (zum Beitrag) gab es die ausführliche Demo.

Microsoft Word, welches auf dem Windows 10 Mobile Smartphone rudimentäre Funktionen bereitstellt und mittels Windows Continuum zur vollwertigen Textverarbeitung mit Desktop-Ansicht wird, rief eine Begeisterung hervor, die selbst das Team um Keri Moran nicht erwartet hatte.

Letztlich ist diese Funktion das Killer-Feature von Windows 10 Mobile schlechthin, was uns auch in unserem Langzeittest des Lumia 950 bei dem Erstkontakt durchaus begeistern konnte, aber dennoch in Sachen kabelloser Miracast Verbindung, Potential für Verbesserungen bietet. Welche das alle sind, könnt ihr im folgenden Artikel lesen:

Microsoft Lumia 950 Langzeittest: Teil 1- Der Erstkontakt

Umso spannender wird die Zukunft von Windows Continuum sein, wenn das Angebot an kompatiblen Universal-Apps weiter zunimmt. Denn so toll das Feature auch sein mag: Wenn es an Apps fehlt, ist auch die genialste Idee zum Scheitern verurteilt. Vielleicht hilft es ja weiter, wenn Microsoft die Funktion tatsächlich auch auf technisch etwas schwächer ausgestattete Windows Smartphones ausgedehnt wird (zum Beitrag), um die Verbreitung an Continuum-fähige Geräte an sich zu erhöhen. Denn bisher sind mindestens ein Snapdragon 808 oder Snapdragon 810 Voraussetzung, damit sich das Smartphone überhaupt als PC-Ersatz nutzen lässt.

Insofern darf man gespannt sein, was Windows 10 Mobile mit dem Redstone-Update so alles bereithalten wird. Den letzten Informationen zufolge wird bei diesem größeren Update, Windows Continuum unter Verwendung des HD500 Display Dock eine größere Rolle spielen (zum Beitrag).

[Quelle: Windows Blog | via AreaMobile]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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