Apple Keynote: 3 Abos und eine Kreditkarte

Mit Apple Arcade, Apple News+ und Apple TV+ stellte Tim Cook in Begleitung großer Hollywood-Prominenz drei neue Abonnenten-Dienste aus dem Bereich Games, Nachrichten und Video-Stream auf der ersten Apple Keynote 2019 vor. Doch einige Dinge, darunter die Apple Card, werden vorerst nicht nach Deutschland kommen.

 

Irgendetwas war auf der Apple Keynote, gestern im Steve Jobs Theater anders. Tim Cook präsentierte keine Hardware. AirPods und zwei iPads wurden bereits zuvor zwischen Tür und Angel präsentiert. Bis auf eine neue Kreditkarte, gab es ausschließlich nur neue Dienste. Der Apple CEO wurde bei seiner Präsentation nicht müde, immer wieder bekannt zugeben, dass Apple nicht an euren Daten interessiert ist. Apple wertet nicht aus was ihr mit Apple Card und Apple Pay kauft, nicht welche Zeitschriften ihr mit Apple News+ lest, nicht welche Spiele ihr mit Apple Arcade zockt und nicht welche Filme, Serien und Dokumentationen ihr euch über Apple TV+ anschaut. Apple finanziert sich nicht durch Werbung sondern durch monatliche Abonnenten-Einnahmen.

Apple News+

Den Anfang machte gestern Apple News+. Der kostenlosen News-App wird eine aufpolierte Version zur Verfügung gestellt, welche über 300 Magazine und Zeitungen aus allen Bereichen für monatliche 9,99 US-Dollar bietet. Für das Geld hat sich Cupertino auch ordentlich ins Zeug gelegt, was das Design anbelangt. Titelbilder sind beispielsweise animiert und auch der Aufbau scheint intuitiv. Mit dabei auch sonst kostenpflichtige Medien wie die LA Times, National Geographic, die Vogue und das Wall Street Journal.

Wie erwartet ist dieser Dienst für uns erst einmal uninteressant. Gestartet wird in den USA und Kanada, später Australien und Großbritannien.

Apple Card

Gleich darauf gab es von Apple die erste echte Kreditkarte – die Apple Card. Während ich persönlich das als Rückschritt ansehe, schließlich hilft uns doch Apple Pay nur mit dem Smartphone zu bezahlen, so wurde die aus Titan gefertigte Karte frenetisch gefeiert. Apple arbeitet hier in Kooperation mit Goldman Sachs und Master Card für eine weltweite Akzeptanz zusammen.

Die Apple Card kann direkt über das iPhone geordert werden und verfügt weder über eine CVC-Prüfziffer, Unterschrift, Bankleitzahl oder Kontonummer. Lediglich der Name des Besitzers ist eingelasert. Die passende App bietet eine Übersicht über Ein- und Ausgaben. Wenn gewollt farblich sortiert dach Warengruppen. Dabei entfallen auch kryptische Bezeichnungen der Händler. Noch einmal – Apple behauptet diese Daten weder einsehen zu können noch sie zu verwenden.

Mit einem Cashback-System gibt Apple Kunden, die mit der Karte bezahlen „Daily Cash“ in Höhe von maximal 2 Prozent zurück. Keine Punkte – bares Geld.

Auch die Apple Card ist ab Sommer 2019 den USA vorbehalten. Eine deutsche Verfügbarkeit sehen wir schon allein aufgrund des Reward-Programms nicht. In Deutschland sind die Kreditkarten-Gebühren deutlich günstiger als in den USA.

Apple Arcade

Auch Apple scheint die Abteilung Games auf den nächsten Level anheben zu wollen. Nachdem Microsoft erste Andeutungen in Richtung Project xCloud gemacht hat, Google seinen Game-Streamingdienst Stadia vorgeführt hat, sah sich auch Cupertino gezwungen nachzuziehen. Apple Arcade heißt die kostenpflichtige Abteilung im App Store, welche zum Start im Herbst 2019 über 100 exklusive Spieltitel bieten wird. Darunter „Beyond a Steel Sky“, „Lifelike“ und „Oceanhorn 2 „. Besonderheit gegenüber den Mitbewerbern: Alle Spiele lassen sich auch offline spielen! Wenngleich nur über ein Apple-Device, unabhängig ob iOS, tvOS oder macOS.

Die Chancen stehen nicht schlecht das auch wir von dem Game-Abonnement partizipieren dürfen. 150 Länder wurden für den Start angekündigt. Ein monatlicher Preis wurde jedoch nicht bekannt gegeben. Muss es aber gehen, da Apple wie bereits erwähnt keine Werbung oder In-App-Käufe anbieten wird. Hier wird Cupertino bestimmt vorab einen Blick auf die Konkurrenz und deren Preise werfen.

Hollywood präsentiert Apple TV+

Neben ein paar Ankündigungen im Bezug auf Apple TV und seinem US-only TV-Programm, dürfte die zukünftige Kompatibilität mit Smart TVs und dem Amazon Fire TV die interessanteste Message sein. Apple TV wird also irgendwann auch auf dem Smart TV von Samsung, LG, Sony und Vizio sowie den Amazon Fire TV-Produkten zu sehen sein. Ein wirklich unerwarteter Move! Preise und Verfügbarkeit? Unbekannt.

Im Vorfeld heiß diskutiert war jedoch der „Netflix-Killer“ wie der neue Video-Streamingdienst Apple TV+ gern auf dem Apple Campus genannt wird. Hollywood-Größen wie Steven Spielberg, Reese Witherspoon, Steve Carell, J.J. Abrams, Jennifer Aniston, Jason Momoa, Kumail Nanjiani und die große Oprah Winfrey, stellten ihre zukünftigen Apple-Eigenproduktionen vor. Darunter Dokumentationen, Serien, Thriller, Comedy und Kind-gerechter Content.

Die Chancen stehen auch hier nicht schlecht, dass auch Deutschland im Herbst 2019 mit von der Partie ist, wenn der kostenpflichtige Streaming-Dienst an den Start geht. Preise? Fehlanzeige. Auch hier schweigt sich Tim Cook aus. Ebenso ob über Apple TV+ ausschließlich Eigenproduktionen oder auch Lizenzierungen zu erwarten sind.

Das Fazit zur ersten Apple Keynote 2019

Zwei Stunden Unterhaltung die keineswegs langweilig waren. Wenngleich am Ende für uns nur wenig übrig bleibt. Ein Online Magazin mit kostenpflichtigen Inhalten aus Zeitschriften und Magazinen, welches hierzulande in diesem Jahr nicht mehr erscheint. Eine Kreditkarte im Zeitalter wo wir gerade bemüht sind uns an die Bezahlung mit dem Smartphone zu gewöhnen. Egal – auch nicht für uns.

Mit Apple Arcade und Apple TV+ zwei weitere Dienste für die wir ein monatliches kostenpflichtiges Abonnement abschließen müssen. Tatsächlich hat mich die Apple Keynote ein wenig wach gerüttelt und mich einmal nachrechnen lassen, wo ich bereits monatlich löhne. Da läppert sich ganz schön was zusammen und es gilt langsam zu sondieren, wofür ich am Ende des Monats alles bezahlen möchte. Muss es noch ein Gaming- und Video-Abo sein? Unter Umständen hat Apple zumindest im Video-Streaming den Anschluss verpasst.

Dennoch möchte ich den Artikel mit etwas Positiven beenden. Und das war eindeutig die Verfügung von Apple TV auf Smart TVs und dem Amazon Fire TV. Damit habe ich nicht gerechnet und begrüße ich sehr.

 

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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