[Test] Samsung Galaxy S5 mini – Kompakt mit den Funktionen des Großen!

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Samsung Galaxy S5 Mini Test

Mini-Smartphones wie das Samsung Galaxy S5 Mini haben meistens nur bedingt etwas mit ihren großen Schwestermodellen gemeinsam. Zwar sind sie in der Regel wirklich kleiner, aber leider trifft das auch auf die Hardware zu. Dabei muss das nicht immer etwas schlechtes sein und das zeigt besagtes Mini-Smartphone des südkoreanischen Konzerns Samsung.

Samsung hatte im Jahre 2012 mit dem Galaxy S3 Mini den Trend zum Mittelklasse-Ableger der Top-Smartphones los getreten und bleibt sich dieser Tradition treu. Im Gegensatz zu Sony, deren kleines Flaggschiff Xperia Z1 Compact nur äußerlich Mini und sonst auf dem technischen Niveau des Flaggschiffs bleibt, speckt Samsung auch die Hardware sichtlich ab. Auch das Samsung Galaxy S5 Mini stellt da keine Ausnahme dar, ist aber dennoch endlich mehr Flaggschiff-ähnlicher als die vorherigen Generationen. Was es vom großen Bruder (zum Test) übernommen hat, wo eingespart wurde und was wirklich überzeugen kann, dass soll unser Test verraten.

Samsung Galaxy S5 Mini Test

Technische Daten des Samsung Galaxy S5 Mini

Technische Daten

Prozessor

Samsung Exynos 3470 Quad-Core mit 1,4 GHz
GPU: ARM Mali-400 MP

Betriebssystem

Android 4.4.2 KitKat mit TouchWiz

Interner Speicher

16 GB Interner Speicher (via MicroSD-Card erweiterbar)

RAM

1,5 GB

Modellbezeichnung

SM-G800F

Display

4,5 Zoll Super AMOLED, 1.280 x 720 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB 2.0, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Accelerometer, Proximity, Pedometer, Gyroskop, Licht, Fingerabdruck, Herzfrequenz

Abmessungen (HxBxT mm)

131,1 x 64,8 x 9,1 mm

Gewicht

120 Gramm

Gehäusematerial

Polycarbonat

Kamera

8 Megapixel Kamera mit LED-Blitzlicht,
2,1 Megapixel Frontkamera

Internet

GSM (850/900/1.800/1.900 MHz) + UMTS/HSPA+ (850/900/1.800/1.900/2.100 MHz) 42 Mbit/s + LTE (800/1.800/2.600 MHz) + Dualband WLAN a/b/g/n

Bluetooth

4.0 HS BLE

Akkutyp

Li-Ion, Austauschbar

Kapazität

3,7 V/2.100 mAh

Gesprächszeit

21 Std.

Standby-Zeit

384 Std.

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 850/900/1900/2100 MHz,
LTE 800/900/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 449 Euro (aktuell ab 367,00 Euro (Schwarz), Stand 31/08/14)
Besonderheit WiFi Direct, DLNA, IrDA, NFC, LED, Quick Connect, GroupPlay, Fingerabdruck-Sensor, Pulsmesser, Wasserdicht nach IP67

 

Zubehör

Samsung Galaxy S5 Mini Test

Seit dem Samsung Galaxy S5 setzt Samsung auf eine auffallende Verpackung, die den Eindruck von recyceltem Karton macht mit aufgedruckter Holzmaserung. Das macht optisch schon einiges her und ist mal etwas ganz anderes als das übliche dominierende Weiß der Smartphone-Verpackungen. Nach dem Auspacken kommt allerdings nichts weiter Verwunderliches zum, Vorschein, sieht man mal von der Kurzanleitung und Garantiekarte im selben Holz-Design ab.

Das Samsung Galaxy S5 Mini kommt nach Abnehmen des Papp-Deckels zuerst zum Vorschein, wie üblich mit einer Folie und den wichtigsten Eigenschaften des Gerätes beklebt. Darunter befindet eine Klappe und diese gibt den Blick frei auf ein USB-Kabel, USB-Netzteil-Adapter und ein Headset. Weiteres Zubehör gibt Samsung seinem Mittelklasse-Flaggschiff nicht mit auf den Weg.

Verarbeitung

Da die Mini-Versionen der Samsung-Flaggschiffe viele Dinge mit ihren großen Vorbildern teilen, ist auch das Samsung Galaxy S5 Mini dem Galaxy S5 sehr ähnlich. Das betrifft nicht nur die Optik des Smartphones, sondern auch die Verarbeitung. Dabei ist besonders lobend hervorzuheben, dass dieselbe griffige Rückseite genutzt wird, was wirklich angenehm in der Hand liegt. Zwar handelt es sich wie bei Samsung üblich um Kunststoff aber ist dieser deutlich besser verarbeitet als noch bei dessen Vorgänger Galaxy S4 Mini.

Wie schon erwähnt sieht das Samsung Galaxy S5 Mini seinem großen Bruder sehr ähnlich. Das Gehäuse ist ebenso rundlich geformt, besitzt unten mittig eine physische Home-Taste mit Fingerabdruck-Sensor die von zwei Sensor-Tasten flankiert wird (links Task Manager und rechts Zurück) und der Rahmen ist aus Chrom-gefärbten Kunststoff. Hier erwartet einen also keine Überraschung, eher genau das was man erwarten würde. In diesem Rahmen ist auf der rechten Seite die Power-Taste eingefasst und gegenüberliegend die Lautstärke-Wippe. Beide lassen sich angenehm drücken, lassen sich gut erfühlen und haben einen angenehmen Druckpunkt. Positiv hervorzuheben ist, dass die Tasten kaum wackeln. Andererseits darf man das von dem Gerät auch erwarten.

Wie schon der Vorgänger hat das Samsung Galaxy S5 Mini vom großen Modell den Infrarot-Sender übernommen, der linkerhand auf der Stirnseite des Gerätes untergebracht ist. Auf der rechten Seite befindet sich die 3,5mm Audiobuchse. Auf der Unterseite des Rahmens ist die nach dem USB-Standard 2.0 verbaute  MicroUSB-Schnittstelle.

Die Rückseite kommt die spöttisch mit einem Golfball verglichene Optik zum Einsatz, die unter anderem bei dem goldenen Modell des Galaxy S5 zu einem Vergleich mit einem Hansaplast-Pflaster verleitete. Allerdings ist trotz aller Unkenrufe die Rückseite wirklich sehr gut, verglichen mit den früheren Samsung-Rückseiten aus Hochglanz-Kunststoff. Sie ist deutlich griffiger und gibt ein ungewohnt hochwertiges Gefühl bei einem Samsung-Smartphone. Dank der abgerundeten Seiten liegt das Samsung Galaxy S5 Mini auch noch sehr gut in der Hand. Zudem ist das Gehäuse Staub- und Wasserdicht gemäß IP67. Das heißt, dass das Smartphone in Süßwasser bis zu 30 Minuten lang dicht bleibt, sofern es nicht tiefer als 1 Meter untergetaucht wird. Praktisch bedeutet das, dass ein Regenschauer oder mal der Ausflug an den Pool keinerlei Schäden hinterlassen sollte. Eine Garantie dafür ist die IP-Zertifizierung aber noch lange nicht. Der Akkudeckel selbst ist übrigens relativ schwer zu öffnen, was der IP-bedingten Konstruktion geschuldet ist. Wer also möglichst lange ein Wasserdichtes Smartphone sein Eigen nennen will, sollte so selten wie möglich überhaupt den Deckel abmachen.

Das Galaxy S5 Mini hat jedoch überraschend viel von seiner großen Vorlage übernommen und dazu gehört der Sensor zum Messen des Pulses direkt unterhalb der Kamera-Linse. Zwar werden es die wenigsten wirklich aktiv nutzen, aber damit hält Samsung sein Versprechen ein, Fingerabdruck- und Puls-Sensor nicht nur der Oberklasse vorbehalten zu lassen. In der Home-Taste ist wie schon erwähnt ein Fingerabdruck-Sensor untergebracht.

Display

Das Galaxy S4 Mini musste noch im Vergleich zum Galaxy S4 deutlich an der Auflösung sparen und besaß lediglich 960 x 540 Pixel. Für 4,3 Zoll zwar nicht unbedingt schlecht aber die Konkurrenz war bereits bei 1.280 x 720 Pixel angelangt. Nun zieht das Samsung Galaxy S5 Mini nach, denn dessen 4,5 Zoll großes Display bietet nun ebenfalls eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixel.

In Kombination mit der Super-AMOLED-Technologie sorgt das für sehr helle Farben und sehr hohe Kontraste, die jedoch nicht jedem gefallen. Die Pixeldichte ist mit 329 PPI zudem ausreichend hoch. Die Darstellung selbst ist angenehm scharf, da Samsung auf eine Diamant-artige Anordnung der einzelnen Farb-Pixel setzt und daher weniger unscharf wirkt wie die PenTile-Matrix vom Galaxy S4. Im Freien ist das Display zudem überraschend gut abzulesen und als ein Pluspunkt zu betrachten.

CPU & GPU

Samsung Galaxy S5 Mini TestAnders als der Vorgänger besitzt das Samsung Galaxy S5 Mini keinen Snapdragon-Prozessor mehr sondern einen Exynos 3470 Quad-Core, dessen vier Kerne mit bis zu 1,4 GHz zu Werke gehen. Das reicht für einen AnTuTu-Wert von 19.047 Punkten, womit das Gerät so ziemlich im unteren Mittelfeld liegt. ZU beachten ist an dieser Stelle, dass mit AnTuTu in Version 5 die Bewertung sich verändert hat und zu einer leicht höheren Punkte-Vergabe führt. Leider zeigt sich das Smartphone im Alltag manchmal als etwas träge in der Reaktion auf Berührungen. Ob das an einem langsam reagierenden Display selbst liegt, einer mangelnden Anpassung der Software an die Hardware oder dem Prozessor selber ist schwer zu sagen. Die Ausführung von Aufgaben selbst ist jedoch angenehm schnell, sodass vermutlich der Touchscreen der entscheidende Faktor sein dürfte. Am 1,5 GB großen RAM dürfte es jedenfalls kaum liegen.

Als GPU verbaut Samsung erneut eine Mali-400 MP von ARM, was für eine nicht mehr allzu zeitgemäße Grafikleistung sorgt. Dennoch ist die Leistung in Spielen wie Dead Effect erstaunlich gut, wo es nur bei größeren Gegner-Horden mal zu einer ruckelnden Darstellung kommt. Schraubt man die Bildqualität in grafisch anspruchsvolleren Spielen etwas herunter, dann eignet sich das Samsung Galaxy S5 Mini dennoch in gewissem Maße als Daddel-Smartphone für unterwegs.

Akku

Auch wenn die Sympathie für Samsung nicht unbedingt als die beste bezeichnet werden kann, wird eine Sache den Südkoreanern hoch angerechnet: Austauschbare Akkus, die der Nutzer selbst wechseln kann bei Bedarf. Trotz IP-Zertifizierung bleibt auch das Samsung Galaxy S5 Mini dieser Strategie treu und besitzt einen 2.100 mAh fassenden Akku. Und hier zeigt sich das kleine Mini von Samsung als ein richtiger Marathon-Läufer. Gute 6 Stunden lässt sich das Smartphone aktiv nutzen, bei der Wiedergabe von Videos sind sogar bis zu 11 Stunden drin. Alles andere als ein schlechter Wert für ein solch kleines Gerät.

Samsung Galaxy S5 Mini Test

Wer noch mehr aus dem Akku raus holen will kann alternativ den Ultra-Sparmodus aktivieren. Dann schaltet das Samsung Galaxy S5 Mini in eine Schwarz-Grau-Weiß-Darstellung um – besonders effektiv in Kombination mit dem AMOLED-Display – und beschränkt sich nur noch auf die einfachsten Funktionen wie Telefonieren, SMS oder dem Surfen im Internet mit dem Samsung-Browser. Und der Modus hält wirklich was er verspricht: Das Durchhalte-Vermögen im Standby ist wirklich phänomenal und hält gut und gerne mehrere Tage durch. Ideal für Festivals, wo man sein Smartphone eh überwiegend für die Erreichbarkeit dabei hat. Nur die Kamera lässt sich nicht nutzen.

Konnektivität

Samsung betrachtet sein Galaxy S5 Mini gerne als das Flaggschiff für die Mittelklasse. Dementsprechend muss natürlich auch die Ausstattung in Form der Verbindungsmöglichkeiten ausfallen und da gibt sich das Smartphone kaum eine Blöße. Wirklich flottes WLAN-n, Bluetooth 4.0, GPS/GLONASS, NFC, LTE mit bis zu 150 Mbit/Sekunde und selbst wie schon erwähnt einen Infrarot-Port. Einzig auf das noch schnellere WLAN-ac muss man verzichten, aber das ist durchaus verschmerzbar. Ebenfalls nicht vom Galaxy S5 übernommen wurde der Download-Booster, womit Downloads parallel über WLAN und LTE vorgenommen werden, sofern beide Netze vorhanden sind.

Telefonieren lässt sich mit dem Samsung Galaxy S5 Mini auch recht passabel. Beide Gesprächspartner sind deutlich zu verstehen und auch die Lautstärke an sich ist gut. Einzig im Freisprechmodus ist der fast schon zu erwartende blecherne Klang zu bemängeln.

Samsung Galaxy S5 Mini Test

Multimedia

Eines der wichtigsten Merkmale eines modernen Smartphones ist die verbaute Kamera. Immerhin ersetzt ein solcher Alleskönner immer mehr die übliche Digital-Kamera und hier zeigt sich das Samsung Galaxy S5 Mini von einer seiner besten Seiten. Zwar ist der Sensor mit seinen 8 Megapixeln in Sachen Auflösung ganz gut dabei, aber dafür kann die Bildqualität begeistern. Schärfe, Details, Farbtreue und Kontraste sind vergleichsweise gut und das erstaunlicherweise selbst bei weniger gutem Licht. In diesen Fällen hilft der LED-Blitz zwar wie zu erwarten nur bedingt aus, aber immerhin ist er vorhanden und kann mit entsprechenden Apps auch als erfreulich helle Taschenlampe genutzt werden. Für die Situationsbedingt schnellen Schnappschüsse eignet sich das Samsung Galaxy S5 Mini zudem dank der sehr schnellen Auslöse-Verzögerung ziemlich gut.

Natürlich muss man wegen der geringeren Leistung des verbauten Prozessors auf einige Aufnahme-Modi des Galaxy S5 verzichten wie der Live-Vorschau bei HDR-Aufnahmen, aber das kann man verkraften angesichts der guten Bildqualität.

Und wie die Foto-Ergebnisse aussehen zeigt der Vergleich zur Sony Smart Shot QX10, einer Canon EOS 600D und dem großen Bruder Galaxy S5.

Videos nimmt das Mini-Smartphone mit maximal FullHD mit 30 Frames/Sekunde auf und auch die Videos können in ihrer Bildqualität im Prinzip überzeugen. Dennoch tritt relativ schnell ein grieselndes Bild auf und nicht alle Details sind später auf einem FullHD-Fernseher zu erkennen. Je nach Entfernung der aufzunehmenden Objekte kommt es auch zu Tearing-Effekten bei schnelleren Kamera-Schwenks, die sich bei dieser Preisklasse kaum verhindern lassen.

Die Oberfläche der App selbst ist nüchtern und auf die wichtigsten Elemente wie Foto-Auslöser, Video-Aufnahme, Blitzlicht, Modus-Auswahl, Galerie und die Verknüpfung zu den Einstellungen reduziert. Minimalistisch und zum sofortigen Los-Fotografieren geeignet.

Samsung Galaxy S5 Mini TestLaut Datenblatt ist der interne Speicher des Samsung Galaxy S5 Mini die fast schon üblichen 16 GB groß, von denen dem Nutzer übrigens mehr als 10,5 GB zur freien Benutzung zur Verfügung stehen. Im Vergleich zu mancher Konkurrenz ist das allerdings ein bisschen wenig. Immerhin lassen sich MicroSD-Karten mit bis zu 64 GB nutzen und das ist immerhin auch etwas, was leider nicht mehr allzu oft anzutreffen ist.

In Sachen Audio kann das Samsung Galaxy S5 Mini wieder überzeugen, sofern man sich auf Kopfhörer beschränkt. Hier liefert das Smartphone ein richtig gutes Klangbild ab, welches über ausgewogene Höhen und gute Tiefen verfügt. Wer den Samsung-eigenen Musikplayer nutzt kann überdies mit Funktionen wie Adapt Sound und SoundAlive den Klang umfassend an die eigenen Hör-Vorlieben anpassen. Selbst die Schnelligkeit lässt sich zwischen 0,5 und 2,0 manipulieren. Hinzu kommen Liedtext-Unterstützung und eine intelligente Anpassung der Lautstärke. Ein FM Radio fehlt aber auch hier wieder.

Software

Da das Samsung Galaxy S5 Mini ein noch recht junges Mittelklasse-Flaggschiff ist, kommt ein entsprechend aktuelles Android 4.4.2 KitKat zum Einsatz. Dieses überzieht Samsung mit seiner TouchWiz-Oberfläche, die sich in der Optik unverkennbar am großen Schwestermodell Galaxy S5 orientiert. Daher ist die Oberfläche sowie die Bedienung nahezu identisch zum noch aktuellen Flaggschiff der Südkoreaner. Das umfasst auch etliche Funktionen wie zum Beispiel S Finder, einem Tool zum Durchsuchen des Telefons und Internet gleichzeitig. Ebenso Quick Connect zum schnellen Teilen von Inhalten über Bluetooth und/oder WiFi Direct.

Samsung-bekannte Spielereien wie die Smart-Gesten oder Air View hat auch das Samsung Galaxy S5 Mini erhalten, was leider nur für ausgewählte Samsung-Apps wie beispielsweise dem Kalender S Planner oder Video vorbehalten ist. Dennoch eine praktische Sache für einen Schnellüberblick und dergleichen. Der My Magazine Feed Reader des Galaxy S5 ist im TouchWiz Launcher auch vorhanden, allerdings muss dieser erst aktiviert werden. Eine sehr kleine Randnotiz: Die einzelnen Übersichtsseiten in den Einstellungen lassen sich per Wischgeste „durchsliden“ und müssen nicht einzeln über den jeweiligen Tab ausgewählt werden. Der erste Tab mit der Bezeichnung „Schnelleinstell.“ zeigt häufig genutzte Optionen an und hier hat Samsung ein wenig mitgedacht. Über das Kontextmenü kann man die in diesem Tab bis zu 12 anzuzeigenden Elemente selbst auswählen.

Dennoch gibt es einige Funktionen, die dem Mini-Smartphone vorenthalten bleiben. Insbesondere der Multi-Window-Modus fehlt, der mit dem Galaxy Note 2 eingeführt wurde und mittlerweile bei einigen anderen Android-Herstellern in ähnlicher Weise vorzufinden ist. Bei einem Display mit 4,5 Zoll und HD-Auflösung durchaus nachzuvollziehen, da der Platz halt doch ein wenig begrenzter ist als bei FullHD und 5 Zoll aufwärts. Auch Air Browse ist nicht implementiert. Diese Funktion ermöglicht das Umblättern und Verschieben von Elementen per schwebender Wischgeste über dem Display, was allerdings mehr schlecht als recht bei anderen Samsung-Geräten funktionierte. Insofern kein großer Verlust.

Weitaus nützlicher und wirklich erfreulich ist hingegen die Toolbox, die sich auf Wunsch einblenden lässt. In dieser lassen sich bis zu fünf Apps festpinnen, die man von jeden Screen aus aufrufen kann. Ebenfalls nicht bei jedem Smartphone zu finden sind weitere Samsung-eigene Apps wie der S Translator, welcher zahlreiche Sprachen übersetzen kann. Zwar nicht alle direkt in Deutsch, aber dafür erkennt die App gesprochenen Text und übersetzt diesen in beide Richtungen. Eine aktive Internetverbindung ist jedoch Grundvoraussetzung dafür. Funktioniert erfreulich gut und kann für Vielreisende eine echte Erleichterung bei der Verständigung sein. Ebenfalls Samsung-eigen ist der Text- & Bildscanner: Man fotografiert etwas, die App erkennt etwaigen Text und verwandelt diesen in eine Textdatei.

Zusammen mit dem Galaxy S4 führte Samsung erstmals die eigene Sicherheitslösung Samsung Knox ein, welche seitdem eine Vielzahl an Smartphones und selbst Tablets des Herstellers schmückt. Auch das Samsung Galaxy S5 Mini bietet die Software in Version 2.0, um Daten sicher und verschlüsselt in einem eigenen virtuellen Datentresor abzulegen. Das funktioniert sehr gut, sodass man seine privaten Daten auch mal vor allzu neugierigen Blicken verstecken kann. Oder vor seinen Kindern schützen, denn mit dem Kindermodus bietet Samsung eine Oberfläche für kleine Kinder. Über den Sinn kann man sich zwar trefflich streiten, aber junge Familien dürften sich darüber durchaus freuen.

Den Abschluss unseres Tests bilden der Fingerabdruck-Sensor in der Home-Taste und der Puls-Sensor auf der Rückseite unterhalb der Kamera. Beides sind Premium-Features die Samsung künftig auch in der Einsteiger- und Mittelklasse anbieten will, um die Sicherheit seiner Geräte allgemein zu erhöhen. Zumindest im Fall des Fingerbadruck-Sensor gelingt das nur bedingt, denn auch wie bei seinem großen Bruder reagiert der Sensor manchmal etwas zickig beim Versuch das Smartphone zu entsperren. Die Einrichtung geht hingegen angenehm einfach und schnell von Statten. Allerdings sollte man darauf achten die zu registrierenden Finger – es lassen sich bis zu drei Fingerabdrücke registrieren – in der Position einscannt wie man später das Smartphone auch entsperren will. Eine kleine Eigenart im Vergleich zu Touch ID einer gewissen Konkurrenz.

Der Pulsmesser auf der Rückseite ist übrigens erstaunlich genau, wenn man zur Kontrolle mit einem Spezial-Messgerät die gemessenen Werte mal überprüft. Für den Gelegenheitssportler sicher eine nette Sache, für andere jedoch eher eine Spielerei ohne größeren Sinn. Gemessen wird über die App S Health, die sich nicht nur auf das Erfassen der Puls-Daten beschränkt. Auch die täglich zurückgelegten Schritte, was man so gegessen hat und was an sportlichen Aktivitäten absolviert lässt sich mit S Health erfassen. Für chronisch Sportfaule ein sehr guter Einstieg in ein gesünderes Leben, sofern man sich wirklich zur Benutzung zwingt. Über den Puls-Sensor kann man zudem sein Stresslevel ermitteln lassen und über eine Samsung Gear 2/Gear 2 Neo oder Samsung Gear Fit seine Schlafgewohnheiten aufzeichnen und mit S Health auswerten lassen.

Fazit zum Samsung Galaxy S5 Mini

Das Samsung Galaxy S5 Mini wird gerne als die Mini-Ausgabe des Top-Modells Galaxy S5 angesehen und diese Erwartungen kann das Smartphone tatsächlich erfüllen. Es ist eine Nummer kleiner, besitzt nahezu dieselbe Funktionen und ist wie sein Vorbild ähnlich deutlich besser verarbeitet im Vergleich zu seinem Vorgänger. Dennoch muss man Abstriche in der Leistung hinnehmen, was aber nur Power User stören wird. Alle anderen finden im Samsung Galaxy S5 Mini wirklich eine gute Alternative zu den großen Smartphones mit 5 Zoll Display und mehr. Dem Premium-Anspruch wird das Mini-Smartphone wahrlich gerecht. Selbst die Foto-Qualität ist verdammt gut und macht es fast schon zu einer Empfehlung in der Mittelklasse. Das Wasserdichte und zertifizierte Gehäuse ist da fast schon nur noch ein Extra, aber ein durchaus Willkommenes. Ist der Preis von 449 Euro unverbindlicher Preisempfehlung ohne Vertrag gerechtfertigt? Jain, aber da der Preis bei Online-Händlern wie Amazon bereits um einiges darunter liegt, ist es zumindest eine echte Überlegung wert. Vorausgesetzt man kann sich mit dem Design des Gehäuses und der TouchWiz-Oberfläche anfreunden.

Wertung
Geschwindigkeit 4/5
Display 5/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 4/5
Preis 4/5

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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