Apple Pay: Britische Bank hat arge Datenschutz-Bedenken

Mit vielen Partnern ist der mobile Bezahldienst von Apple namens Apple Pay in den USA gestartet und erfreut sich bereits einiger Beliebtheit bei Besitzern eines iPhone 6 oder iPhone 6 Plus. Nur selten ist mobiles Bezahlen dermaßen einfach und bequem, sodass der Rest der Welt das auch haben will. Aber in Europa wird es schwierig.

Denn wie die Online-Redaktion des britischen The Telegraph berichtet, befindet sich der US-Konzern noch in der Verhandlungsphase mit europäischen bzw. britischen Banken. erst kürzlich wurden Expansionspläne nach Europa bekannt, indem der Konzern nach einem Praktikanten im britischen London suchte (zum Beitrag). Allerdings gestalten sich die Verhandlungen für Apple schwieriger als gedacht, da mindestens eine nicht näher genannte britische Bank arge Bedenken in Sachen Datenschutz von Apple Pay hat. Zwar dürfte der Start des Bezahlsystems zur Mitte 2015 in Großbritannien dadurch nicht grundsätzlich gefährdet sein, aber es könnte eine unerwünschte Signalwirkung haben.

Ernste Hindernisse für Apple Pay?

Denn wie es in dem Bericht heißt, habe besagte Bank etwas gegen die weitreichende Einsicht von Apple in die Daten der Bankkunden. Man sei der Meinung, dass Apple über das System von Apple Pay zu tief Einblick in persönliche und finanzielle Daten erhalte, welche wiederum auf den Servern von Apple gespeichert werden. Gerade dadurch befürchtet die Banken-Branche einen großangelegten Angriff der Mobilfunk-Industrie auf ihren Geschäftsbereich.

Auf der anderen Seite kann es sich kaum eine der größeren Banken erlauben nicht an Apple Pay teilzunehmen, wie der große Ansturm in den USA gezeigt hat. Dort kämpften Banken um Kreditkarten-Kunden, denn wenn man mit seinem Smartphone bezahlt geht automatisch eine kleine Gebühr an die Kreditinstitute und da die USA als sehr Kreditkarten-freundlich gelten, steckt ein Milliardenschweres Geschäft hinter Apple Pay. Eines das sich europäische Banken vermutlich ebenfalls nicht entgehen lassen wollen.

Gerade das Apple Pay aus dem Stand innerhalb eines Monats für etwa 1 Prozent aller Bezahlvorgänge per Smartphone verantwortlich war zeigt, was für ein Potential in dem Dienst steckt. Zwar hört sich 1 Prozent im Vergleich zu den insgesamt 4 Prozent konkurrierender Angebote von wie Google Wallet oder PayPal Mobile niedrig an, aber wie immer ist alles nur eine Frage der Relation: Die Konkurrenz ist seit 2011 aktiv und das iPhone 6 sowie iPhone 6 Plus ist noch nicht so stark verbreitet wie die Mobile-Payment-fähigen Geräte der Konkurrenz.

Insofern wird es noch spannend werden rund um Apple Pay in Europa und der Frage, welche Partei die Oberhand behält: Apple als Plattform-Betreiber oder die Banken als Kooperationspartner. Nur die großen Einzelhandelsketten werden sich über kurz oder lang beugen müssen, obwohl sie an einem eigenen System festhalten wollen (zum Beitrag).

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Stefan

Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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