ZTE Axon 40 Ultra im Test: Der Unbekannte stellt sich vor

Das chinesische Unternehmen ZTE dürfte vermutlich den Wenigsten bekannt sein. Demzufolge auch das jüngst präsentierte ZTE Axon 40 Ultra, welches wir heute für euch einmal ausführlich testen wollen. Ein Smartphone welches zum einen mit seiner unsichtbaren Under-Display-Kamera der 3. Generation und zum anderen mit der auf der Rückseite verbauten 64-Megapixel-Triple-Kamera für Gesprächsstoff sorgen dürfte.

 

ZTE Axon 40 Ultra im Review

Der chinesische Smartphone-Hersteller ZTE ist vermutlich nur den Wenigsten geläufig. Dabei verzeichnet der Hersteller einen ähnlichen Verlauf wie Huawei. Nur ist er bei den verteilten US-Embargos ein wenig besser davon gekommen. Nach Zahlungen vereinbarter Geldstrafen darf der Hersteller mit US-Unternehmen zusammen arbeiten und verfügt somit auch über modernste mobile Prozessoren. In unserem heutigen Testkandidaten ist es beispielsweise der Snapdragon 8 Gen 1 Prozessor.

Zu ZTE gehört auch das Tochter-Unternehmen Nubia, das ja mit seinem Sublabel RedMagic auch in der Gaming-Szene für gewisse Aufregung sorgen konnte. Zuletzt mit dem RedMagic 7 und 7 Pro. Doch heute widmen wir uns voll und ganz dem ZTE Axon 40 Ultra, welches nun bereits schon die dritte Generation an Under-Display-Camera (UDC) auf der Front nahezu unsichtbar verbaut hat.

Wie immer läuten wir das Review mit unserem kommentarlosen Unboxing-Video ein, wo ihr euch schon einmal einen ersten Eindruck von dem Flaggschiff-Smartphone machen könnt.

Design und Verarbeitung

Das ZTE Axon 40 Ultra kam in der Farbe Schwarz zu uns in die GO2mobile-Redaktion. Meiner Kenntnis zufolge ist das auch die einzige Farbe in der das Smartphone erhältlich ist. Mit einer Größe von 163,28 x 73,56 x 8,41Millimeter und einem Gewicht von 204 Gramm liegt das ZTE Axon 40 Ultra äußerst geschmeidig in der Hand. Liegt unter Umständen an den seitlich abgerundeten Kanten.

ZTE Axon 40 Ultra im Test

Auch das ZTE hat keine IP-Zertifizierung, was allen Anschein nach inzwischen auch in der Premiumklasse regelmäßig vernachlässigt wird. Einen gewissen Schutz gegen das Eindringen gegen Staub und Wasser gibt es trotzdem, aber ohne jegliche Gewährleistung.

Auf der rechten Seite befindet sich mittig positioniert die Power- und Standby-Button, darüber die Lautstärketaste. Beide Tasten sind gut positioniert und bieten einen guten Druckpunkt. Während die linke Seite komplett frei von Funktion ist, gibt es auf der Unterseite einen von zwei Lautsprechern, einen USB-Type-C-Port, sowie den SIM-Slot für zwei Nano-Karten.

Auf der Oberseite befindet sich der zweite Lautsprecher, welcher diagonal zu dem unteren positioniert ist. Ich persönlich finde das unvorteilhaft, da im Quermodus so auf jeden Fall ein Lautsprecher zugehalten wird. Positiv denkende Menschen argumentieren vielleicht das zumindest immer ein Lautsprecher frei wäre. Der Sound ist recht ausgeglichen und gut. Auf der Oberseite kommt tatsächlich der Sound aus zwei Öffnungen heraus. Also aus dem Telefonlautsprecher (Höhen) und eben aus der Öffnung nach oben.

Snapdragon 8 Gen 1 Prozessor

Etwas Verwunderung löste in der Redaktion ein kleines Sichtfenster auf der Oberseite aus, welches normalerweise als IR-Blaster identifiziert werden könnte. Aber weder das Datenblatt noch die Software bestätigen eine solche Infrarot-Funktionalität.

Auf der Rückseite gibt es oben links ein recht großes und rechteckiges Kamera-Array für drei vertikal angeordnete 64-Megapixel-Kameras. Tatsächlich für meine zarten Finger ein wenig scharfkantig. Auf der Vorderseite kommen wir wohl zu dem Highlight des ZTE Axon 40 Ultra – dem Display.

Display

Das ZTE Axon 40 Ultra hat ein 6,8 Zoll großes und seitlich abgerundetes AMOLED-Display mit einer Auflösung von 2.400 x 1.080 Pixel. Die maximale Bildwiederholrate beträgt 120 Hertz. Soweit so gut aber auch nichts was das Smartphone zu einer großen Besonderheit katapultieren würde. Die kommt erst zum Vorschein wenn man sich die Frage stellt, wo denn die 16-Megapixel-Frontkamera untergebracht ist. Die ist nämlich nahezu unsichtbar oben mittig unter dem Display versteckt.

ZTE Axon 40 im Test bei GO2mobile

ZTE war in der Tat einer der ersten Hersteller mit einer Under-Display-Camera (UDC) und inzwischen schon bei der 3. Generation angekommen. Doch dazu später mehr. Für die Optik auf das Display ist dieser Fakt schon einmal sehr beeindruckend. Ich würde die allgemeine Qualität des Bildschirms als recht Kontraststark bezeichnen. Die Blickwinkelstabilität ist ausgezeichnet und Freunde der knackigen Farben sollten in den Einstellungen noch einmal nachjustieren.

Die maximale Helligkeit liegt bei 850 nits und kann unter direkter Sonneneinstrahlung auf 1.100 nits hochgepeitscht werden. Es gibt aber auch Kritik an dem Panel. So kann der Nutzer nur zwischen 120 oder 60 Hertz, beziehungsweise einem Automatikmodus bei der Bildwiederholrate wählen. Dieser ist jedoch nur auf die Apps an sich bezogen. Im fehlt die LPTO. Technologie, welche das Smartphone von 1 bis 120 Hertz variable reguliert. Ein Always-On-Bildschirm gibt es bei dem ZTE Axon 40 Ultra ebenfalls. Es lässt sich bei Bewegung des Smartphones aktivieren oder immer zu vorgegeben Zeiten, beziehungsweise permanent an.

ZTE Axon 40 im Test bei GO2mobile

Auch ein Always-on-Display ist an Bord und überzeugt mit nützlichen Einstellungen. Gerade die Möglichkeiten der unterschiedlichen Aktivierung bis hin zu einer 24/7-Anzeige haben sich im Alltag als sehr nützlich erwiesen.

Display-Fazit

Der Bildschirm des ZTE Axon 40 Ultra besitz keine 2K oder gar 4K Ultra HD-Auflösung und braucht es auch nicht, was natürlich der Akku-Laufzeit zugute kommt. Der Kameralose Anblick beeindrucket, wenngleich das menschliche Gehirn diese technische Meisterleistung schnell als gegeben ignoriert. Farben, Kontrast und Blickwinkel, sind komplett okay und lassen sich notfalls den individuellen Wünschen nachjustieren. Lediglich die maximale Helligkeit könnte unter der Sonne noch einen kleinen Boost vertragen.

 

Prozessor und Speicher

Das ZTE Axon 40 Ultra ist in China bereits Ende Mai erschienen. Demzufolge war zu dem Zeitpunkt der Snapdragon 8 Gen 1 Octa-Core-Prozessor das Maß der Dinge. Wir hatten in den vergangenen Wochen und Monaten schon häufiger die Gelegenheit den Flaggschiff-SoC entsprechend zu testen. So im Motorola Edge 30 Pro, im Xiaomi 12 Pro und zuletzt im Honor Magic4 Pro. Jedoch immer mit einem unterschiedlichen Ergebnis.

Im Xiaomi 12 Pro wurde er unverschämt heiß und schaltet uns das Device auch mal mitten beim Real Racing 3 zocken aus. In dem ZTE Axon 40 verhielt sich der aufgrund des am 4. Juli präsentierten Snapdragon 8+ Gen 1 im Xiaomi 12S Ultra veraltete Qualcomm-Flaggschiff-Prozessor verhältnismäßig manierlich. Vermutlich weil auch er softwareseitig hart gedrosselt wird. Unser Eindruck ist, dass bei 40 Grad die CPU (Central Processing Unit) eingebremst wird.

Nicht umsonst beträgt in unserem Test die maximale Taktrate 2,84 GHz. Laut Datenblatt wäre er aber auf dem Prime-Core zu 3 GHz in der Lage. Unser CPU-Stresstest untermauert auch unsere Vermutungen. Der Snapdragon 8 Gen 1 des Axon 40 Ultra darf nur 90 Prozent seiner maximalen Power entfalten. Und wie in fast jedem Flaggschiff-Test der vergangenen Tage, frage ich mich was das soll. Würde der Hersteller auf den deutlich preiswerteren aber vermutlich gleichwertigen Snapdragon 870 greifen, würde das definitiv harte Abzüge im Schulhof-Quartett geben. Also nimmt man das Neuste vom Neuesten und drosselt softwareseitig.

Speicher

ZTE gönnt uns als Teststellung lediglich das Modell mit 8 GB RAM und 128 GB internen Programmspeicher. Anders in der Automobilbranche wo die Tester immer die Vollausstattung genießen dürfen. Doch wir kommen vom Thema ab. Auch das Axon 40 Ultra hat auf diesem Gebiet mehr zu bieten. Somit beinhaltet die Vollausstattung bei ZTE 12 GB LPDDR5 RAM und 256 GB UFS-3.1 NAND-Speicher. Und tatsächlich müssen wir dem Arbeitsspeicher mit 6,8 GB/s Lesegeschwindigkeit für ein Flaggschiff einen zu geringen Wert attestieren. Doch zum schnellen öffnen von Anwendungen reicht es alle Male. Im Grunde ein Wert der beim Kauf durchaus vernachlässigt werden darf.

Schlussendlich bleibt zusammenfassend nur zu erwähnen, der verbaute Prozessor wird euch die nächsten Monate und Jahre nicht im Stich lassen. Die Performance reicht auch für die heftigsten Spiele.

Kamera des ZTE Axon 40 Ultra

Wie bereits beim Vorgänger dem ZTE Axon 30 Ultra aus dem vergangenen Jahr präsentiert ZTE erneut gleich drei 64-Megapixel auflösende Kameras auf der Rückseite. In einem rechteckigen Array ordnet sich das Trio oben links wie folgt vertikal an. Ganz oben eine Ultra-Weitwinkel-Kamera hinter der sich ein 1/1.7 Zoll großer Sony IMX787 Sensor mit einer äquivalenten Brennweite von 16 Millimeter und einer Blende von f/2.4 seinen Dienst tut.

Darunter die eigentliche Hauptkamera, welche von ZTE als „Humantity-Primary“-Kamera bezeichnet wird. Der Grund wird schnell deutlich wenn wir auf die äquivalente Brennweite von 35 Millimeter schauen. Jene Kamera mit einem ebenfalls 1/1.7 Zoll großem IMX787 Imagesensor von Sony hatte der Konzern bereits in dem Nubia Z40 Pro verbaut. Eine Brennweite die gern in der Portrait-Fotografie verwendet wird. Und genau das macht sie auch ohne künstliches, sondern einem „echten“ Bokeh.

ZTE Axon 40 Ultra im Go2mobile Test

Namenhafte Künstler empfinden diese als die humanistischste und erzählerischste Ablichtung. In einem direkten Vergleich mit dem Vivo X80 Pro (Vergleich folgt in einem separaten Beitrag) fiel immer wieder auf, das ein bis zwei Schritte nötig waren um das identische Motiv aufnehmen zu können. Dem einen gefällt es – dem anderen vielleicht nicht. Festzuhalten ist jedoch der optische Bildstabilisator (OIS), der Laser-Autofokus, PDAF und eine überragende Blende von f/1.6.

Auch die an dem rechteckigen Sichtfenster schnell zu identifizierende Periskop-Kamera ganz unten besitzt einen OIS. Als Bildsensor kommt ein 1/2 Zoll großer OmniVision OV64B40 zum Einsatz. Er bietet bei einer Blende von f/3.5 einen optischen und somit 3,5-fachen verlustfreien Zoom. Die äquivalente Brennweite wird mit 26 bis 91 Millimeter angegeben. Die maximale Vergrößerung und somit digital beträgt das 40-fache, was mit einer äquivalenten Brennweite von 92 bis 1.400 Millimeter deklariert wird.

Technische Daten der Hauptkamera

ZTE Axon 40 Ultra im Go2mobile Test

Gut versteckt hinter 400 Pixel per inch (ppi) liegt eine 16 Megapixel auflösende Frontkamera. Inzwischen die dritte Generation, welche die besten Ergebnisse in der UDC-Technologie verspricht. Verantwortlich fühlt sich dafür erneut ein OmniVision Bildsensor mit der Modellbezeichnung OV16E1Q. Diesmal eine Größe von 1/2.8 Zoll, einer Blende von f/2.0 und einer äquivalenten Brennweite von 26 Millimeter.

Frontkamera

Ich mache es kurz: Ja die Under-Display-Camera (UDC) der 3. Generation hat deutlich an Qualität zum Vorgänger aufgenommen. Wer aber von seiner Selfie-Kamera Höchstleistungen abverlangt, wird mit der Unsichtbaren des ZTE Axon 40 Ultra nicht glücklich. Hingegen Nutzer so wie ich einer bin, welche ihre Selbstverliebtheit im Alter abgelegt haben und die Frontkamera im Grunde nur noch für die Video-Telefonie verwenden, werden mit dem versteckten Bildsensor ihre wahre Freude haben. Denn nichts geht über ein Display das nicht durch ein Punch Hole gestört wird.

Während Aufnahme mit der richtigen Beleuchtung durchaus noch akzeptabel sind (1. Foto), ist bei direkten Sonnenlicht alles vorbei. Damit kam die Selfieknipse gar nicht mehr zurecht.

Tagesaufnahmen

Tagesaufnahmen bereiten dem Betrachter im Nachhinein ein wahre Freude. Tatsächlich ist alles so wie es sein sollte. Nicht zu viel aber auch nicht zu wenig Farbe. Wie man an dem Foto des Durchgangs am S-Bahnhof Warschauer Straße erkennt, braucht es nicht wirklich viel Licht und die Detailtreue ist dennoch gegeben. Auch die Aufnahme bei Regen, der direkt in das Sonnenlicht hinein geschossen wurde überrascht mit einer sehr guten Qualität. Fehlt nur noch der Regenbogen, den ich leider nicht entdecken konnte.

Weitwinkelaufnahmen

Auch bei den Weitwinkelaufnahmen wird schnell deutlich, dass trotz unterschiedlicher Kameras und Optiken, die Farben identisch sind. Könnte daran liegen, dass beide den identischen Sensor verwenden. Auch zu den Rändern hin sind keine typischen Verkrümmungen (Fisheye-Effekt) oder Unschärfe zu erkennen.

Nacht-Aufnahmen

Auch wenn auf dem ersten Foto die Uhrzeit augenscheinlich auf 18:15 Uhr zeigt, war es eigentlich stockfinstere Nacht und kurz vor 23:00 Uhr. Es zeigt einmal erneut, was man mit einer Langzeitbelichtung alles erreichen kann. Hier kann die Nacht zum Tag gemacht werden. Auch wenn der Himmel auf diesem Foto beeindruckt, der Betrachte wird sich kaum in die tatsächliche Stimmung bringen können. Gott sei Dank lässt sich das alles einstellen, wie dann die weiteren Nacht-Aufnahmen demonstrieren. Auch hier gibt es wenig zu kritisieren.

Zoom-Aufnahme

Die Periskop-Kamera stellt praktisch das unter Beweis, was das Datenblatt bereits prognostiziert hatte. Aufnahmen bis zum 3,5-fachen sind so wie wir sie auch von den regulären Tagesaufnahmen gewohnt sind. Bis zur 10-fachen Vergrößerung würde ich noch durchwinken. Doch alles was danach folgt hat im traditionellen Fotoalbum nichts verloren.

 

Makro-Aufnahmen

Wenn ich unbedingt einen Mangel an der Triple-Kamera des Axon 40 Ultra benennen müsste, dann wäre es die Makrokamera. Gehört sie im Grunde bei den Tests zu meinem Lieblingsspielzeig – vermutlich da andere Tester diese generell für überflüssig halten – werde ich in diesem Fall nicht so recht warm mit den

Ergebnissen. Tatsächlich finde ich sogar das die vergrößerten Aufnahmen geradewegs an Farbe und Dynamik verlieren.

Kamera-Fazit

Ich muss gestehen das ich von den Ergebnissen selbst ein wenig überrascht bin. Mal von der unsichtbaren Frontkamera abgesehen und vielleicht auch den Makro-Aufnahmen, kann die 64-Megapixel-Triple-Kamera nur schwer begeistern. Gerade Freunde der Portrait-Fotografie werden von der „35-mm-Kamera“ begeistert sein. Gerade dieses Segment kam in diesem Test ein wenig zu kurz. Hier wird aber ein separater Artikel, der die Kamera des ZTE Axon 40 Ultra und die des Vivo X80 Pro vergleicht, noch einmal tiefer drauf eingehen. Um die Wartezeit zu verkürzen, hier ein Vergleichsfoto der beiden Kandidaten.

Akku des ZTE Axon 40 Ultra

ZTE Axon 40 Ultra im Go2mobile Test

Der festverbaute Akku des ZTE Axon 40 Ultra ist 5.000 mAh stark. Das ist im Vergleich zu manch anderen Flaggschiff ein recht ordentlicher Wert, den man in dem Smartphone rein haptisch gar nicht vermuten würde. Und auch unsere erste Besorgnis bezüglich der maximalen Laufzeit aufgrund der fehlenden LPTO-Technologie beim Display war komplett unbegründet.

Der Akkutest des PC-Mark spukte uns einen Wert über 16 Stunden aus. Bestwert! Okay, dieser Wert rührt von einer Bildwiederholrate von 60 Hertz. Bei den maximalen 120 Hertz waren es dann noch 13 Stunden, was jetzt im Vergleich zur Konkurrenz auch nicht sonderlich schlecht ist. Im Gegenteil – ich wäre sogar bereit dem ZTE Axon 40 Ultra ein Laufzeit von zwei Tagen zu attestieren. Auch schon etwas länger her wo wir das von einem Smartphone sagen konnten.

Dem Verpackungsinhalt liegt ein 65 Watt starkes Netzteil bei, auch wenn es nicht auf den ersten Blick so aussieht. Es lädt das ZTE-Smartphone von 0 auf 100 Prozent in etwas unter einer Stunde. Also auch dieser Wert ist vollkommen okay. Ein Kritikpunkt gibt es am Ende doch noch. Das Axon 40 Ultra bietet kein kabelloses Laden an. Im Jahre 2022 gehört das in einem Flaggschiff zur Pflichtkür.

Als positiv möchte ich allerdings noch vermerken, das ZTE hier anders als Oppo, Realme, Xiaomi und wie sie alle heißen keinen hauseigenen Standard verwendet. Bei dem ZTE Axon 40 Ultra kann tatsächlich jedes herkömmliche PowerDelivery fähige Netzteil mit Programmable Power Supply verwendet werden.

Sicherheit und Software

Wie nahezu jedes Android-Flaggschiff mit einem AMOLED-Panel hat auch das Axon 40 Ultra einen Fingerabdrucksensor unter dem Display verbaut. In unserem Fall etwas höher als gewohnt, aber zumindest für meine Nutzung besser positioniert. In unserem täglichen Einsatz war der Scanner schnell und zuverlässig. Auch das Entsperren via Gesichtsscan ist möglich.

Und auch hier bestätigt sich die in unseren Augen eher schlecht funktionierende Frontkamera. Ein Entsperren mithilfe des angelegtem Profils funktionierte sehr häufig nicht. Ich habe auch das Profil mehr als einmal gelöscht und einen weiteren Scanversuch unter anderen Lichtbedingungen vorgenommen. Das Ergebnis wurde nicht besser. Der Gesichtsscan ist kein zuverlässiger Partner für das Entsperren.

Auf dem ZTE Axon 40 Ultra war ab Werk MyOs12.0.13 auf Basis von Android 12 installiert. Der Google Sicherheitspatch ist von Mai 2022. Es wird uns permanent ein Software-Update auf die bereits installierte Version angeboten. Das habe ich nun inzwischen dreimal heruntergeladen und auch installiert. Es verändert sich aber nichts. Dieser Loop ist schon sehr kurios.

ZTE Axon 40 Ultra im Go2mobile Test

Natürlich haben wir ZTE auch nach ihrer Updatepolitik befragt. Auch einige weitere Fragen wie ein fehlender Theme-Manager oder warum man denn keine 3rd-Party Icons installieren kann. Auch die Fragen zum bereits unter der Kategorie Design thematisierte IR-Blaster blieben bis heute unbeantwortet.

Als durchaus positiv möchten wir das Ausbleiben von vorinstallierter Bloatware notieren. Egal welcher Hersteller, irgendwie ist immer was vorinstalliert. Bei ZTE begrenzen sich die vorinstallierten Anwendungen lediglich auf einige Google-Apps. Doch diese würde ich nicht als Bloatware definieren. Einige Gesten und Bewegungen können bei dem ZTE-Smartphone eingestellt werden. Ein Blick in die Einstellungen kann also nicht schaden.

Pro und Contra

Pro

  • Ein sehr gutes Display ohne Punch Hole
  • Kameraqualität mit 35-mm-Portrait-Fotografie
  • Überragende Akku-Laufzeit
  • Gute Haptik
  • Keine Bloatware

Contra

  • Keine IP-Zertifizierung
  • Kein kabelloses Laden
  • UDC entspricht nicht allen Ansprüchen
  • Unbekannte Updatepolitik
  • Face-Unlock grenzwertig

Das Fazit des ZTE Axon 40 Ultra

Das ZTE Axon 40 Ultra ist ein verkanntes Flaggschiff-Smartphone mit besonderen Potential bei der Fotografie durch die drei 64-Megapixel-Kameras. Wobei hier ein Vergleich mit dem Vivo X80 Pro noch aussteht. Jedoch kostet das ZTE-Device keine 1.300 Euro, sondern lediglich 829 Euro!

Zuzüglich bietet die „unsichtbare“ Frontkamera einen ungestörten Blick auf ein schickes und seitlich abgerundetes AMOLED-Display mit knackigen Farben. Hohe Ansprüche kann die Selfie-Cam nach wie vor nicht bieten.

Wirklich überrascht waren wir jedoch von dem 5.000 mAh starken fest verbauten Akku, der nach langer Zeit des Testens endlich wieder einmal zwei volle Tage Laufzeit ermöglicht. Dafür lässt er sich auf Biegen und Brechen nicht kabellos aufladen oder lädt gar andere Geräte kabellos auf. Es scheint als habe ZTE für jedes Pro ein Contra parat. Das erklärt zumindest den verhältnismäßig günstigen Preis. Potentielle Kunden können vor ihrem Kauf eine klare Differenzierung erstellen und werden nicht im Nachhinein negativ überrascht.

ZTE Axon 40 Ultra im Go2mobile Test

Für mich persönlich gibt es keine wirklichen Argumente die gegen den Kauf den ZTE Axon 40 Pro sprechen. Ich wechsle jedoch auch alle zwei Jahre mein Smartphone und bin somit nicht auf eine langfristige Software-Update-Garantie angewiesen.

Update:

Antworten auf unsere Fragen

Im Laufe unseres ausführlichen Tests des ZTE Axon 40 Ultra hatten wir noch ein paar offen Fragen an den chinesischen Hersteller, auf die wir nun mit einer gewissen Verzögerung Antwort erhalten haben.

  • Warum ist kein Theme Manager vorinstalliert und wo bekomme ich neue Themes her?
    Es stehen drei vorinstallierte Designs zur Verfügung, ein extern heruntergeladenes benutzerdefiniertes Design wird jedoch nicht unterstützt.
  • Wie tausche ich Symbolsymbole aus? Alle im Google Play Store verfügbaren Symbole funktionieren nicht auf dem ZTE Axon 40 Ultra.
    Unser Produktteam hat mitgeteilt, dass der Icon-Tausch jetzt funktioniert. Kannst du es noch einmal überprüfen?
  • Welche Bedeutung hat das runde Sichtfenster auf der Oberseite, das ein IR-Blaster suggeriert?
    Ist einer installiert? Wenn ja, wo ist die App dafür?
    Das Fenster ist nur ein Loch ohne eigentliche Funktionalität.
  • Hat das Smartphone eine IP-Zertifizierung? Wenn nicht – warum nicht?
    Das Axon 40 Ultra hat tatsächlich eine IP-Schutzklasse von Stufe 3. Dies wird jedoch nur intern getestet. Eine offizielle Zertifizierung kostet zusätzlich Geld.
  • Ist das Smartphone durch Corning Gorilla Glass geschützt? Wenn ja – welche Version?
    Ja. Es ist Corning Gorilla Glass 5.
  • Wie viele System- und Sicherheitsupdates garantieren sie?
    Axon-Serien-Smartphone nach dem Axon 30 (einschließlich dem Axon 30) erhalten alle drei Monate ein Update. Insgesamt garantieren wir Updates für zwei Jahre.
Das ZTE Axon 40 Ultra im Test
  • 8.9/10
    Hardware - 8.9/10
  • 8.5/10
    Verarbeitung - 8.5/10
  • 7.6/10
    Software - 7.6/10
  • 8.5/10
    Performance - 8.5/10
  • 9.4/10
    Kamera - 9.4/10
  • 9.2/10
    Akku - 9.2/10
  • 9.5/10
    Preis/Leistung - 9.5/10
8.8/10

Kurzfassung

Das ZTE Axon 40 Ultra ist ein Flaggschiff-Smartphone das mit seinem Preis von 830 Euro allein schon auffällt. Gespart wurde lediglich an kabellosen Laden und einer IP-Zertifizierung. Dafür gibt es ein Kamerafreies und knackiges Display, einen Akku der ewig hält, keine Bloatware und eine Hauptkamera mit gleich drei 64-MP-Kameras. Man sollte aber eine Affinität zur Portraitfotografie haben, denn dann gibt es aktuell kein besseres Smartphone auf dem Markt. Weder zu dem Preis – noch mit der Austattung.

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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