Deutsche Post: Wir fürchten Amazon nicht als Konkurrenz

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Amazon Prime Paketlieferdienst gegen die Deutsche Post

Wer etwas bei Amazon bestellt bekommt seine bestellten Waren in der Regel sehr zügig geliefert von DHL beziehungsweise der Deutschen Post. Allerdings könnte sich das in Deutschland eventuell ändern, denn angeblich plant der US-Versandriese einen eigenen Paketlieferdienst aufzubauen. Bahnt sich da ein Kampf an um das Ausliefern der Pakete?

Seit einigen Monaten testet Amazon im Raum München ein eigenes Zentrallager zur Auslieferung von Paketen, was logischerweise von den deutschen Zustelldiensten für Pakete aufmerksam beobachtet wird. Vor allem ob aus dem Versuchsgebiet noch mehr hervor gehen könnte. Angeblich plant der US-Konzern sein Netz zum Ausliefern von Bestellungen auf weitere Gebiete innerhalb Deutschlands auszudehnen.

Amazon belebt das Geschäft

Muss die Deutsche Post mit ihrem Tochterunternehmen DHL nun einen harten Einschnitt fürchten, wo Amazon doch als einer der größeren Unternehmenskunden von DHL gilt? Nein, das deutsche Unternehmen zeigt sich nicht sonderlich beeindruckt von den Ambitionen des US-Versandriesen. Eher das Gegenteil ist der Fall, wie Frank Appel als Chef der Deutschen Post sagt. Er freue sich sogar über die Konkurrenz da sie beweist, dass der Markt zum Ausliefern von Paketen in Deutschland sehr attraktiv sei.

Bei der Vorstellung der Bilanz für das Geschäftsjahr 2015 im DHL-Innovationszentrum Troisdorf bei Bonn sehe man den möglichen Konkurrenten aus den USA eher als sportliche Herausforderung an. Immerhin verfüge man im Gegensatz zu Amazon bereits über hervorragende Mitarbeiter, eine große Infrastruktur und sei auch allgemein der führende Paketzusteller in Deutschland. Man sieht die Möglichkeit eher als eine Belebung des Zustellergeschäfts.

Deutsche Post mit soliden Ergebnissen

Auch Branchenexperten sehen keine große Gefahr für die Deutsche Post. Jochen Rothenbacher der Investmentbank Equinet erwartet, dass Amazon nur wenig an den Zahlen der Deutschen Post verändert. Seinen Schätzungen zufolge würde Amazon rund 500 Millionen Euro zum Umsatz der Deutschen Post beitragen und etwa 50 Millionen Euro Gewinn – bei einem Gesamtumsatz von etwa 59,2 Milliarden Euro und einem Gesamtgewinn von 2,4 Milliarden Euro im letzten Geschäftsjahr der Deutschen Post. Finanziell wäre es also kein schwerwiegender Verlust.

Dennoch lässt sich eine gewisse Nervosität in der Branche nicht leugnen, wie auch der Bundesverband Paket und Expresslogistik (Biek) kürzlich sagte. So sei Amazon ein enorm finanzstarker Konzern, welcher trotz allem die neuen Branchen wo er aktiv wird in Schwung bringen kann. Dies sagte erst kürzlich Florian Gerster, Vorsitzender des Verbandes.

Trotzdem werde das klassische Zustellgeschäft im Bundesgebiet auch weiterhin fest in der Hand der Deutschen Post bleiben. Kein anderes Unternehmen hat eine derart dichte Infrastruktur und so viele Möglichkeiten zum Versenden von Paketen. Von daher werde man auch einiges anstellen, um das eigene Geschäft über den Online-Handel auch in weitere Länder auszubreiten.

Wachstumsmotor Online-Shopping

Denn auch Frank Appel als Chef der Deutschen Post erwartet, dass der Boom des Online-Shoppings auch weiterhin für ein kräftiges Wachstum der Paketlieferungen verursacht. Bis 2020 sollen seinen Schätzungen zufolge die Paketmengen zwischen 5 und 7 Prozent wachsen – einen ersten Ausblick konnte der Konzern bereits letztes Jahr erleben. So sei die Anzahl der auszuliefernden Pakete um 9,9 Prozent auf über 1,1 Milliarde Pakete gewachsen.

Da wird auch Amazon nicht so schnell nennenswerte Erfolge vorweisen können. Zumal der US-Versandriese nicht unbedingt als vorbildlicher Arbeitgeber gilt in der Lieferbranche.

[Quelle: N24]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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