Motorola: Google hat uns nie wirklich unterstützt

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Lenovo Motorola Mobility

Als Google im Jahre 2012 Motorola Mobility für 12,5 Milliarden US-Dollar übernahm, kam schnell die Vermutung auf, dass der Internet-Konzern es nur auf das umfangreiche Patentportfolio abgesehen hätte. Mittlerweile wissen wir: Das stimmt. Einige höhere Manager des ehemaligen Smartphone-Herstellers von Google haben das jetzt nochmals bestätigt.

Die Übernahme des Mobilfunk-Pioniers war für Google ein ziemlich großer Spagat. Als (Haupt)Entwickler der Android-Plattform war Google bisher ziemlich abhängig von seinen vielen Hardware-Partnern, schließlich hab diese mit ihren Geräten einen großen Anteil am Erfolg von Android selbst. Wenn Google jetzt selbst aktiv als Hardware-Hersteller aufgetreten wäre, eben über die zugekaufte Tochter Motorola, hätte man die anderen Partner nur verärgert. Also hat sich Google weitestgehend aus dem Geschäft herausgehalten so gut es ging. Motorola war zu Hundert Prozent für all seine Entscheidungen allein verantwortlich.

 

Motorola und Google

Senior Vice President of Software Engineering Steve Horowitz hätte das gerne anders gesehen, insbesondere wenn er Termine bei Google hatte. Laut seiner Erfahrung mussten die Motorola-Manager wie jeder andere in der Lobby warten bis er an der Reihe war. Seinem Empfinden nach versuchte Google möglichst neutral zu bleiben, obwohl man ja irgendwie zum Konzern dazu gehörte. Eigentlich wollte man nur ein erfolgreiches Motorola aber wirklich gebraucht hat es Google nie.

Das Google keinerlei tragende Rolle spielte zeigt sich auch in den Produkten, die Motorola in der Zeit unter Googles-Besitz hervorbrachte. Senior Vice President of Supply Chain and Operations Mark Randall hob das Moto G als bestes Beispiel für die Arbeit von Motorola hervor. AM Anfang von dessen Entwicklung holte das Unternehmen die Meinung zahlreicher Kunden ein und entwickelte das Smartphone anhand dieser Informationen zu seinem heutigen Zustand. Das es die richtigen Entscheidungen waren zeigt der unglaubliche Erfolg des Moto: Kein anderes Motorola-Smartphone verkaufte sich je so gut. Dasselbe kann auf die Software angewendet werden, denn auch das ist ganz allein die Entscheidung von Motorola gewesen.

 

Motorola und Lenovo

Künftig kommt ein fast unberührtes Android zum Einsatz, da Motorola die Weiterentwicklung lieber in den (fähigeren) Händen des Android-Teams belasse. Das hat aber auch so seine Vorteile: Motorola kann besonders schnell Updates verteilen, gerade im Hinblick auf die Konkurrenz. Bestätigt sich alleine dadurch, dass bereits 19 Tage nach der Vorstellung von Android 4.4 KitKat selbiges für das Moto X als Update verfügbar war. Da kann echt kein anderer Hersteller mithalten, abgesehen von den Nexus-Geräten.

Unter dem neuen Besitzer wird die erfolgreich begonnene Strategie übrigens konsequent weiterverfolgt, was für einige interessante Geräte sprechen dürfte. Abgesehen davon ist eine andere Software-Plattform für Motorola zumindest aktuell kein Thema, das man vertiefen müsse. Das Unternehmen ist mit Android mehr als zufrieden, daher kommt ein Wechsel bzw. Experimente nicht in Frage. Stattdessen wird man versuchen von der Zuliefererkette und den verfügbaren Technologien Lenovos profitieren zu können. Da wird die Zukunft richtig spannend was Motorola betrifft. Mit Moto G (zum Test) und Moto X (zum Test) haben sie jedenfalls ordentlich vorgelegt.

[Quelle: AndroidPit]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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