[Test] HUAWEI Honor 6 – Darf etwas preiswerter sein?

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HUAWEI Honor 6 Test

Der chinesische Mobilfunkkonzern HUAWEI gehört zu den größten Herstellern im Smartphone-Bereich weltweit, der allerdings vor allem im Heimatmarkt aktiv ist. Dort gibt es mit dem HUAWEI Honor 6 seit einem halben Jahr ein richtig interessantes Smartphone, welches es als eigenständige Marke nun nach Europa geschafft hat. Aber kann es trotz seines Alters noch überzeugen?

Wenn man den Blick mal etwas über den chinesischen Smartphone-Markt schweifen lässt, dann sieht man sehr viele preisgünstige und dennoch technisch anspruchsvolle Geräte. Die meisten sind entweder nur über manchmal etwas dubios erscheinende Import-Händler in Europa zu bekommen und manchmal passt die Netztechnologie nicht zu unseren Netzen. Zumindest HUAWEI ändert das ein wenig, denn das HUAWEI Honor 6 kommt als mehr als ansprechende Alternative nach Deutschland und das auch noch als eigene Online-basierte Marke. Nur: Kann sich ein halbes Jahr altes Smartphone überhaupt gegen die etablierte Oberklasse-Konkurrenz behaupten? Und wie.

Übrigens soll die Marke Honor hauptsächlich die „Digital Natives“ ansprechen, sprich diejenigen Menschen, die einen Großteil ihrer Zeit online verbringen. Das HUAWEI Honor 6 ist dabei das erste verfügbare Modell und wird vollkommen separat zu den anderen Produkten HUAWEIs entwickelt und gepflegt. Das wird mit der Zeit auch die Software selbst betreffen, sodass sich künftige Updates optisch deutlich von HUAWEI-Geräten abheben dürften. Verkauft werden die Geräte zudem ausschließlich online, sodass Honor sonst anfallende Zusatzkosten für Händlermargen und dergleichen sparen kann.

HUAWEI Honor 6 Test

Technische Daten des HUAWEI Honor 6

Technische Daten

Prozessor

HiSilicon Kirin 920 Octa-Core mit 1,7 GHz + 1,3 GHz
GPU: ARM Mali T624 MP4

Betriebssystem

Android 4.4.2 KitKat mit Emotion UI 2.3

Interner Speicher

16 GB interner Speicher (via MicroSD-Card erweiterbar)

RAM

3 GB

Modellbezeichnung

H60-L04

Display

5 Zoll IPS, 1.920 x 1.080 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB 2.0, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Accelerometer, Proximity, Gyroskop, Licht, Fingerabdruck

Abmessungen (HxBxT mm)

139,6 x 69,7 x 7,5 mm

Gewicht

130 Gramm

Gehäusematerial

Kunststoff

Kamera

13 Megapixel Kamera mit Dual-LED-Blitzlicht,
5 Megapixel Frontkamera

Internet

GSM (850/900/1.800/1.900 MHz) + UMTS/HSPA+ (850/900/1.800/1.900/2.100 MHz) 42 Mbit/s + LTE (800/1.800/2.600 MHz) 300 Mbit/s + Dualband WLAN a/b/g/n

Bluetooth

4.0 HS BLE

Akkutyp

Li-Ion, Fest verbaut

Kapazität

3,7 V/3.100 mAh

Gesprächszeit

n/a

Standby-Zeit

n/a

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 850/900/1900/2100 MHz,
LTE 800/900/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 299,99 Euro (aktuell ab 299,99 Euro (Schwarz und Weiß), Stand 09/11/14)
Besonderheit WiFi Direct, DLNA, Status-LED, LTE Cat6, IR-Blaster, Dolby Digital Plus via Kopfhörer

 

Zubehör

HUAWEI Honor 6 Test

Das Honor 6 by HUAWEI geht in Deutschland in so mancher Hinsicht neue Wege, die sich aber in erster Linie auf den Preis für das Gesamtpaket beziehen und die Art des Vertriebs. Dass die Marke Honor anders sein soll zeigt sich sogar im Lieferumfang des HUAWEI Honor 6: Neben den üblichen Dingen wie USB-Netzteil, USB-Kabel, Kabel-Headset und Kurzanleitung nebst Garantieinformationen gibt es weiteres Standard-Zubehör. Das umfasst ein kleines Plastikkärtchen zum Einfügen und Entfernen der MicroSD-Karte und wertig wirkende Folien für die Vorder- und Rückseite des HUAWEI Honor 6. Auf jeden Fall etwas unüblich und gerade die Folien sind zu begrüßen.

 

Design und Verarbeitung

Wie schon erwähnt ist das HUAWEI Honor 6 in China schon ein gutes halbes Jahr alt, weswegen man es nur bedingt zur Oberklasse der Smartphones zählen könnte. Eigentlich, denn trotz seines Alters ist das Android Smartphone von HUAWEI noch lange kein altes Eisen. Das trifft auf den ersten Blick jedoch nur bedingt zu, denn ein wirklich eigenständiges Design kann man dem HUAWEI Honor 6 nur schwerlich zusprechen. Vielmehr sieht es aus wie eine Mischung aus den Geräte-Designs von Apple, Sony mit einem ganz zarten Hauch des LG Nexus 4. Ein bisschen vom HUAWEI Ascend P7 findet sich übrigens auch noch wieder.

Nur um Missverständnisse vorzubeugen: Schlecht ist diese Mischung keinesfalls, denn das HUAWEI Honor 6 kommt dadurch sehr schlicht und dennoch elegant daher. Leider kann man das vom Gehäuse-Material selbst nicht gerade behaupten, denn hier setzt HUAWEI komplett auf Kunststoff. Dabei sieht der Rahmen auf den ersten Blick aus wie gebürstetes Aluminium. Das wirkt gerade mit Blick auf zum Teil preiswertere Konkurrenz etwas unschön aus wie dem Wiko Getaway (zum Test). Ein paar Pluspunkte hätte das HUAWEI Honor 6 sammeln können, wenn sich der Kunststoff wenigstens sehr hochwertig anfühlt, aber auch das ist nicht der Fall. Er ist eher zweckmäßig, was eigentlich auch nicht ganz verkehrt ist. Trotzdem erwartet man von einem Premium-Smartphone auch gewisse Premium-Materialien und keinen Kunststoff in Klarlack-Optik.

Was wiederum überzeugen kann ist die Verarbeitung des Android Smartphone an sich. Sämtliche Spaltmaße sind sehr gleichmäßig und klein, was auch für die Klappe zum Zugriff auf Micro-SIM- und MicroSD-Slot zutrifft. Die Klappe selbst fügt sich rein optisch nahezu perfekt in den Kunststoff-Rahmen ein. Lediglich wenn man mit dem Finger über die Stellen fährt, spürt man die Klappe leicht. Übrigens ist das Smartphone trotz der sehr fest schließenden Klappe nicht wasserdicht wie es beispielsweise bei dem Sony Xperia Z3 der Fall ist. Hier kommt zudem das im Bereich Zubehör erwähnte Kunststoff-Plättchen zum Einsatz. Mit dessen Hilfe kann man die MicroSD sowie die Micro-SIM ein- bzw. auswerfen, falls man keine allzu langen Fingernägel besitzt.

Auf derselben Gehäuseseite befinden sich im oberen Bereich die einzigen Hardware-Tasten des HUAWEI Honor 6: Die Lautstärke-Wippe und die Power-Taste. Beide sind ebenfalls aus Kunststoff gefertigt und besitzen einen leicht sehr guten Druckpunkt. Zwar ist dieser gefühlt ein kleines bisschen schwammig, aber insgesamt sehr fest. Die Tasten selbst wackeln bei unseren Geräten übrigens nicht, was sehr positiv zu werten ist. Die gegenüberliegende Seite des Gehäuses ist vollkommen frei.

Auf der Unterseite des Rahmens befinden sich die MicroUSB-Schnittstelle und eines der zwei Mikrofone des HUAWEI Honor 6. Auf der Stirnseite des Smartphones wird es wiederum interessant: Neben der üblichen 3,5 mm Audio-Buchse ist das zweite Mikrofon verbaut und ein Infrarot-Sensor zum Bedienen der heimischen Elektronik. Dieser ist allerdings etwas besonderes: Er sendet nicht nur, er kann auch Signale empfangen. Ironischerweise ist die passende App von HUAWEI aber nicht vorinstalliert, aber das ist kein allzu großes Problem. Hier gibt es den Download der nötigen App.

Die Rückseite selbst ist unspektakulär. Lediglich die 13 Megapixel Kamera mit Dual-LED-Blitzlicht, das Honor-Logo, ein CE-Prüfzeichen und der Mono-Lautsprecher sind auf der Rückseite untergebracht. Diese besteht entgegen dem äußeren Anschein nach nicht aus Glas. Stattdessen scheint es sich um einen Kunststoff mit einem interessanten Muster zu handeln. Dieses ist allerdings nur im sich spiegelnden Licht zu sehen, was irgendwie auch schade ist.

HUAWEI Honor 6 Test

Mit 130 Gramm ist das HUAWEI Honor 6 erfreulich leicht, was nicht zuletzt dem Kunststoff geschuldet ist. Durch seine Maße von 139,4 x 69,7 mm ist es zudem recht handlich. Die abgerundeten Kanten lassen das Smartphone zudem sehr angenehm in der Hand liegen. Scharfkantig ist ebenso ein Fremdwort und das wiederum ist wirkliches Top-Niveau, welches nicht den Vergleich zu Sony oder gar HTC scheuen muss.

 

Display

Wie es sich für ein Top-Smartphone gehört ist auch das Display von entsprechender Qualität. 5 Zoll in der Diagonale misst dieses bei dem HUAWEI Honor 6 und zeigt 1.920 x 1.080 Pixel an. Das entspricht einer Pixeldichte von 441 PPI und ist in dieser Größenordnung mittlerweile Standard bei den besseren Smartphones. Erst ein Top-Gerät wie das HUAWEI Honor 6 kann jedoch zusätzlich mit richtig hoher Blickwinkelstabilität aufwarten, kräftigen Farben und einer hohen Helligkeit, die selbst im Freien das Erkennen des Displays ermöglichen. Wem die Darstellung des HUAWEI Honor 6 nicht passt, der kann sich mit Bordmitteln der Firmware die Farbtemperatur zwischen warm und kalt noch ein wenig genauer einstellen. Etwas das die wenigsten Hersteller ihren Geräten spendieren und sehr löblich hervorgehoben werden darf.

 

CPU und GPU

HUAWEI Honor 6 TestWenn ein Smartphone nur 300 Euro kostet, dann könnte man meinen, dass bei dem verbauten Prozessor gespart wurde. Nicht so bei dem HUAWEI Honor 6, wo eine Eigenentwicklung von HUAWEI zum Einsatz kommt. Diese hört auf den Namen HiSilicon Kirin 920, besitzt acht Kerne und arbeitet nach dem big.LITTLE-Prinzip von ARM mit jeweils abwechselnd vier Kernen. Dabei kommen vier Cortex A15 Kerne mit 1,7 GHz für leistungshungrige Anwendungen zum Einsatz und vier Cortex A7 Kerne mit 1,3 GHz, die im Leerlauf bzw. bei weniger anspruchsvollen Aufgaben zum Einsatz kommen.

Mit einer Leistung von 40.543 Punkten im AnTuTu v5 Benchmark kann sich das Smartphone durchaus sehen lassen, auch wenn aktuelle Flaggschiffe anderer Hersteller bereits an der Marke von 45.000 Punkten kratzen. Trotzdem ist das HUAWEI Honor 6 wirklich zu jeder Zeit sehr flüssig in der Bedienung. Ruckler oder gar Wartezeiten sind quasi nicht vorhanden und darauf kommt es letztlich mit an. Daran dürfte auch der mit 3 GB sehr großzügig dimensionierte RAM nicht ganz unschuldig sein.

Für die grafische Leistung ist im Kirin 920 Octa-Core eine ARM Mali T624 MP4 GPU, die ihrerseits für ordentliche Ergebnisse sorgt. Auch grafisch aufwändigere Spiele mit vielen Schatten-, Partikel- oder sonstigen Effekten schafft der Grafikchip. Auf Augenhöhe zu einer Adreno 420 in einem Snapdragon 805 Quad-Core ist der Chip zwar nicht, aber mit einer Adreno 330 des Snapdragon 801 kann es die Mali T624 aufnehmen. Für ein 300-Euro-Smratphone ist das wirklich beeindruckend.

 

Akku

Auf dem Datenblatt ist der mit 3.100 mAh Kapazität gelistete Akku eine tolle Sache, erst Recht bei einer Gehäusedicke von lediglich 7,5 mm. Leider werden die Erwartungen nicht ganz erfüllt, da sich das HUAWEI Honor 6 nicht zu einem Ausdauerläufer im oberen Bereich herausstellt. Stattdessen landet es eher im Mittelfeld. Einen ganzen Arbeitstag mit häufiger Benutzung hält es zwar durch, aber gerade bei Spielen schmilzt die (optional einblendbare) Prozentanzeige zusehends in Richtung der 0 Prozent.

Um mal ein paar Richtwerte zu geben: Bei der Videowiedergabe in Dauerschleife hielt das HUAWEI Honor 6 gute viereinhalb Stunden lang durch und das bei maximaler Helligkeit. Ein durchaus guter Wert, aber andere Geräte schaffen eben mehr in dieser Disziplin. Für ein Smartphone, dass für überwiegend Online-lebende Menschen aus der Gattung „Digital Natives“ gedacht ist, fast schon ein wenig enttäuschend.

HUAWEI Honor 6 TestUm zum Ende hin noch etwas zusätzliche Laufzeit herauszuholen, kann man den Energiesparmodus auch auf „Ultra“ setzen und laut HUAWEI so noch bis zu 20 Prozent herauskitzeln. In diesem Modus wird das HUAWEI Honor 6 auf die grundlegendsten Funktionen reduziert: SMS, Telefonieren und die Kontaktliste. Wer zum Abend hin auf Internet, WhatsApp und dergleichen verzichten kann, holt wirklich noch etliche Stunden zusätzlich bis zum nächsten Morgen heraus. Keine wirklichen spürbaren Auswirkungen was den Energieverbrauch betrifft hat jedoch eine andere Funktion: Der Bildschirm-Sparmodus. Bei dieser Option wird die Auflösung des Displays kurzerhand auf 1.280 x 720 Pixel „heruntergerechnet“, was in der Theorie eine geringere Belastung des Prozessors und der GPU des HUAWEI Honor 6 zur Folge haben müsste. In der Praxis wirkt sich das allerdings nicht wirklich aus, sieht man von einer geringeren Bildschärfe ab.

 

Konnektivität

In Sachen Verbindungen zur Außenwelt ist fast alles vorhanden was man so den Tag über gebrauchen könnte. Von Dualband WLAN mit den Standards a/b/g/n über Bluetooth 4.0 und GPS ist der Standard an Verbindungsmöglichkeiten erfüllt. Selbst LTE findet sich wieder und wie sich das für einen der führenden Netzwerkausrüster im Mobilfunk gehört mit LTE Cat6. Das heißt, dass sich Daten theoretisch mit bis zu 300 Mbit/Sekunde herunterladen lassen. In der Praxis sind solche Werte jedoch nicht zu erreichen, selbst wenn die Mobilfunknetze diese Geschwindigkeit unterstützen und die Zelle in welcher man eingebucht ist vollkommen leer ist.

Was auf der Presse-Veranstaltung allerdings nicht erwähnt wurde, ist der IR-Blaster auf der Stirnseite. Das könnte vermutlich darin begründet liegen, dass einfach keine passende App vorinstalliert ist. Etwas verwunderlich ist das schon, denn die heimische Multimedia-Elektronik über das Smartphone steuern zu können ist schon etwas besonderes. Erst Recht wenn man – entsprechende App vorausgesetzt – eigene Tasten-Codes anlernen kann. Das beherrscht nicht jedes Android Smartphone auf dem Markt.

HUAWEI Honor 6 Test

Was man bemängeln könnte ist das Fehlen von NFC, womit sich zwei Geräte unkompliziert verbinden und danach miteinander Daten austauschen lassen. Außerdem unterstützt immer mehr Zubehör das Koppeln über NFC, wodurch die Eingabe von PINs oder Passwörtern entfällt. Eine Komfortfunktion die man durchaus vermissen kann. Wer zudem Türschlösser mit NFC nutzt, braucht das HUAWEI Honor 6 nicht weiter anschauen, obwohl es ein wirklich verdammt gutes Smartphone ist.

Als wenig spektakulär hat sich die Sprachqualität des HUAWEI Honor 6 herausgestellt. Diese kann weder beeindrucken, aber enttäuschen tut sie wiederum auch nicht. Die Lautstärke während eines Gespräches selbst ist kräftig und klar, was auch für die Gegenseite gilt. Allerdings könnte die Lautstärke manchmal etwas größer sein, gerade wenn Umgebungsgeräusche ins Spiel kommen.

 

Kamera

HUAWEI Honor 6 Test

Die Rückseite wird wie bei einem Smartphone üblich von einer Kamera geziert. Im Fall des HUAWEI Honor 6 löst diese mit einer Auflösung von 13 Megapixeln auf, wobei das wie so oft nur für das Bildformat von 4:3 gilt. Im beliebteren 16:9 Modus sind maximal 10 Megapixel drin, was man jedoch als ausreichend bezeichnen kann.

Die Bildqualität selbst kann man im oberen Mittelfeld einordnen, was für ein 300-Euro-Smartphone wirklich gut ist. Die Bildschärfe ist insgesamt als gut zu bezeichnen, aber sobald man hineinzoomt nehmen die Details sichtlich ab. Sowieso gelingen die besten Aufnahmen im Freien und bei Sonnenlicht, was allerdings für jede Kamera gleichermaßen gilt. Die besten Ergebnisse erhält man übrigens mit dem (voreingestellten) Automatik-Modus sowie der Option „Bestes Foto“. Wer vor allem auf Details Wert legt sollte den HDR-Modus mit aktivieren.

Wie immer hier der Vergleich des HUAWEI Honor 6 zur Sony Smart Shot QX10, der Canon EOS 660D und dem HUAWEI Ascend Mate 7.

Videos nimmt die rückseitige Kamera mit maximal 1.920 x 1.080 Pixel auf und bietet wie die Foto-Funktion bei Sonnenlicht eine ordentliche Bildqualität. Sobald das Licht etwas schlechter wird nimmt das Bildrauschen allerdings stark zu. Ebenfalls weniger schön: Bei schnellen Kameraschwenks treten sehr starke Tearing-Effekte auf. Dabei ist es egal ob man in HD- oder FullHD-Qualität aufnimmt.

Die Kamera-Oberfläche kann man indes als gelungen bezeichnen, die sich auf wenige Elemente beschränkt. Lediglich die Auslöser für Fotos sowie Videos, der Schnellzugriff auf die Galerie und grundlegende Optionen wie Blitzlicht, Frontkamera und Aufnahme-Modi sind vorhanden. In den Einstellungen der Kamera-App selbst lassen sich weitere Parameter einstellen, zum Beispiel Serienaufnahme bei Gedrückthalten der Auslöser-Taste, ein Timer, die Auslöse-Automatik für lächelnde Personen oder ein Fokus, der das zu fotografierende Objekt automatisch verfolgt.

Wirklich interessant und fast schon ein wenig einzigartig ist jedoch der Schnellauslöser. Drückt man im Standby des HUAWEI Honor 6 die Lautstärke-Leiser-Taste zweimal kurz hintereinander, dann wacht das Smartphone auf und nimmt direkt einen Schnappschuss auf. Nach geglückter Aufnahme wird die Auslösezeit angezeigt, die in der Regel knapp über einer Sekunde liegt. In der Kamera-App des HUAWEI Honor 6 kann man auch wahlweise lediglich das Öffnen der Kamera-App festlegen.

 

Multimedia

Etwas überraschend ist der Lautsprecher auf der Rückseite. Normalerweise ist der Mono-Lautsprecher in einem Smartphone nicht weiter erwähnenswert, aber das HUAWEI Honor 6 beeindruckt sogar regelrecht. So ist dieser unerwartet kräftig ohne dabei selbst in den höheren Tonlagen auffällig zu klirren. Zwar ist das noch lange kein Vergleich mit den Stereo-Lautsprechern eines Sony Xperia Z3 (zum Test) oder den BoomSound-Lautsprechern eines HTC One M8 (zum Test), aber ungewohnt hochwertig sind sie dennoch für ein Smartphone. Auch wenn die Lautsprecher unerwartet gut klingen, eignen sie sich nur bedingt zur lautstarken Wiedergabe von Musik. Mal ganz abgesehen von der gestörten Umgebung: Über Kopfhörer ist der Audio-Genuss letzten Endes einfach voluminöser.

HUAWEI Honor 6 Test

In Sachen Speicher gibt sich das Honor 6 von HUAWEI der Konkurrenz entsprechend zurückhaltend. Lediglich 16 GB groß ist der interne Speicher, von welchem wiederum gut 11,44 GB dem Nutzer zur freien Verfügung stehen. Leider gibt es das Modell des HUAWEI Honor 6 mit 32 GB internem Speicher nur in China, was schon ein wenig schade ist. Denn damit hätte HUAWEI hierzulande sicherlich punkten können, selbst wenn das Smartphone 50 Euro teurer gewesen wäre. Zwar lassen sich MicroSD Karten verwenden, jedoch sind diese offiziell auf maximal 32 GB beschränkt. 64 GB haben zumindest bei uns problemlos funktioniert.

 

Software

Auch wenn Honor eine eigenständige Marke von HUAWEI sein soll, so lassen sich spätestens bei der Software die Ähnlichkeiten nicht mehr leugnen. Zwar ist das HUAWEI Honor 6 mit einem nicht mehr ganz so frischen Android 4.4.2 KitKat bestückt, allerdings wird dieses mit der Emotion UI in der veralteten Version 2.3 geschmückt. Das ist insofern schade, weil auf dem HUAWEI Ascend Mate 7 (zum Test) bereits die weitaus schickere Version 3.0 der Emotion UI zu finden ist. Hoffentlich kann der Hersteller sein Versprechen einhalten und liefert ein schnelles Update hinter. Bei der Gelegenheit am liebsten gleich mit dem neuen Android 5.0 Lollipop, dass Google am 3. November freigegeben hat.

Die Emotion UI von HUAWEI unterscheidet sich sehr deutlich von den Oberflächen anderer Hersteller. Das auffälligste Merkmal: Ein klassischer App Drawer fehlt komplett. Alle installierten Apps landen auf dem Homescreen, der maximal neun Seiten haben kann. Wer viele Apps installiert, dessen Homescreen wird schnell voll. Immerhin kann man Apps in Ordnern organisieren, was auch dringend zu empfehlen ist. Es sei denn man nutzt einen Homescreen-Ersatz wie den Nova Launcher, welcher durch Android 4.4 KitKat auch die Transparenz-Effekte der Button-Leiste unterstützt.

Ansonsten kann das HUAWEI Honor 6 mit der Emotion UI wie von HUAWEI gewohnt mit etlichen Tools überzeugen, die man sonst nur durch zusätzliche Apps bekommt. Unter anderem kann man den Internetzugriff einzelner Apps reglementieren, sodass entweder nur über WLAN, Mobilfunk, beides oder gar nichts zu beziehen sind. Zudem wird der Datenverbrauch von WLAN und Mobilfunk separat angezeigt, was zum aufspüren Datenhungriger Apps gar nicht mal so verkehrt ist. Weiterhin lassen sich Leistungsintensive und damit Energiehungrige Apps überwachen (und bei Bedarf beenden), Hintergrund-Apps zur Ausführung im Standby freigeben, die Benachrichtigungen von Apps steuern oder zusätzliche virtuelle Tasten am Display-Rand einblenden.

Das die Entwickler der Emotion UI wirklich einen Blick für die kleinen Details an Funktionen haben, zeigt unter anderem die App „Lupe“. Damit lässt sich die rückseitige Kamera zur Vergrößerung von Objekten nutzen und nutzt einen festen Fokus dazu. Funktioniert wirklich klasse, ist aber logischerweise nur bedingt mit einer echten Lupe zu vergleichen. Oder der „Spiegel“, der als Ersatz eines echten Spiegels herhalten soll. Witzige Details: Hält man den Finger im geöffneten „Spiegel“ gedrückt, dann zerspringt dieser unter knackenden Geräuschen. Haucht man jedoch in das Mikrofon, dann beschlägt dieser und man kann ihn mit dem Finger wieder frei wischen. Dennoch sind es gerade solche kleinen Apps, die den gewissen Mehrwert des Honor 6 und HUAWEI-Smartphones im Allgemeinen ausmachen.

Allerdings wirkt die Oberfläche dafür richtig altmodisch, bunt und viel zu niedlich. Zwar kann man mit der Theme-Engine und online verfügbaren Themes das Aussehen ein wenig verändern. Allerdings trifft das nur auf App-Icons und den Hintergrund des HUAWEI Honor 6 zu. Menüs, Buttons, Schalter sowie Design-Farben bleiben davon leider unberührt. Spätestens deswegen sollte möglichst bald ein Update auf die Emotion UI 3.0 folgen.

 

Fazit zum HUAWEI Honor 6

Wer ein Smartphone für 300 Euro kauft, der denkt zunächst an ein Modell in der Mittelklasse. Das HUAWEI Honor 6 ist das allerdings nicht, denn die Leistung und Ausstattung des Smartphones aus der Feder von HUAWEI kann locker mit den Oberklasse-Geräten anderer Android-Hersteller mithalten. Wäre das Honor 6 deutlich teurer, dann könnte man wirklich vieles bemängeln, aber so bleibt nur eines zu sagen: Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt bei diesem Smartphone absolut. Einzig das OnePlus One (zum Test) kommt da heran, aber das hat im Gegenzug richtig große Probleme mit der Verfügbarkeit.

Was wirklich zu kritisieren ist am HUAWEI Honor 6 wäre die nicht gerade überzeugende Ausdauer des Akkus, die veraltete sowie zu verspielte Emotion UI 2.3, eine fehlende IR-App und die Tatsache, dass das Android Smartphone schon seit einem halben Jahr in China auf dem Markt ist. Wenn man über das hinweg sehen kann, bekommt ein hervorragendes Smartphone, dass einen gut über den Tag begleitet und etliche wirklich nützliche Features zu bieten hat.

Testurteil Honor 6

Wertung
Geschwindigkeit 5/5
Display 5/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 4/5
Preis 5/5

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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