Ärzte sprechen sich gegen Apple HealthKit aus

Zusammen mit dem kommenden iPhone 6 wird mit iOS 8 auch eine neue Version von Apples mobilen Betriebssystem ausgeliefert. Eine der größten Neuerungen des Updates wird Apple HealthKit sein, eine Plattform zum Sammeln allermöglichen Daten zum Thema Fitness. Aber nicht jeder ist über diesen Schritt glücklich und vor allem Ärzte haben berechtigte Bedenken und lehnen die Plattform ab.

Warum Ärzte eher gegen Apples HealthKit (zum Beitrag) sind erklärt Dr. Dushan Gunasekera – ein in London praktizierender Arzt – in einem Artikel des Forbes Magazine. Seiner Meinung nach können von in Smartphones oder SmartWatches verbaute Sensoren keine ausreichend hohe Genauigkeit bei Messungen von Blutdruck, Puls, Herzfrequenz oder gar Blutglukose-Anteil gewährleisten. Deswegen sieht er keinen seriösen Arzt in der Lage eine gute Diagnose zu erstellen, nur indem er auf die gesammelten Daten eines Smartphones schaut.

Widerstand gegen HealthKit

Ein Kollege aus London – Dr. Rakesh Kapila – meint sogar, dass solche technischen Hilfsmittel zu unschönen Nebeneffekten führen könnten. So befürchtet er, dass manche Patienten geradezu eine krankhafte Obsession für die HeealthKit entwickeln könnten. Dem könnten Apple und Entwickler von Gesundheits-Apps ein wenig entgegen wirken, indem sie eine Hilfefunktion einbauen die sich meldet, sobald die gemessenen Werte nach medizinischen Richtlinien eine Handlung erfordern. Anderenfalls könnte die Vorstellung der HealthKit-Nutzer ein kleineres Gebrechen in eine unheilbare Krankheit verwandeln.

Dr. Gunasekera fügt jedoch hinzu, dass manche Menschen von HealthKit auch profitieren können und das wären vor allem Diabetiker. Gerade das Überprüfen des Blutglucose-Spiegels könnte mit der neuen Plattform von Apple künftig ohne eine Blutprobe ermöglicht werden. Dazu müssten lediglich verschiedene Sensoren im Diabetes-Patienten selbst implantiert werden, welche wiederum mit Apple HealthKit kommunizieren und somit jederzeit medizinisch-akkurate Messwerte liefern. Diese Methode würde wiederum automatisch vor einem zu hohen Blutglucose-Wert warnen und Diabetiker können sich rechtzeitig das überlebenswichtige Insulin spritzen.

Selbst Schwangere könnten von HealthKit einen Vorteil ziehen, indem der Herzschlag des Fötus jederzeit kontrolliert werden kann. Sobald Auffälligkeiten auftreten können Ärzte schneller reagieren und die nötigen Maßnahmen zur Rettung des Fötus veranlassen.

Die größte Gefahr – und da dürften sich alle Ärzte einig sein – sind HealthKit-Nutzer, welche die gemessenen Daten als das Maß aller Dinge betrachten und der Diagnose eines Facharztes keinen Glauben mehr schenken. Denn es soll Smartphone-Besitzer geben, die nur ihrem mobilen Begleiter vertrauen und niemand anderem. Daher bekommen die Verhandlungen Apples mit den großen US-Versicherern (zum Beitrag) eventuell eine neue Bedeutung.

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Stefan

Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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