EU-Parlament beschließt einheitliche Ladegeräte und warum Apple das nicht juckt

Gott sei Dank wird so mancher im Wirrwarr der unterschiedlichen Ports unserer Smartphones gedacht haben, als das EU-Parlament mit großer Mehrheit gestern einheitliche Ladegeräte beschlossen hat. Doch wer nun dachte er wird in Zukunft nicht mehr vor dem Problem des passenden Ladekabel stehen, den müssen wir leider enttäuschen. Apple wird vermutlich auch in Zukunft noch an dem Lightning-Stecker festhalten. Warum lest ihr in unserem folgenden Beitrag.

Wer kennt es nicht: Der Smartphone Akku neigt sich dem Ende und niemand im Büro hat das passende Ladekabel parat um für die so dringende Energie-Spritze zu sorgen. So oder ähnlich haben sich vermutlich auch die EU-Abgeordneten gestern in Belgien gefühlt, als im Kampf gegen 50 Millionen Tonnen an Elektromüll ein neuer Beschluss verfasst wurde. Ein einheitlicher Standard für die Ladegeräte unter anderem von Smartphones, Tablets, eReader, Zahnbürsten, Set Top Boxen, Notebooks, Digitalkameras und mobile Spielkonsolen soll her. Die EU-Kommission hat nun bis Juli 2020 Zeit, gemeinsam mit den Herstellern sich auf einen Standard zu einigen. Zur Auswahl stehen der USB 3.1 Standard Typ A oder C.

Einheitliche Ladegeräte sind für Apple kein Problem

Es ist nicht zufällig, dass sich das nach einem direkten Angriff gegenüber Apple und dem nach wie vor verwendeten Lightning-Stecker anhört. Dieser ist dem EU-Parlament schon seit längerem ein Dorn im Auge. Doch unabhängig davon, dass ein einheitliches Ladekabel für alle von Vorteil wäre und Apple zum Teil auch schon ein USB-Typ-C-Stecker beim iPad Pro verwendet, muss sich Cupertino nicht besorgt zeigen. Denn der Beschluss hat einen kleinen aber feinen Nachteil.

Die Rede ist von dem Ladegerät. Also dem Netzteil. Doch dieses ist auch bei Apple von jeher mit einem USB-Class-A-Port versehen. Lediglich die Buchse am iPhone ist für den Betrieb eines Lightning-Steckers vorgesehen. So auch die aktuellen Apple iPhone 11 Pro Modelle (zum Test). Das Problem ist also nicht das Netzteil, sondern vielmehr das Ladekabel, beziehungsweise das Smartphone selbst. Hier sieht aber der gestrige EU-Beschluss keine Veränderungen vor.

Apple liest auch zwischen den Zeilen

Selbstverständlich geht der allgemeine Kontext nicht komplett an Apple vorbei, sodass sich Cupertino auch bereits dazu geäußert hat.

Apple steht für Innovation und legt großen Wert auf das Kundenerlebnis. Wir glauben, dass eine Regulierung, die die Konformität aller in Smartphones verbauten Steckertypen erzwingt, Innovationen eher hemmt als fördert und den Verbrauchern in Europa und der Wirtschaft insgesamt schaden würde.
Wir glauben nicht, dass es einen Grund für eine Regulierung gibt, da die Industrie bereits auf die Verwendung von USB Typ C über einen Steckverbinder oder ein Kabel umsteigt.Dazu gehört das USB-C-Netzteil von Apple, das mit allen iPhone- und iPad-Geräten kompatibel ist.Dieser Ansatz ist für Verbraucher erschwinglicher und praktischer, ermöglicht das Aufladen einer Vielzahl von tragbaren elektronischen Produkten, ermutigt die Menschen, ihr Ladegerät wiederzuverwenden, und ermöglicht Innovationen.

Angesichts der raschen Entwicklung auf dem Gebiet des kabellosen Laden, auch als Qi-Technologie bekannt, wird dieses Thema eh bald vom Tisch sein. Selbst OnePlus-CEO Pete Lau, als größter Widerstandskämpfer gegenüber dem drahtlosen Laden, hat sich wohl für das OnePlus 8 Pro diesem Standard ergeben.

[Quelle: EU-Parlament]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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