Snapdragon 875: Flaggschiffe werden 2021 noch teurer

Keine guten Nachrichten, die aktuell über den Snapdragon 875 Octa-Core-Prozessor zu hören sind. Bereits dieses Jahr war von vielen Herstellern hinter vorgehaltener Hand zu vernehmen, dass der Snapdragon 865 SoC – als amtlicher Flaggschiff-Antrieb – für die deutlichen Preiserhöhungen unter anderem bei Sony, Xiaomi und OnePlus verantwortlich ist. Doch wie es scheint will das US-Unternehmen Qualcomm im kommenden Jahr den Bogen deutlich überspannen. Die nächste Flaggschiff-CPU soll noch einmal deutlich teurer werden.

Der US-Chip-Hersteller Qualcomm genießt aktuell eine Art Monopol-Funktion. Ein Snapdragon SoC (System on a Chip) ist für viele Kunden ein Kaufargument und wird einem Smartphone mit einem verbauten MediaTek-Prozessor vorgezogen. Samsung beispielsweise, verbaut in der Galaxy S20-Serie je nach Land einen eigenen Exynos 990 oder einen Snapdragon 865 Prozessor. Das hat sogar zu einer Petition geführt, in dem sich Nutzer beschweren den selben Preis zu bezahlen aber schlechtere Performance erhalten.

Qualcomm mit dem Snapdragon 875 in Monopol-Position?

Derartiges Käufer-Verhalten führt nun dazu, dass Qualcomm zusehend diese Macht-Position ausnutzt. Bereits in diesem Jahr mussten wir bei Smartphones, die bis dato eher als die preiswerten Flaggschiffe bekannt waren, saftige Aufpreise hinnehmen müssen. Bestes Beispiel ist hier die OnePlus 8-Serie, wo das Unternehmen sich nun gezwungen sieht mit der vermutlichen „Nord by OnePlus„-Serie etwas „preiswertes“ hinterher zuschieben. Doch wie nun zwei von einander unabhängige Leaker informieren, soll der Snapdragon 875, gefertigt in einer Strukturbreite von 5 Nanometer, noch einmal deutlich teurer werden.

Knapp 60 Prozent Preissteigerung erwarten uns

Während der Snapdragon 865 noch je nach Abnahme der Stückzahl und Preisverhandlung bis zu 160 US-Dollar kostet, sollen für den Snapdragon 875 bis zu 250 US-Dollar fällig werden. Das wäre ein Preiserhöhung von knapp 60 Prozent. Laut dem Informanten soll aber Unternehmen wie beispielsweise Xiaomi deutlich günstigere Preise erhalten. Hier ist die Rede von knapp 80 US-Dollar für den aktuellen Flaggschiff-SoC und angestrebten 130 US-Dollar für den kommenden Premium-Prozessor samt Adreno 660 GPU. Somit dürfte das Xiaomi Mi 11 im Frühjahr 2021 noch einmal deutlich teurer als die aktuellen Preise des Xiaomi Mi 10 (Pro) zwischen 799 und 999 Euro ausfallen. So wie Samsung und Oppo dieses Jahr, dürften 1.200 Euro dann keine Seltenheit mehr sein, wenn der Kunde den Snapdragon 875 Chipsatz wünscht.

Entweder werden auch andere Hersteller, wie beispielsweise Google – denen für 2021 eine Kooperation mit Samsung bei der Chip-Fertigung nachgesagt wird – auf eigene Produktion setzen oder wir werden auch in der Flaggschiff-Klasse häufiger einen MediaTek, wie den Dimensity 1000+ zu sehen bekommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Smartphone-Hersteller derartiges Verhalten noch lange tolerieren. Entscheiden wird es am Ende aber der Endverbraucher – also wir. Wie viel sind wir am Ende bereit für ein Flaggschiff-Smartphone zu bezahlen. Die Differenz zu einem Apple iPhone ist noch groß genug. Potential besteht also.

[Quelle: Sleepy Kuma | via Noteboocheck]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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