Samsung Galaxy Z Flip3: Mein erster Eindruck des Volks-Foldable

Nun ist schon wieder mehr als eine Woche vergangen, wo Samsung auf seinem Unpacked Event das Samsung Galaxy Z Flip3 und Z Fold 3 offiziell vorgestellt hat. Zwei neue Foldables, mit einigen neuen Eigenschaften, neuen Preisen und neuer Ausstattung, welche wir uns schon einmal in der GO2mobile-Redaktion anschauen konnten. In diesem Beitrag schildere ich euch meinen ersten Eindruck des „Star Trek Communicator“ mit Android OS und einem faltbaren Display.

 

Wer sich aufgrund bisheriger Daten und Teaser-Videos von einem der beiden neuen Samsung-Foldables hat bereits überzeugen lassen, um letztendlich auch von den vielen Vorteilen im Vorverkauf zu partizipieren, muss sich dennoch bis Freitag den 27. August gedulden um das Samsung Galaxy Z Flip3 oder Z Fold 3 in den Händen zu halten. Da wir uns in einer etwas exklusiveren Lage befinden und sich bereits beide faltbaren Smartphones in der Test-Redaktion befinden, wollen wir euch die Wartezeit mit einem ersten Eindruck verkürzen. Heute das Samsung Galaxy Z Flip 3, welches vom Konzern gern als Volks-Foldable gesehen wird.

Wer wie ich Fan von Star Trek-Filmen und/oder dem alten Motorola RAZR Handy ist, wird instinktiv den Kultfaktor des Klapp-Mechanismus im Z Flip 3 erkennen. Der ist zwar nicht neu, denn das ist nicht das erste Samsung-Flip-Smartphone und auch Motorola hat da eine überteuerte Alternative am Start. Apropos Preis. Dieses Jahr starten die Südkoreaner mit 1.049 (128 GB) beziehungsweise 1.099 Euro (256 GB) schon etwas günstiger als in der Vergangenheit.

Wenn man nun auch noch die 200 Euro garantierte Tauschprämie einlöst, welche bares Geld auf das Konto zurückbringt und nicht irgendwie im Samsung-Shop ausgegeben werden muss, kommt man schon in Regionen, die ich durchaus als den angepeilten „Massenmarkt“ titulieren würde. Vielleicht sogar in Kombination mit einem Free-M-Tarif bei O2. Denn dort gibt es das Foldable schon mit einer Allnet-Telefon- und SMS-Flat, sowie ein 20 GB 5G-Datenpaket ab monatliche 44 Euro (telefonische Bestellung ab Montag 8:00 Uhr unter: 030-80 20 20 372).

Design und Verarbeitung

Das Samsung Galaxy Z Flip3 ist hervorragend verarbeitet. Dieses Jahr kam sogar noch eine IPx8-Zertifizierung gegen das Eindringen von Wasser hinzu. Zum Design hatte ich bereits eingangs meine heimliche Liebe offenbart. Von der Haptik muss ich sagen war ich überrascht. Die Breite von 72,2 Millimeter unterscheidet sich nicht von herkömmlichen Smartphones. Das „große“ Fold3 ist im zusammengeklappten Zustand sogar einen Tick schmaler und daher unhandlicher. Die Position der Tasten auf der rechten Seite bedürfen einer kleinen Eingewöhnung da sei meiner Meinung nach einen Tick zu hoch sind.

Die beiden Displays

Das Samsung Galaxy Z Flip 3 ist mit zwei Bildschirmen ausgestattet. Innen ein 6,7 Zoll großes AMOLED-Display mit einer Auflösung von 2.640 x 1.080 Pixel (425 ppi). Die Bildwiederholrate beträgt dieses Jahr maximale 120 Hertz, was sich nach wie vor optisch sofort bemerkbar macht (beispielsweise beim scrollen). Bei mir eine Standard-Einstellung, wenngleich man auch weniger forcieren kann.

Samsung Galaxy Z Flip3

Die Blickwinkel-Stabilität, der Kontrast und die Sättigung an Farben ist überragend. Es hat schon Gründe, warum Hersteller wie Apple, Vivo und Xiaomi ihre Panels bei Samsung kaufen. Ein kritischer Faktor kann das faltbare Display dennoch darstellen. Denn wenngleich es Samsung „Ultra Thin Glass“ (UTG) nennt – ist der Kunststoff-Anteil doch recht hoch. Und das neigt eben dazu, empfindlicher als pures Glas zu sein.

Aber Samsung verbaut zum einen bereits die 2. Generation, welche dank Corning Gorilla Victus bedeutend widerstandsfähiger ist und zum anderen ist das Display innen im zusammengeklappten Zustand zusätzlich geschützt.

Info: Wenngleich allen Anschein Samsung in beiden aktuellen Foldables die identische Generation UTG-Panels verbaut, das Flip3 ist nicht mit einem S-Pen zu bedienen!

In unserem Szenario ist es aber zu früh hier eine Aussage zur Haltbarkeit zu treffen. Natürlich sieht man auch hier die „Displayfalte“, welche mich persönlich aber überhaupt nicht stört.

Das zweite Display auf der Außenseite ist ein 1,9 Zoll großes Panel mit einer Auflösung von 260 x 512 Pixel. Es dient primär als Info- und Benachrichtigungsanzeige und ist touch-sensitiv. Es lassen sich unterschiedliche Widgets darstellen. Was mir noch fehlte (oder ich einfach nicht gefunden habe) wäre wie beim Xiaomi Mi 11 Ultra eine Vorschau des zu erstellenden Fotos auf dem Minibildschirm.

Dual-Kamera des Samsung Galaxy Z Flip3

Gleich neben unserm „Minidisplay“ befindet sich eine Dual-Hauptkamera mit zwei mal 12 Megapixel. Ein Weitwinkel- und ein Ultra-Weitwinkel-Objektiv. Das Sichtfeld beträgt wahlweise 78 oder 123 Grad. Es gibt einen optischen Bildstabilisator und die Blende geht runter bis auf f/1.8. Das ist tatsächlich schon mehr als okay, sodass die Ergebnisse auch durchaus überzeugen können. Dennoch sollte man die Kirche natürlich im Dorf lassen. Die Qualität ist im direkten Vergleich mit anderen Flaggschiff-Smartphones wie dem OnePlus 9 Pro (zum Test) oder Oppo Find X3 Pro (zum Test) nur obere Mittelklasse.

Es gibt auch eine 10 Megapixel auflösende „Frontkamera“ oben mittig im Innen-Display (Punch Hole). Keine Under-Display-Camera wie es das Fold3 oder das ZTE Axon 30 bereits in 2. Generation bietet. Für mich aber tatsächlich eher sekundär zu bewerten.

Und was es sonst noch so gibt

Das Samsung Galaxy Z Fold 3 hat einen seitlichen Fingerabdrucksensor verbaut, welcher schnell und zuverlässig funktioniert. Ebenso gibt es Stereo-Sound, der aber „links“ (oben) durch den Lautsprecher für das Telefonieren realisiert wird. Ihr ahnt es schon: echter Stereosound kommt hier nicht auf. Der Klang ist im Allgemeinen dennoch komplett okay.

Samsung Galaxy Z Flip3

Natürlich ist die Performance mit 8 GB LPDDR5 RAM und einem verbauten Snapdragon 888 Octa-Core-Prozessor komplett ausreichend. Bauchschmerzen bereitet mir eher der 3.300 mAh „schwache“ Energiespender. Das scheint wohl dem Platzmangel geschuldet sein. Das bedeutet in der Praxis, dass intensives Nutzen des Flip3 einen zweiten täglichen Besuch an der Steckdose zwingend notwendig macht.

Das in Kombination mit nur 15 Watt Laden ist schon ein satter Minuspunkt Samsung. Da tröstet auch das kabellose Laden mit maximalen 10 Watt nur bedingt. Glück, wer am Arbeitsplatz oder im Auto ein induktives Ladepad hat. Hier muss Samsung vielleicht softwaretechnisch noch einmal nachbessern. Siehe Beispiel OnePlus.

Das Fazit meines Ersteindrucks des Samsung Galaxy Z Flip3

Ja – die Bauchschmerzen des augenscheinlich zu kleinen Akkus sind noch immer zu spüren. Doch schnell kommt der Fun-Faktor des Klapp-Mechanismus zurück und weckt den nicht stillbaren Spieltrieb in mir. Telefonieren macht wieder Spaß. Klingt dumm und ist es vermutlich auch, aber hey, lasst mich doch auch mit meinem Smartphone Spaß haben.

Samsung Galaxy Z Flip3

Das faltbare Display ist von der Qualität oberste Schublade. Wie es sich in puncto Haltbarkeit schlägt, wird die Zukunft zeigen. Auch die Haptik und besondere Größe gefällt und dürfte so manchen Displaybruch, welcher in der vorderen Hosentasche beim Setzen häufig passiert, verhindern. Die Kamera-Qualität ist oberer Durchschnitt, was mir tatsächlich komplett ausreicht. Auch auf Seiten der Software gibt es noch einiges zu entdecken, da Samsung hier viele Features für die spezielle Foldable-Gegebenheit parat hat. Update-Probleme hat es bei Samsung noch nie gegeben.

Was bleibt nun am Ende: kaufen oder nicht? Wer bei meinen Highlights emotional mit einstimmen kann, wird vermutlich mit einem Kauf des Flip 3 trotz Akku-Fail glücklich werden. Wer sich die ganze Zeit fragt, ob ich noch alle Latten am Zaun habe, für den dürfte das Smartphone eher nichts sein.

Ersteindruck des Samsung Galaxy Z Flip3
  • 8.9/10
    Hardware - 8.9/10
  • 9.1/10
    Verarbeitung - 9.1/10
  • 8.9/10
    Software - 8.9/10
  • 8.5/10
    Performance - 8.5/10
  • 7.9/10
    Kamera - 7.9/10
  • 4.8/10
    Akku - 4.8/10
  • 8.1/10
    Preis/Leistung - 8.1/10
8/10

Kurzfassung

Top Verarbeitung, super helles und kontrastreiches Display, gute Performance und eine Kamera, welche sich in der oberen Mittelklasse positioniert. Aber der Akku ist ein Krampf und hält nur – wenn überhaupt – einen Tag. Da muss dringend nachgearbeitet werden, Samsung! Aber der Coolness-Faktor beim Aufklappen des Foldable schlägt am Ende den negativen Beigeschmack.

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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