[Test] Xiaomi Mi Robot Vacuum – Premium Saugroboter zum Mittelklasse Preis

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Mit dem Mi Robot Vacuum erweitert das chinesische Unternehmen Xiaomi, die eigentlich für Smartphones und Fitnessarmbänder bekannt sind, sein Sortiment um einen Saugroboter. Für unter 400 Euro will man Konkurrenten wie Samsung, LG und Vorwerk Paroli bieten. Inwieweit der Xiaomi Mi Robot dies schafft, klärt unser Test.

Meine Frau ist technischen Spielereien in der Regel nicht sehr aufgeschlossen gegenüber eingestellt. Bis ich sie zu einem Smartphone überreden konnte, vergingen mehrere Monate. Auch beim Thema Saugroboter ging es mir nicht anders. “Was soll der Mist? Was soll das bringen?”, stellte sie die Frage. Genau wie beim Smartphone, konnte ich sie, dank dem von Gearbest zur Verfügung gestellten Xiaomi Mi Robot Vacuum, vor vollendete Tatsachen stellen. Und was soll ich sagen? Sie liebt ihn!

Verpackung und Lieferumfang

Der Xiaomi Mi Robot Vacuum kommt in einem ziemlich großen Paket daher, welches trotz dem Herkunftsland China einen guten und stabilen Eindruck macht. Sorgsam zwischen Styropor verpackt, ist der Saugroboter gut aufgehoben. Der Lieferumfang ist recht überschaubar. Neben dem bereits einsatzbereit montierten Mi Robot Vacuum befinden sich lediglich die Basisstation mit chinesischem Ladekabel und eine sehr minimalistisch gehaltene Kurzbedienungsanleitung auf chinesisch im Karton. Das Kabel sorgte bei mir erst für einen kurzen Schreck, da es kein EU Stecker war, jedoch konnte ich das Problem recht schnell lösen. Der Anschluss an der Basisstation ist die auch in Europa gebräuchliche C7 Kupplung, wie wir sie von DVD und CD-Playern her kennen. In einem ordentlichen Haushalt sollte ein solches Kabel irgendwo in der Schublade herumliegen. Ansonsten könnte man sich mit einem Adapter behelfen, was aber nicht so schön aussieht, oder man bestellt sich für einen schmalen Taler einen Ersatz bei Amazon.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die diversen Shops bei einer normalen Bestellung jedoch ein entsprechendes Zubehör bereits in den Karton legen.

Inbetriebnahme für Dummies

Nachdem man den Xiaomi Mi Robot ausgepackt und die Basisstation an einem – für den Saugroboter – gut zugänglichen Ort platziert hat, kann es eigentlich gleich losgehen. Mein Mi Robot hatte noch eine Ladung von 80% in seinem 5.200 mAh großen Akku, welches für den ersten Saugvorgang vollkommen ausreichend ist. Auf der Oberseite des Mi Robot befindet sich nur ein Knopf mit zwei Funktionen: “Einschalten” und “Heim zur Basis”. Diese reichen in der Regel für den Betrieb aus.

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Inbetriebnahme für Fortgeschrittene

Für die technikaffinen Menschen unter uns, lässt sich der Xiaomi Mi Robot Vacuum auch mit der Mi Home App von Xiaomi koppeln. Dies ist die Zentrale für die zahlreichen Smart Home Produkte, welche Xiaomi vor allem in China vertreibt. Wer damit leben kann, dass die Daten auf chinesische Server übertragen werden, erhält mit dieser App einige nette Zusatzfunktionen. So lässt sich zum Beispiel die Saugstärke von bis zu 1.800 pa damit in drei Stufen regeln. Zusätzlich kann man feste Zeiten programmieren und ein “do not disturb” einrichten, also eine Zeit, in der der sonst so gesprächige Saugroboter auf keinen Fall los plappern soll. Leider ist die Bedienung des Xiaomi Mi Robot Vacuum noch komplett auf chinesisch. Ich habe daher die wichtigsten Menüpunkte mal auf den folgenden Screenshots übersetzt:

Bei der Einrichtung ist es übrigens wichtig, “Mainland China” als Land zu hinterlegen, da sonst der Saugroboter nicht zur Auswahl steht.

Nach beendetem Saugvorgang erhält man eine Benachrichtigung mit einem Plan der gesaugten Räume und der Saugwege, welche der Mi Robot gefahren ist. So kann man sehr schnell feststellen, wo etwas im Wege stand und wo gegebenenfalls nach gesaugt werden muss.

Der Saugvorgang

Obwohl der Xiaomi Mi Robot Vacuum die mit dem Laser Distanz Sensor (LDS) gescannten Räume abspeichert, orientiert er sich nach dem einschalten jedes mal neu. Er fährt dabei die Wände und Hindernisse im Umkreis ab und beginnt erst dann mit der gleichmäßigen Reinigung. Hindernisse, wie Kinderbeine welche erst nach der Orientierung auftauchen, bringen den Saugroboter nicht sonderlich aus dem Konzept. Er umfährt diese und fährt danach mit dem saugen fort. Probleme bereiten eigentlich nur Hochflurteppiche oder all zu hohe Kanten. Obwohl die Antriebsräder flexibel aufgehängt sind, schafft er es nicht diese zu “erklettern”.

Unser 35 Quadratmeter großes Wohnzimmer saugt der Mi Robot immer in drei Abschnitten. Erst im Umkreis der Basisstation und dann den Rest. Im Schnitt benötigt er dafür 35 Minuten. Da eine Akkuladung bis zu 150 Minuten reicht, kann man also getrost das ganze Haus oder die ganze Wohnung in einem Rutsch saugen lassen. Das Reinigungsergebnis ist erstaunlich gut, auch wenn man die Saugleistung runter gefahren hat. Selbst wenn der Raum sauber aussieht, findet er in unserem Katzenhaushalt immer noch genug Dreck.

Dank der recht geringen Höhe von 8 Zentimetern schafft es der Mi Robot sogar unter unserem Bett zu saugen, auch wenn es recht knapp zugeht.

Insgesamt ist der Xiaomi Mi Robot mit 12 verschiedenen Sensoren ausgestattet, die ihn in den Räumlichkeiten navigieren lassen. Neben dem bereits erwähnten LDS, welches den Raum 1800 mal in der Sekunde abtastet, verfügt er auch über Ultraschall- und Absturzsensoren, welche ihn von Treppenstufen fernhalten. Die Wand Detektoren arbeiten ziemlich zuverlässig, so dass der Saugroboter immer knapp an dieser entlang fährt und nicht unkontrolliert hin und her schwankt.

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Der Saugroboter als erzieherische Maßnahme

Wer per Hand saugt kennt das sicher. Irgendetwas liegt immer im Weg. Dann bückt man sich, räumt es zur Seite und saugt weiter. Dies wird mit einem Saugroboter anders. Jedes Hindernis zwingt ihn dazu auszuweichen. Lose Kabel bergen eine besondere Gefahr, da die seitlichen Bürsten diese zielgerichtet in den Saug- und Bürstenbereich schieben und der Mi Robot sich diese einverleibt. Man lernt also, den Boden von losen Gegenständen frei zu halten, damit der Saugroboter störungsfrei seiner Arbeit nachgehen kann. Dies hat bei uns zum Beispiel dazu geführt, dass in den Kinderzimmern nicht mehr ein absolutes Chaos herrscht. Während wir uns vorher den Mund fusselig geredet haben, sorgen unsere Jungs jetzt unaufgefordert dafür, dass keine Kleinteile, wie zum Beispiel Legosteine, auf dem Fußboden verstreut liegen. Denn erst dann dürfen sie den Xiaomi Mi Robot Vacuum in ihrem Zimmer anwerfen und müssen nicht “mühsam” von Hand saugen… ich weiß, wir sind Rabeneltern…

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Fazit des Xiaomi Mi Robot Vacuum Saugroboter

Sicher werden viele von euch der (ehemaligen) Argumentation meiner Frau folgen, dass ein Saugroboter einfach ein teures Spielzeug wäre und man mit dem guten alten Staubsauger viel schneller die Räume sauber halten kann. Das ist im Grunde genommen auch nicht von der Hand zu weisen, schließlich kann der Xiaomi Mi Robot Vacuum nur an den Stellen saugen, welche für ihn frei zugänglich sind. Im Alltag kann er jedoch eine ganze Menge Erleichterung bringen. Wir alle kennen das, wie viel Zeit ins Land geht, bis man eine Wohnung oder gar ein Haus komplett gereinigt hat. An unserem Beispiel erklärt: Für jede Etage brauche ich ca. 20 Minuten zum saugen. Im Anschluss wird das Laminat gewischt, damit der Staub auch wirklich restlos fort ist. Dann noch die Badezimmer und so weiter und so fort. Nun lasse ich das Saugen vom Xiaomi Mi Robot Vacuum erledigen, der mir dann eine geschlagene Stunde spart, auch wenn er knappe 90 Minuten unterwegs ist. Diese gewonnene Stunde kann ich im ersten Schritt den Badezimmern widmen und im Nachgang die Stockwerke wischen, welche er bereits gesaugt hat. Genau dieser Effekt hat meine Frau von dem Saugroboter überzeugt, obwohl sie vorher so kritisch gegenüber diesen “überflüssigen” Gadget eingestellt war.

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Über den folgenden Link erhalten unsere Leser einen Sonderrabatt auf den Xiaomi Mi Robot Vacuum bei Gearbest, sodass er bereits für knappe 330,00 Euro Versand- und Zollfrei zu bekommen ist. Allerdings sollte man mit bis zu drei Wochen Lieferzeit rechnen.
[box type=“tick“ size=“large“]Positiv

  • Verarbeitung
  • Reinigungsleistung
  • Handhabung
  • Bauhöhe

[/box]

[box type=“alert“ size=“large“]Negativ

  • Kantenreinigung
  • begrenzter Arbeitsbereich
  • fehlende deutsche Übersetzung
  • ausschließlich Import

[/box]

Wertung
Design 5/5
Support 3/5
Funktionalität 4/5
Verarbeitung 5/5
Preis 4/5

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Andreas Voetz

Seit 1997 im Internet unterwegs, habe ich vor einigen Jahren meine Leidenschaft für das bloggen entdeckt. Als ich 2010 mein erstes Android-Handy in Händen hielt, war es um mich geschehen. Mein Thema war gefunden und man kann diverse Beiträge auf einigen Seiten, als auch meinem privaten Blog begutachten.

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