Android-Support-Ende: Was tun, wenn das eigene Gerät zum alten Eisen gehört?

Es hat sich beinahe zu einem Ritual entwickelt. Jedes Jahr im Sommer verdichten sich die Hinweise auf eine im Herbst zu erwartende neue Android-Irritation. Doch in die Spekulationen über neue Features und Design mischt sich für Besitzer älterer Smartphones die bange Frage, ob das eigene Gerät unter Umständen bereits das Android-Support-Ende erreicht hat. Zeitgleich läuft nämlich meist der Support für Modelle aus, die nicht in den Genuss des neuen Betriebssystems kommen. Bei vielen Herstellern gibt es immerhin noch für eine gewisse Zeit die wichtigen Google Sicherheitsupdates.

 

Bis zum Android-Support-Ende ein Bündnis auf Zeit

An Smartphones werden heutzutage hohe Anforderungen gestellt. Die Hardware soll langlebig sein und einer Dauerbelastung von mehreren Tagen mit nur einer Akku-Ladung standhalten. Gleichzeitig werden Apps aufwändiger und ressourcenhungriger. Gerade bei Android-Nutzern ist eine Vielzahl an unterschiedlichen Hard- und Softwareversionen im Einsatz. Es wäre ein ambitioniertes Ziel, alle möglichen Konstellationen aus Geräten und Betriebssystemversionen dauerhaft zu unterstützen. Hinzu kommt, dass Google als Entwickler von Android nur eine Art Grundgerüst stellt. Die Anpassung auf individuelle Hardware und die Einbindung spezieller Software ist Aufgabe der Hersteller. Selbst wenn Google Sicherheitsupdates bereitstellt, heißt dies also nicht zwingend, dass jeder Hersteller diese für seine Geräte umsetzt. Das Thema „Android-Support-Ende“ wird also auch bei dem Kauf ein zunehmend wichtiges Kriterium.

Es gibt gleich mehrere Gründe, warum Smartphones nur für eine begrenzte Zeit unterstützt werden.

  • Die Hardwareanforderungen genügen nicht mehr denen einer neuen Android-Version
  • Das parallele Pflegen mehrerer Versionsstände bedeutet einen hohen Aufwand
  • Die Hersteller verdienen nur Geld, wenn sie regelmäßig neue Geräte verkaufen
  • Apps sind darauf angewiesen, dass Google aktuelle Play Services zur Verfügung stellt

Wenn Ihr feststellen wollt, ob Euer Gerät von einem drohenden Support-Ende betroffen ist, solltet Ihr zunächst schauen, welche Version installiert ist. Dies sieht man am einfachsten in den Einstellungen unterhalb des Menüpunkts „Telefoninfo“. Dort gibt es die Rubrik „Softwareinformationen“, in der sowohl Android-Version als auch Sicherheitspatch-Level angezeigt werden. Habt Ihr die automatischen Updates aktiviert und es ist dennoch eine ältere Version als Android 11 installiert, wird Euer Gerät mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Update auf Android 12 bekommen.

Android-Support-Ende

Wichtig für die Einschätzung, ob Ihr das Gerät gefahrlos weiterbenutzen könnt, ist der Sicherheitspatch-Level. Ist dieser aktuell, im Idealfall nur wenige Wochen oder Monate alt, stellt die Nutzung kein Problem dar. Viele Hersteller, wie zum Beispiel Samsung, bieten glücklicherweise für ältere Geräte noch Sicherheits-Updates, in denen bekannte Sicherheitslücken behoben werden. Generell stellt Google diese Patches zurzeit für Geräte ab der Android-Version 8.1 aufwärts zur Verfügung. Die für die Funktionsfähigkeit von Apps wichtigen Google-Play-Services werden aktuell sogar bis Android 4 (Jelly Bean) gepflegt. Der Support für diese Version läuft erst im August 2021 aus.

Keine Updates mehr, was nun?

Es kommt ein wenig darauf an, was man möchte. Wer nicht unbedingt das neueste Design und jedes Feature benötigt, kann sein Gerät noch einige Zeit weiternutzen. Es schont den Geldbeutel und die Umwelt, wenn nicht jedes Mobiltelefon nach ein oder zwei Jahren ausgemustert wird. Grundsätzlich empfiehlt es sich aber nicht, Geräte produktiv zu nutzen, für die keine Sicherheitsupdates mehr bereitgestellt werden. Damit holt man sich unkalkulierbare Risiken in sein Netzwerk. Wenn Ihr besonders sicherheitsrelevante Aktionen, wie Online-Banking mit dem Smartphone durchführt, sind die erwähnten Sicherheits-Patches Pflicht. Gibt es diese nicht mehr, ist dies ein guter Grund, sich von dem Gerät zu trennen und sich mit den neusten Smartphones vertraut zu machen.

LineageOS

Eine weitere Alternative ist für Besitzer mit einem besonders populären Smartphone (häufig verkauft), die sogenannten „Custom-ROMs“ wie LineageOS. Hierbei handelt es sich um die bekannteste Version des modifizierten Betriebssystems und dem Nachfolger des weltbekannten CyanogenMod. Hier werden zum Teil auch ältere Smartphones noch mit aktueller Software versehen. Allerdings setzt es ein wenig Grundkenntnisse im Flashen und Entsperren des Bootloaders voraus. Eigenschaften die in der Regel von Jedermann schnell erlernt werden können und dem Anwender mit entsprechenden Tools erleichtert werden.

Wohin mit dem alten Gerät?

Es ist ärgerlich, wenn das eigene Smartphone bereits nach kurzer Zeit sein Android-Support-Ende erreicht. Eine Möglichkeit ist es, in Zukunft Hersteller zu bevorzugen, die einen langen Support-Zyklus anbieten. HMD Global hat hier erst gestern mit dem Nokia XR20 für vier Jahre Sicherheitsupdates geworben. Aber auch die BBK-Töchter Oppo und OnePlus tun es dem finnischen Hersteller für besondere Flaggschiffmodelle gleich. Zudem gibt es Anbieter, die bei Kauf eines neuen Mobiltelefons alte Geräte in Zahlung nehmen. Übrigens können dort auch kostenlos alte Handys abgegeben oder per Post eingeschickt werden. Diese enthalten viele seltene und wertvolle Rohstoffe.

[Quelle: Google]

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Lino Bentzin

Hallo, ich bin Lino. Ich studiere Medienwissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin und nutze aktuell ein OnePlus 6T. Meine Freundin nutzt ein iPhone 8, sodass ich auch einiges auf dem Gebiet mitbekomme. Mein Hobbys sind neben Technik-Kram, das Kochen, Eishockey, HipHop und die PS4.

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