EU plant Recht auf Reparatur – Lang lebe das Smartphone!

Das EU-Parlament hat am Mittwoch mit 395 Stimmen bei 94 Gegenstimmen und 207 Enthaltungen das „Recht auf Reparatur“ beschlossen. Unternehmen sollen in Zukunft nachhaltiger produzieren und die Reparaturfähigkeit erhöhen, um so eine längere Lebenszeit ihrer Erzeugnisse zu gewährleisten.

 

Recht auf Reparatur wird im EU-Parlament beschlossen

In einer Studie der EU-Kommission aus dem Jahre 2018 geht hervor, dass knapp 70 Prozent der EU-Bevölkerung lieber ein defektes Produkt reparieren lassen würde, als ein neues zu kaufen. Ob das auch für Smartphones gilt, wage ich einmal zu bezweifeln. Schließlich spielen gerade hier der schnelle Technologie-Fortschritt eine wichtige Rolle. Kaum jemand möchte ein zwei Jahre altes Smartphone sein Eigen nennen. Dennoch gibt es solche Menschen, die auch mit einem Handy auskommen, was nicht auf dem neuesten Stand der Technik ist. Für die kommt dann der Scheideweg, wenn das Smartphone einfach den Geist aufgibt. Sei es ein Akku der nur noch 50 Prozent seiner einstigen Gesamtkapazität bietet oder ein Display, welches durch einen Sturz kaputt gegangen ist.

Für solche Fälle sollen Hersteller in Zukunft ihre Produkte gut leserlich am Karton auf ihre Reparierbarkeit und möglichen Kosten kennzeichnen. Praktisch das, was die Kollegen von iFixit seit Jahr und Tag nach Release eines Smartphones tun. Zuletzt hatte Samsung genau das im Fall des Galaxy Fold sogar verboten. Derartige Maßnahmen sollen die Hersteller dazu animieren, ihre Produkte so zu bauen, dass sie sich einfacher reparieren lassen. Denn nicht selten lohnt sich eine Reparatur einfach nicht, da sie am Ende teurer wäre, als sich ein Neugerät anzuschaffen.

Die Wirtschaft ist eher dagegen

Doch nicht nur die „Reparierbarkeit“ soll mit dem „Recht auf Reparatur“ gewährleistet werden. Die Abgeordneten wollen den Mangel an Ersatzteilen, hohe Reparaturkosten und schnell verschleißende Bauteile verhindern. Das stößt aber nicht überall auf Gegenliebe. So argumentiert Achim Berg, Präsident des Telekommunikationsverbandes Bitkom, dass dieser Beschluss und ein mögliches darauf folgendes Gesetz kontraproduktiv wären.

„Ein Recht auf Reparatur mag sich populär anhören, tatsächlich ist in der Praxis weder eine verbraucherfreundliche noch eine umweltschonende Umsetzung möglich“, so Berg.

So müsse eine enorme Menge an Ersatzteilen zusätzlich produziert, verschifft und gelagert werden. Zu dem sei ein Neukauf, beispielsweise bei Waschmaschinen, Kühl- und Gefrierschränken ökologischer, da neue Geräte energieeffizienter sind. Berg wünscht sich standardisierte Bauteile und eine staatliche Subventionierung von Reparaturen.

Fairphone 3+

Wer sich nun durch den Beitrag animiert fühlt in Zukunft ebenfalls ein „leicht reparierbares“ Smartphone sein Eigen zu nennen, dem kann bereits jetzt schon geholfen werden. Die Firma Fairphone beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit genau dieser Thematik. Das aktuelle Modell ist das Fairphone 3+. Schaut es euch doch einmal an. Vielleicht ist das ja was für euch.

Fairphone 3+

[Quelle: EU-Parlament | via MobiFlip]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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