Motorola One Vision im Test: Kino-Display mit Kamera-Loch

Das Motorola One Vision gilt als Nachfolger des Motorola One und kann sich wie sein Vorgänger durch einen attraktiven Preis überzeugen. Zusätzlich bietet die Lenovo-Tochter ein CinemaVision-Display im 21:9-Format und eine In-Display-Frontkamera.

Auch das Motorola One Vision verdient sich seinen Namen durch das von Google initiierte Android-One-Programm. Wenig vorinstallierte Apps und eine Update-Garantie inklusive. Mir persönlich fiel jedoch neben dem überdimensionierten Loch im Display für die 25-Megapixel-Frontkamera, gleich die neue Farbe „Bronze Gradient“ ins Auge. Je nach Lichteinfall ein schickes Braun oder Schwarz. Für einen Preis von 299 Euro war unsere Aufmerksamkeit geweckt.

Lieferumfang

Der Verpackungsinhalt ist überschaubar. Motorola packt neben dem eigentlichen Motorola One Vision eine flexible Silikonhülle, ein USB-Typ-C auf USB-Class-A-Kabel, SIM-Tool, eine Anleitung und noch ein TurboPower Netzteil (15 Watt) bei. Hier soll es Hersteller geben, deren Smartphone zwar über einen Schnelllade-Standard verfügt, das passende Netzteil aber separat gekauft werden muss. In-Ear-Kopfhörer mit Freisprech-Funktion gibt es diesmal auch. Beim Vorgänger verzichtete das Unternehmen noch auf diese Zugabe.

Verarbeitung

Mit einem Gewicht von 181 Gramm und den Maßen von 160,1 x 71,2 x 8,7 Millimeter liegt das Motorola One Vision sehr angenehm in der Hand. Auf der linken Seite befindet sich der SIM-Slot für zwei Nano-SIM-Karten oder eine SIM- und eine Speicherkarte. Rechts die Lautstärkewippe und darunter der Power- und Standby-Button, der für den Blindflug geriffelt ist.

Auf der Oberseite finden wir nach wie vor eine 3,5 Millimeter Klinkenbuchse für den Stereo-Kopfhörer, trotz unten positionierten USB-Typ-C-Port. Auf der Rückseite bietet uns das One Vision Corning Gorilla Glass, der Fingerabdrucksensor und eine auf der linken Seite, oben vertikal angeordnete Dual-Kamera.

Das Motorola One Vision scheint wie aus einem Guss gefertigt. Keine Spaltmaße und das Display scheint nahtlos in das Gehäuse überzugehen. Alle wichtigen Bedienelemente lasse sich optimal erreichen.

Display

Wie auch Sony, setzt Motorola auf ein Display im 21:9-Format. Das macht das Smartphone schön schmal und liegt trotz einer Diagonale von 6,3 Zoll sehr gut in der Hand. Die Auflösung beträgt 2.520 x 1.080 Pixel bei 432 ppi und kann durchaus als kontrastreich bezeichnet werden. Selbst unter der gleißenden Sonne Deutschlands ließ sich der Bildschirm noch einwandfrei ablesen.

Motorola One Vision im Test

Dabei handelt es sich bei dem CinemaVision-Display nicht um eine OLED-Technologie. Kann es ja auch nicht, da es bis dato nur Samsung gelungen ist ein Loch für die Frontkamera in ein AMOLED-Display zu fräsen. Warum jedoch eine derart auffällige schwarze Umrahmung um diese notwendig ist, konnte uns auch nach mehrfachen Nachfragen Motorola nicht beantwortet.

Aufgrund der verwendeten LTPS-IPS-Technologie gibt es auch kein Always-on-Display. Dennoch sorgt Motorola bei Bewegung des Smartphones (leichtes seitliches anstupsen reicht), für die Anzeige der „Moto Infos“. Diese informieren über Uhrzeit, Datum, Akkukapazität und eingegangene Benachrichtigungen.

Motorola One Vision im Test

CPU, GPU und Speicher

Für den nötigen Vortrieb sorgt im One Vision ein Samsung Exynos 9609 Octa-Core-Prozessor. Eine Premiere. Hierbei handelt es sich um einen im 10-Nanometer-FinFET-Prozess gefertigten SoC (System on a Chip) der grafisch von einer Mali-G72-MP3 unterstützt wird. Die CPU selbst besteht aus vier ARM Cortex-A73-Kernen mit maximalen 2,2 GHz und vier ARM Cortex-A53-Kernen mit einer maximalen Taktfrequenz von 1,6 GHz. Laut Samsung steht dem 9609 auch eine neuronale Unterstützung zur Verfügung.

Der Prozessor bringt im AnTuTu-Benchmark 144.048 Punkte. Das sind keine Rekordwerte, aber dennoch in der Mittelklasse einzuordnen. Angesichts der 4 GB RAM und den schnellen 128 GB UFS 2.1 Programmspeicher, lassen sich auch ohne Probleme Spiele wie PUBG oder Fortnite spielen. Mittlere Grafik-Einstellungen vorausgesetzt.

Laut Motorola lässt sich der Speicher mithilfe einer microSD-Karte bis zu 2 TB erweitern. Wo es diese Karte zu kaufen gibt, will die Lenovo-Tochter dann doch nicht verraten.

Software

Das Motorola One ist Teilnehmer des Android-One-Programm. Das bedeutet nicht nur pures Android 9.0 Pie ohne Bloatware, sondern auch zwei Jahre Android-Updates. Auf Google Security-Updates gibt es sogar eine Garantie von drei Jahren. Chinesischer Hersteller (Lenovo) hin oder her, das bietet dem Kunden die nötige Sicherheit die er beim Kauf eines Smartphones erwartet. Die sonst reichhaltigen Moto-Actions sind bei dem One Action nur auf die Taschenlampe (zweimal hacken) und dem Quick Capture (zweimal schnell drehen) begrenzt.

Eine Radio-, Dolby-Audio- und Google-Pay-Anwendung (bezahlen via NFC) haben aber dennoch Platz gefunden und lassen dem Smartphone noch circa 113 GB an freien Speicherplatz.

Kamera

Auch das Motorola One Vision bietet auf der Rückseite eine Dual-Kamera. Diese bietet einen 48 Quad-Pixel-Sensor mit einer Blende von f/1.7 der am Ende ein 12-Megapixel Foto liefert und einen 5-Megapixel-Sensor für einen ansehnlichen Tiefenunschärfe-Effekt. Natürlich gibt es auch Unterstützung von einer künstlichen Intelligenz und einem optischen Bildstabilisator.

Motorola One Vision im Test

Als weitere nette Kamera-Spielerei ist die Funktion „Spotfarbe“ auf dem Motorola One Vision vorinstalliert. Im Sucher wird manuell ein Farbe gewählt, welche als einzige dargestellt wird. Mit einem Regler erzielt der Künstler brauchbare Ergebnisse, wie wir sie beispielsweise von dem Blockbuster Sin City her kennen.

 

Die Qualität der Fotos kann sich durchaus sehen lassen. Sie sind ausreichend scharf, farbenfroh und bieten dennoch eine natürliche Wiedergabe. Die Belichtung stimmt dank HDR und kann auch mit einem Foto direkt in das Sonnenlicht umgehen, wie unser Beispiel zeigt. Für Profis bietet die Kamera auch die Möglichkeit der manuellen Einstellung für ISO, Weißabgleich und Belichtungszeit.

Motorola One Vision im Test

Leider sind wir nicht so sehr wie Motorola selbst, von den Aufnahmen bei geringen Lichtverhältnissen überzeugt. Zwar bringt der Nachtsicht-Modus ordentliche Verbesserungen, doch gegen matschige Pixel ist auch das One Vision nicht gefeit.

Für die Frontkamera bedient sich die Lenovo-Tochter an einem 25-Megapixel-Sensor mit einer Blende von f/2.0. Hört sich nach viel an – doch auch hier verwendet das Unternehmen die Quad-Pixel-Technologie, was dann am Ende doch nur 6-Megapixel-Fotos ausmacht.

Motorola One Vision im Test

Akku

Die Kapazität des fest verbauten Akkus beträgt 3.500 mAh. Das reicht für einen Tag intensiver Nutzung ohne Probleme. Wenn doch einmal Not am Mann oder Frau ist, gibt es das TurboPower-Netzteil ab Werk dazu. Das lädt das Smartphone  innerhalb von 78 Minuten einmal komplett auf.

Fazit des Motorola One Vision

In Zeiten wo Xiaomi ab 450 Euro Premium-Smartphones verkauft, ist es für die Konkurrenz nicht leicht. Dennoch bietet das Motorola One Vision bei einem Preis von 299 Euro in der Farbe Braun oder Blau viel Smartphone fürs Geld. Kino-Display, schnelle CPU und viel Speicher mit einer mehr als durchschnittlichen Haupt-Kamera mit Google-Garantie, lassen aufhorchen.

Motorola One Vision im Test

Große Schwächen konnten wir bei unserem Test nicht ausmachen. Somit ist das One Vision durchaus eine Empfehlung wert. Als gleichwertig würden wir das Nokia 8.1 einstufen (zum Test). Das ist aber deutlich teurer.


Beitrag teilen:

Test Motorola One Vision
  • 6.8/10
    Hardware - 6.8/10
  • 9.1/10
    Verarbeitung - 9.1/10
  • 8.1/10
    Software - 8.1/10
  • 7.3/10
    Performance - 7.3/10
  • 7.1/10
    Kamera - 7.1/10
  • 8.1/10
    Akku - 8.1/10
  • 9.1/10
    Preis/Leistung - 9.1/10
7.9/10

Kurzfassung

Das Motorola One Vision liegt durch das 21:9-Display gut in der Hand. Die Dual-Kamera kann bei einem Preis von 299 Euro durchaus überzeugen. Ebenso die Performance und Akku-Leistung. Teilnehmer des Android-One-Programm überzeugen von je her durch Update-Garantie und Verzicht auf Bloatware. So auch unser Kandidat.

MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

shares