OnePlus 9 Pro versus OnePlus 8 Pro: Der ultimative Kameravergleich

Wir haben uns kurz vor unserem OnePlus 9 Pro Langzeittest noch einmal der Frage angenommen, die sich vermutlich jeder potentielle Kunde aktuell stellt. Was bringt die jüngst geschlossene Kooperation zwischen OnePlus und dem schwedischen Kamera-Experten Hasselblad für den Kunden am Ende des Tages? Wir haben uns mit dem aktuellen OnePlus-Flaggschiff und dem OnePlus 8 Pro auf den Weg gemacht und euch eine ultimative Sammlung an Fotos bereitgestellt, welche die wichtigsten Szenarien abdeckt und 1:1 vergleicht.

Das bereits in die Jahre gekommene OnePlus 8 Pro (zum Langzeittest) ist nach wie vor direkt bei dem chinesischen Hersteller ab 649 Euro (8/128 GB) zu bestellen. Wer die volle Hütte mit 12 GB RAM und 256 GB internen Programmspeicher wünscht, wird 749 Euro los. Außer ihr wollt es in Ultramarine Blue, dann werden 999 Euro fällig. Aber keine Sorge, Amazon hat es auch für 774 Euro* im Angebot. Es stellt sich also angesichts dem jüngst veröffentlichten OnePlus 9 Pro (8/128 GB 899 Euro oder 12/256 GB 999 Euro) die Frage, ob es denn immer das neueste Modell sein muss.

OnePlus 8 Pro versus OnePlus 9 Pro

Diese Frage wird natürlich nicht allein über die Kamera-Qualität entschieden. Ist aber neben Akku und Performance eines der wichtigsten Kriterien bei einem Neukauf. Also um der Vollständigkeit halber stehen ein Snapdragon 865 mit einem 4.510 mAh starken Akku dem Snapdragon 888 mit 4.500 mAh gegenüber. Bis hierhin denke ich wird der Anwender keine großen Unterschiede spüren. Auch das 6,78 Zoll große AMOLED-Display (3.168 x 1.440 Pixel) konnte damals bereits 120 Hertz, wie das 6,7 Zoll Fluid-AMOLED-Display (3.216 x 1.440 Pixel) des aktuellen OnePlus 9 Pro Flaggschiffs eben auch.

Die Hasselblad-Quad-Kamera des OnePlus 9 Pro

Der Quantensprung wurde also nun bei der Quad-Kamera dank prominenter Kooperation mit Hasselblad gemacht, oder? Genau das gilt es heute herauszufinden. Das Setup den OnePlus 9 Pro besteht aus einer 48 Megapixel Hauptkamera mit einer Blende f/1.8. Der Sony IMX789-Sensor wird durch elektronische und optische Bildstabilisierung unterstützt.

Auch die 50-Megapixel-Ultra-Weitwinkel-Einheit wird bei OnePlus als Hauptkamera bezeichnet. Doch anders als das Schwesterunternehmen Oppo verwendet man hier nicht ein und den selben Sensor, sondern einen Sony IMX766 mit einer Blende von f/2.2. Hier verbaut der chinesische Hersteller aber sogenannte „Freeform-Linsen“ welche die seitlichen Wölbungen bei Weitwinkelaufnahmen negieren soll. Aber eben anders als sonst nicht per Software, sondern der Hardware.

Weiter geht es mit einer 8-Megapixel Telefoto-Kamera mit einer Blende von f/2.4 mit optischer Bildstabilisierung. Diese bietet eine 3,3-fach verlustfreie Vergrößerung. Maximal ist es ein 30-facher Zoom. Unterstützung gibt es von einem Phase Detection Autofocus. Den Abschluss macht ein 2-Megapixel Monochrome-Sensor mit einer Blende von f/2.4, welchen man sich auch gern hätte sparen können. Auf der Front gibt es eine 16-Megapixel-Kamera (Punch Hole) ebenfalls mit einer Blende von 2.4.

OnePlus 8 Pro versus OnePlus 9 Pro

Die OnePlus 8 Pro Quad-Kamera aus dem vergangenen Jahr

Hier gibt es nicht weit vom aktuellen Modell entfernt ein ähnliches Setup. Primär wird mit einem 48-Megapixel-IMX689-Sensor von Sony fotografiert. Er besitzt eine Blende von f/1.78, einen optischen und elektronischen Bildstabilisator und 7 Linsen. Der zweite Sensor auch hier ein Ultra-Weitwinkel-Objektiv mit einem Sichtfeld von 120 Grad und einer Blende von f/2.2. Realisiert wird das Ganze von einem Sony IMX586-Sensor.

Auch hier eine 8-Megapixel-Hybrid-Zoom-Kamera mit einer Blende von f/2.4 und einer 3-fachen optischen und 30-fachen maximalen Hybrid-Vergrößerung. Diese befindet sich im Übrigen außerhalb des vertikal angeordneten Kamera-Array. Also Vorsicht beim fotografieren, dass sich da mal nicht aus Versehen ein Finger über den Linse ausruht. Ob es sich hier um ein den selben Sensor handelt kann nicht verifiziert werden, da OnePlus darum ein Geheimnis macht.

Zu gute Letzt auch hier ein „unnützes“ 5-Megapixel-Farbfilter-Objektiv, welches Anfangs für große Furore für seine Röntgen-Fähigkeiten einheimsen konnte. Die wurden dann aber kurze Zeit via Software-Update abgeschaltet. Also das mit dem vierten Sensor scheint bei OnePlus ein Running Gag zu sein. Auf der Front auch hier ein Sony IMX471-Sensor für Selfies, welcher mit 16 Megapixel auflöst und eine Blende von f/2.4 bietet.

OnePlus 8 Pro versus OnePlus 9 Pro

OnePlus 9 Pro versus OnePlus 8 Pro

In unserem ultimativen Kameravergleich geht es weniger um die Fähigkeiten im Allgemeinen. Vielmehr wollen wir die Fähigkeiten der beiden Smartphone-Kameras vergleichen. Dabei gilt wie fast jeden Test, dass es sich hier um einen reinen subjektiven Eindruck handelt. Jeder kann die Fotoergebnisse anders interpretieren und für seinen Geschmack die richtige Entscheidung treffen.

Selfie- und Bokeh-Aufnahmen

Beim Selfie gefällt das 8 Pro deutlich besser, da es einfach besser im Gesicht ausgeleuchtet ist. Dennoch scheint die Dynamik mehr auf der Seite von Hasselblad zu liegen. Das genaue Gegenteil scheint bei Bokeh-Aufnahmen, welche mit der Hauptkamera erstellt wurden. Beim 8 Pro drohen die dunklen Bereiche oben links in der Unendlichkeit zu verschwinden.

Tagesaufnahmen

Beide Smartphones kommen gut mit Tagesaufnahmen zurecht. Der Unterschied ist nur marginal. Dennoch scheint die Hasselblad-Kamera des 9 Pro, etwas mehr Farbe einzuhauchen. Gerade mit Blick auf den Himmel ist beim jüngsten Modell mehr Dynamik und mehr Blau zu erkennen. Gerade bei einem Wolkenreichen Himmel kann dies von Vorteil sein.

Aufnahmen gegen die Sonne meistern beide nahezu perfekt. An der Stelle sei vielleicht auch einmal vermerkt, das die Kooperation zwischen OnePlus und Hasselblad sich aktuell auf die Software beschränkt. Sprich, die Schweden kümmern sich um das Farb-Management und Kalibrierung.

Weitwinkel-Aufnahmen

Bei den Weitwinkelaufnahmen habe ich eigentlich die größten Unterschiede erwartet. Doch beide Kameras bekommen die Glättung an Seiten sehr gut hin. Für mich der größte Unterschied, dass das OnePlus 9 Pro allen Anschein nach ein größeres Sichtfeld hart.

Zoom-Aufnahmen

Ich glaube auf dem Gebiet sind die Unterschiede am deutlichsten. Hatte ich bei der Hardware noch den Verdacht, dass es sich hier nach wie vor um die gleichen Sensoren handelt, kann das nun ausgeschlossen werden. Der Zoom ist bei der Hasselblad-Kamera eindeutig besser.  Wobei das allerdings nur für die 30-fache Vergrößerung zutrifft. Alles was davor vergrößert wird ist beim OnePlus 8 Pro deutlich heller. Jedoch war bereits bekannt, dass der Weißabgleich zuweilen nicht hinterher kam. Das wurde aber bereits mit einem Update (OxygenOS 11.2.5.5) reguliert. Die Testfotos entstanden leider davor.

Makro-Aufnahmen

Bei den Makroaufnahmen kann das OnePlus 8 Pro deutlich punkten. Man kann mit der Kamera deutlich näher an das Motiv ran gehen, obwohl beide Kameras eine Entfernung von 3 bis 4 Zentimetern empfehlen. Bei den Fotos wurde explizit ohne zusätzlichen Zoom gearbeitet um ein möglichst neutrales Ergebnis zu bekommen.

Nachtaufnahmen

Bei den Nachtaufnahmen ist wieder einmal die Hasselblad-Farbakzentuierung deutlich zu erkennen. Während bei den ersten Aufnahmen (Tulpen) die Hand vor den Augen nicht zu sehen war, sieht man das der Nachtmodus eine längere Belichtung nutzt. Das macht Bild zwar das 8 Pro Ergebnis heller, jedoch ohne Stativ ist das Foto kaum zu gebrauchen. Bei dem Motiv der Volkshochschule ist erneut mehr Farbe zu erkennen. Wem hier was besser gefällt, ist wie bereits erwähnt Geschmackssache.

Fazit des ultimativen Kameravergleichs

Tatsächlich habe ich deutlich markantere Unterschiede zwischen den beiden Generationen erwartet. Doch siehe da, so groß sind die Differenzen gar nicht. Im Gegenteil: Ab und an können auch die Fotos des 2020-Modells besser gefallen. Fairerweise muss ich aber auch attestieren, dass ich die Fotoergebnisse auch am PC-Monitor unter starker Vergrößerung verglichen habe. Und dort muss man dann den endgültigen Sieg der OnePlus 9 Pro zusprechen, da der Grad an Detailtreue marginal größer ist. Doch wer 250 Euro sparen will, dürfte auch mit dem Vorjahresprimus gut zurecht kommen.

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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