Xiaomi Mi 11, Redmi K40 Pro und das Oppo Find X3 Pro im Kamera-Vergleichstest

Der Monat März hatte es wahrlich in sich. Selten wurden derart viele Flaggschiff-Smartphones in nur einem Monat vorgestellt. Da die GO2-Mobile Redaktion aktuell an Testgeräten aus allen Nähten platzt, haben wir uns einmal das Xiaomi Mi 11, das Redmi K40 Pro und das Oppo Find X3 Pro geschnappt und einen Kamera-Vergleichstest gestartet. Ein Thema, das euch vermutlich bei der Wahl des nächsten Android-Smartphone am meisten unter den Nägeln brennt.

Wenn wir nur allein in der Premiumsparte uns ein wenig umschauen, dann hat sich hier in den vergangenen Wochen besonders viel getan. Und wir schreiben aktuell erst den Monat März. Da war zum einen das Xiaomi Mi 11, welches bereits im Dezember 2020 in China vorgestellt wurde, aber etwas Zeit in Anspruch genommen hat um auch hier in Deutschland erhältlich zu sein. Dem steht im krassen finanziellen Gegensatz das Redmi K40 Pro entgegen, welches in Deutschland vermutlich nur über Händler wie TradingShenzhen* gefahrlos (inkl. Band 20) zu beziehen ist. Vielleicht erscheint es noch als Poco F3 Pro in Deutschland.

Weiter ging es mit der Samsung Galaxy S21-Serie, einem Realme GT, Meizu 18 Pro und einer wahrhaftigen Welle von neuen Gaming-Smartphones. Darunter das Xiaomi Black Shark 4 Pro, ein Nubia Red Magic 6 Pro und ein Asus ROG Phone 5. Smartphones denen wir uns noch einmal separat widmen werden und kameratechnisch eh nicht so stark im Fokus stehen. Im Fokus steht aber das gerade erst veröffentlichte OnePlus 9 Pro. Doch das haben wir hier und heute in unserem Kamera-Vergleichstest vernachlässigt, da sich die verbaute Kamera größtenteils stark an dem Oppo-Smartphone orientiert. Und auf Los geht´s los!

Kamera-Vergleichstest

Die Triple-Kamera des Xiaomi Mi 11

Das Xiaomi Mi 11 hat eine Triple-Kamera verbaut. Hauptakteur ist der 108-Megapixel auflösende ISOCELL Bright HMX-Sensor von Samsung, der auch schon im Mi 10 zum Einsatz kam. Er ist 1/1,33 Zoll groß, bietet 4-in-1 Pixel-Binning (27 MP) bei einer optischen Bildstabilisierung und kann mit einer maximalen Blende von f/1.85 aufwarten. Für Weitwinkel-Aufnahmen bietet das Setup einen 13-Megapixel-Sensor (OmniVision OV13B10) mit einem maximalen Sichtfeld von 123 Grad und einer Blende von f/2.4. Für einen würdigen Abschluss sorgt das 5 Megapixel auflösende Tele-Makro-Objektiv (Samsung S5K5E9) mit einem Autofokus und ebenfalls einer Blende von f/2.4.

Nicht ganz unbekannt, kam doch der Kombi-Sensor schon im Poco F2 Pro zum Einsatz. Wie ihr schon ganz richtig vermutet, handelt es sich hier um eine Kamera-Optik mit zwei Eigenschaften. Der Nahaufnahme für einen Abstand von 3 bis 10 Zentimetern und einer „Zoom-Kamera“ mit einer äquivalenten Brennweite von 48 Millimetern. Eine Periskop-Kamera für eine verlustfreie optische Vergrößerung fehlt also, genauso wie eine Tiefenkamera. Tatsächlich übernimmt aber der Hauptsensor in unserem Kamera-Vergleichstest die digital vergrößerten Aufnahmen, weswegen uns die Bezeichnung nicht wirklich erschließt. So bleibt es beim Mi 11  halt einfach ein Art Kompromiss, um für weitere Modelle wie dem Mi 11 Pro und Ultra weitere Optionen freizuhalten.

Der Vollständigkeit halber sei auch die Frontkamera mit einem 20 Megapixel auflösenden ISOCELL S5K3T2 von Samsung genannte, welcher eine Blende von f/2,2 bietet. In unserem Vergleichstest werden die Selfie-Knipsen jedoch keine Rolle spielen.

Das Redmi K40 Pro Triple im Kamera-Vergleichstest

Auch das Redmi K40 kommt in der Pro-Version mit einer Triple-Kamera aus. Hier bietet die Hauptkamera eine Auflösung von 64 Megapixel, realisiert durch einen Sony IMX686 Sensor. Die Blende bleibt mit f/1.89 noch knapp unter der 1.9er-Marke. Auch für die Weitwinkelaufnahmen scheint sich zumindest auf dem Datenblatt der günstigere Preis auf die Ausstattung auszuwirken.

Es gibt eine Auflösung von 8 Megapixel mit einem maximalen Sichtfeld von 119 Grad und einer Blende von f/2.2. Spätestens bei dem identischen Tele-Makro-Objektiv (Mi 11) mit dem 5 Megapixel-Samsung-Sensor, wird dem Redmi K40 Pro-Kunden bewusst, dass es sich auch hier um ein Xiaomi-Produkt handelt. Da auch hier die digitale Vergrößerung anders als vermutet von dem Primärsensor übernommen wird, könnt ihr euch die entsprechenden Ergebnisse auf Basis von 64 Megapixel vermutlich schon denken. Aber greifen wir nicht vor.

Auch bei der Frontkamera hat man sich für die gleiche 20-Megapixel-Kamera des Xiaomi Mi 11 entschieden. Dennoch waren uns die Kamera-Ergebnisse des K40 Pro als „preiswertes“ Modell in unserem Vergleichstest besonders wichtig. Kann man die Unterschiede tatsächlich auf den Fotos erkennen?

Technikfakten der Oppo Find X3 Pro Quad-Kamera

Die Quad-Kamera des Oppo Find X3 Pro sieht nicht nur so schick aus, dass sie bereits einen Award erhalten hat, sie ist auch noch recht potent ausgestattet. Sie tritt als einziger in unserem Vergleich mit einer „Dual-Hauptkamera“ auf. Ein Konzept welches auch OnePlus im 9 Pro verfolgt. So verbaut Oppo zwei 50 Megapixel auflösende Sony IMX766-Sensoren. Der Obere mit einem nativen Sichtfeld von 110,3 Grad und einer Blende von f/2.2 und einem PDAF-Autofokus. Der Untere bietet hingegen eine optische Bildstabilisierung  mit einer Blende von f/1.8 und ein Sichtfeld von 84 Grad. Beide Sensoren sind 1/1,56 Zoll groß.

Links daneben eine fast zu übersehende 13-Megapixel Telekamera mit einem 2-fachen verlustfreien, 5-fachen Hybrid- und 20-fachen digitalen Vergrößerung. Die maximale Blende beträgt hier f/2.4. Darüber befindet sich das genauer Gegenteil. Optisch wird die 3-Megapixel-Mikroskop-Kamera durch einen dedizierten LED-Ring mächtig in Szene gesetzt. Und der Name hat, wie unser Test gezeigt hat, durchaus seine Berechtigung. Mit einer Blende von f/3.0 bietet diese Optik eine 60-fache Vergrößerung und ist die Eintrittskarte in eine neue Welt. Spielt in unserem Test keine weitere Rolle, aber mit der Kamera können auch Videos (FHD) aufgenommen werden.

Auch hier zur Komplettierung die 32-Megapixel-Frontkamera mit einer Blende von f/2.4. Kein Autofokus oder OIS, dafür ein Sichtfeld von 81 Grad.

Tagesaufnahmen

Xiaomi Mi 11:

Redmi K40 Pro:

Oppo Find X3 Pro:

Weitwinkelaufnahmen:

Xiaomi Mi 11:

Redmi K40 Pro:

Oppo Find X3 Pro:

Zoomaufnahmen:

Xiaomi Mi 11:

Redmi K40 Pro:

Oppo Find X3 Pro:

Makroaufnahmen:

Xiaomi Mi 11:

Redmi K40 Pro:

Oppo Find X3 Pro:

Nachtaufnahmen:

Xiaomi Mi 11:

Redmi K40 Pro:

Oppo Find X3 Pro:

Das Fazit unseres Kamera-Vergleichstest

Wir haben uns bewusst in unserem Kamera-Vergleichstest mit einer Auswertung zwischen den Fotos der einzelnen Kategorien zurück gehalten. Schließlich sollen in unserem großen Kamera-Vergleichstest die Fotos für sich sprechen. Nun aber in unserem Fazit ein paar abschließende Worte. Ich denke ihr seid auf das gleiche Ergebnis gekommen, das die Quad-Kamera des Oppo Find X3 Pro hier den besten Eindruck hinterlässt.

Tagesaufnahmen meistern alle drei Modelle recht gut. Während sich das Mi 11 und Redmi K40 Pro nur wenig unterscheiden, kann das Oppo deutlich mit mehr Dynamik punkten. Im Zoom zeigt sich dann aber auch das Mi 11 einen ticken besser als sein preiswerter Kollege.

Noch deutlicher wird der Unterschied jedoch bei den Zoom-Aufnahmen. Während Oppo hier seinen 2-fachen verlustfreien Zoom und eine maximale 20-fache Vergrößerung ausspielen kann, bietet beim Mi 11 der 108-Megapixel-Sensor seine Vorteile gegenüber dem 64-Megapixel-Sensor der im Grunde bei seiner maximalen 10-fachen-Vergrößerung gegenüber dem 30-fachen Hybridzoom des Mi 11 abstinkt.

Xiaomi Mi 11 Kamera-Vergleichstest

Bei den Makro-Aufnahmen sind die beiden Xiaomi-Modelle gleich auf und auch zu unser Verwunderung vor dem Oppo Find X3 Pro. Logisch – die beiden Xiaomi-Kandidaten verwenden auch den identischen Sensor, der uns in dieser Disziplin besonders gut gefallen hat. Bis – ja bis Oppo den Mikroskop-Turbo einschaltet. Und der lässt dann die anderen Beiden dann doch kurz vor der Ziellinie weit hinter sich.

Keine Frage, im Alltag wird dieses Feature nur selten zum Einsatz kommen. Dennoch findet es unsere Bewunderung, da wir uns ständig über zu wenig Änderungen und Innovationen aufregen. Das Mikroskop ist neu und was innovatives! Mit Sicherheit im Gesamtpaket keine 1.149 Euro wert, aber schon cool.

Der goldene Mittelweg bleibt tatsächlich das Xiaomi Mi 11 das aber aufgrund des satten deutschen Preisaufschlag lieber bei TradingShenzhen (ab 587 Euro)* gekauft werden sollte. Band 20 ist dabei und die Software ist samt Google Play Store ebenfalls auf Deutsch.

Post scriptum:

Dieser Test hat sich nun ausschließlich mit den Foto-Ergebnissen der jeweiligen Smartphone-Kamera beschäftigt. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit die Kameras für den Videobereich zu nutzen. Xiaomi hat ja hier mit unter dem Motto „Filmreife Leistung“ oder „Magic Movie“ bei dem Mi 11 einige spezielle Tricks heftig beworben. Wir können jedoch nicht einschätzen, wie groß euer Interesse an einem Test speziell zu den Video-Eigenschaften ist. Schreibt uns doch gern euer Meinung zu dem Thema in die Kommentare.

*Hinweis: Der Artikel beinhaltet Affiliate-Links zu Händlern. Bei einem Kauf eines Geräts über einen solchen Link unterstützt ihr GO2mobile. Für euch entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten.

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

2 Gedanken zu „Xiaomi Mi 11, Redmi K40 Pro und das Oppo Find X3 Pro im Kamera-Vergleichstest

  • 29. März 2021 um 11:06
    Permalink

    Vielen Dank für das schöne Review. Sehe es genauso wie du, Oppo ist der klare Favorit. Da wird wohl das OP9 Pro mein nächstes Smartphone. Videotest interessiert mich persönlich nicht so sehr, da ich diese selten nutze.
    Kleiner Tipp zum Schluss, vielleicht nächste mal die einzelnen 3 Bilder nebeneinander. Gerade am Smartphone sind die Bilder schwer zu vergleichen.
    Grüße Frank

    Antwort
    • 29. März 2021 um 15:48
      Permalink

      Hallo Frank,
      das ist ein wirklich guter Vorschlag, den wir das nächste mal berücksichtigen werden.
      MaTT

      Antwort

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