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Xiaomi Mi 11 (Lei Jun Edition) im Test: Da ist aber noch Luft nach oben!

Xiaomi hat als erster Hersteller im vergangenen Jahr ein Smartphone mit dem Qualcomm-Flaggschiff-Prozessor Snapdragon 888 vorgestellt und auch entsprechend zügig in den Handel geschickt. Gemeint ist natürlich das Xiaomi Mi 11, dem inzwischen einige weiteren Familien-Mitglieder folgten. Hier in Deutschland bekommt man das Xiaomi-Smartphone erst seit dem 16. März 2021. Solang konnten wir nicht warten und haben uns das Flaggschiff via TradingShenzhen* aus China besorgt. Dafür dann aber auch gleich in der Lei Jun Signature Edition, welche es hierzulande natürlich nicht gibt, sich aber nur durch die 12 GB Arbeitsspeicher unterscheidet. Hier nun unser ausführliche Test.

Xiaomi ist längst kein Geheimtipp mehr für Menschen die mit etwas Mut zum Risiko und nötigem Fachwissen ausgestattet sind. Denn die Belohnung war bisher bei einer Bestellung in China oder entsprechenden Import-Händlern, ein Flaggschiff-Smartphone zu einem besonders günstigen Preis. Inzwischen hat auch Xiaomi den europäischen und deutschen Markt für sich entdeckt und der werte Kunde kauft direkt beim Händler oder Mobilfunkanbieter vor Ort. Das ist in der Regel auch etwas teurer, was wir in Deutschland bei dem Xiaomi Mi 11 mit einem Aufschlag von 100 Euro zu anderen europäischen Preisen spüren dürfen. Es gab aber für Vorbesteller eine Art umfangreiche Kompensation.

Xiaomi Mi 11

Wir haben unser Mi 11 in der Lei Jun Edition bei TradingShenzhen* bestellt. Zwar wollte Xiaomi auch diese Variante hierzulande in limitierter Auflage jn den Handel bringen, bislang ist das aber noch nicht passiert. Wir haben unser Gerät umgehend mit einem Global-ROM geflasht, was uns nicht nur den Vorteil der deutschen Sprache bringt, sondern auch die MIUI in der Version 12.5.4. Also – los geht unser ausführliche Testbericht des Xiaomi Mi 11 (Lei Jun Edition). Wie immer wird zuerst das Gerät ausgepackt.

Design und Verarbeitung

Wer ein großer Fan von Apple-Produkten ist und das Xiaomi Mi 11 zum ersten Mal von hinten betrachtet, wird vermutlich gewisse Anleihen zu einem iPhone 12 erkennen. Und meistens antworte ich auf eine solchen Behauptung standardmäßig: jedes Smartphone sieht wie ein iPhone aus. In dem Fall würde ich das aber nicht, da ich die Vorgeschichte von Xiaomi kenne und ihre Affinität zu Apple. In den Anfangsjahren hat man da kein Geheimnis draus gemacht und sich nicht nur von dem Gehäuse der iPhones „inspirieren“ lassen, sondern auch die App-Icons waren dem des iOS schon verdammt ähnlich.

Heute ist Xiaomi einer der größten Hersteller und besitzt seine eigene Design-Abteilung. Und wer etwas genauer hinschaut wird auch die Unterschiede der treppenartig aufgebauten Triple-Kamera erkennen. Wir haben das große Glück, dass in unserer geriffelten Lei Jun Edition das Auge eh unweigerlich auf den ungewöhnlichen Farbverlauf von Hellblau zu Pink wandert. Je nachdem wie man das Smartphone in der Hand hält verändert sich die Farbe. Die globale Version ist in den Farben Horizon Blue und Midnight Gray erhältlich.

Zusätzlich gibt die Struktur dem 164,3 x 74,6 x 8,06 Millimeter großen und 196 Gramm schweren Smartphone einen unglaublich guten Grip. Das Mi 11 liegt sicher in der Hand und versucht nicht wie manch anderer Konkurrent durch die Hand zu gleiten. Auch sonst gibt es keinen Grund zu klagen. Die Tasten auf der rechten Seite gut erreichbar und auch die Verarbeitung gefällt. Bei Xiaomi gehört ein Infrarot-Blaster, zum bedienen von TV und/oder HiFi-Anlage fast zum Standard. Auch Stereo-Sound ist inzwischen keine Seltenheit mehr. Dass die Lautsprecher von Harman Kardon gestellt werden allerdings schon.

Das Klangbild ist über dem Durschnitt und auch auch was die Balance anbelangt ausgeglichen. Dennoch bin ich ein wenig enttäuscht, da ich mir einfach aufgrund des Namens und dem damit einhergehenden Marketing  mehr erwartet habe. Versteht mich nicht falsch, das Smartphone kann laut. Auch ohne zu scheppern. Dennoch wünschte ich mir bei den Höhen mehr Transparenz. Aber Kritik auf hohem Niveau, welche vermutlich so nicht jeder teilen wird.

Ganz anders verhält es sich mit dem Display. Ich mag einfach seitlich abgerundete Panels, da sie den schwarzen Rand, optisch noch einmal geringer erscheinen lassen. Von vielen bemängelt, da so ungewollte Eingaben erfolgen könnten, macht Xiaomi hier die Kritiker mundtot, da sich der Touch-Bereich der Seiten in den Einstellungen sehr akkurat justieren lässt. Wobei wir bereits bei unserem nächsten Testpunkt wären.

Display

Xiaomi verbaut in dem Mi 11 ein 6,81 Zoll großes AMOLED-Display. Hierbei handelt es sich um ein E4-Display von Samsung. Die neueste Generation ermöglicht nach eigenen Angaben noch hellere organische Leuchtdioden, bietet mehr Kontrast und Farbgenauigkeit und spart dabei zusätzlich Strom (ca. 15%). Die Auflösung beträgt 3.200 x 1.440 Pixel (QHD+) und bietet eine variable Bildwiederholfrequenz von 30 – 120 Hertz, sowie eine Berührungsabtastrate von 480 Hertz. Schutz vor Kratzern und Bruch bietet ein Corning Gorilla Glass Victus der neuesten Generation.

Xiaomi Mi 11 im Test

Damit wären wir auf einem Niveau des jüngst getesteten Oppo Find X3 Pro, dessen Display uns dieses Jahr bisher am besten gefallen hat. In einem direkten Vergleich der beiden Smartphones tut es das auch weiterhin. Dennoch dürfte sich das 2K-Display des Mi 11 im Ranking dicht dahinter befinden. Es besitzt satte Farben, sehr gute Kontraste und ein Blickwinkelstabilität, die vermutlich seines gleichen sucht. Das war bei Xiaomi nicht immer der Fall, weswegen uns dieses Ergebnis besonders erfreut.

Auch die maximale Helligkeit unter direktem Sonnenlicht weiß zu gefallen. Zwar dürfte der Wert von 1.500 nits in der Realität nie erreicht werden, dennoch ist das Display des Xiaomi Mi 11 das Bauteil, welches uns im Test am meisten Freude bereitet hat. Dank AMOLED gibt es natürlich auch ein Always-on-Display mit seinen MIUI typischen vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten.

Prozessor und Speicher

Das Xiaomi Mi 11 ist das erste Smartphone, welches den Snapdragon 888 Octa-Core-Prozessor verbaut und auch in den Handel bringt. Recht zügig machten erste Meldungen die Runde, der Flaggschiff-SoC (System on a Chip) von Qualcomm wäre wie einst der Snapdragon 810 ein kleiner Hitzkopf.  Von Frame-Drops (Verlust der anzuzeigenden Bilder pro Sekunde) und starken Akkuverbrauch wurde berichtet. Wir waren also entsprechend neugierig, wie sich der Chipsatz in unserem Stresstest so schlägt.

Glücklicherweise haben wir einen solchen Test noch mit dem originalen China-ROM und noch einmal mit dem Global-ROM gemacht. Dieser eklatante Unterschied wird uns auch noch bei der Kategorie Akku begleiten. Im Lieferzustand erreichte der Prozessor im Dauerstresstest eine Temperatur bis zu 50 Grad. Nach dem ROM-Wechsel werden es nicht mehr als 45,5 Grad. Der Prozessor wird gedrosselt und kühlt auf 41,9 Grad ab. Das geht eindeutig aus der Graphen-Aufzeichnung hervor.

Macht sich das beim zocken von Performance hungrigen Spielen bemerkbar? Nein. Durch die Drosselung bleibt die Framezahl konstant. Doch es sollte einem bewusst sein, dass es praktisch keinen Unterschied mehr zu einem Snapdragon 870 gibt. Das ist wohl der Preis den man bezahlt, wenn man der Erste sein will. Die Alternative wäre eine bessere Kühlung, wie sie beispielsweise Gaming-Smartphones wie dem Nubia RedMagic 6 zu Teil wird, welches einen Hardware-Lüfter zum kühlen der CPU (Central Processing Unit) verbaut hat.

Das Xiaomi Mi 11 ist hierzulande mit 8 GB LPDDR5 RAM und wahlweise 128 oder 256 GB UFS 3.1 Programmspeicher zu bekommen. Wir hingegen haben uns für die Lei Jun Signature Edition entschieden und können von daher sogar von 12 GB Arbeitsspeicher partizipieren.

Xiaomi Mi 11 im Test

Kamera des Xiaomi Mi 11

Xiaomi hat den Fokus des Marketing bei dem Mi 11 auf die Triple-Kamera und ihre Video-Funktionen ausgerichtet. Unter dem Motto „Filmreife Leistung / Movie Magic“ bietet das Android-Smartphone einige interessante Funktionen, welchen wir uns natürlich in diesem Test ebenfalls widmen. Zuerst mag ich aber noch einmal kurz etwas zur Optik des auf der Rückseite oben links untergebrachten Kamera-Array loswerden. Ich erinnere mich noch genau an die ersten Leakbilder, bei denen ich mir nur dachte: so kommt das Smartphone bestimmt nicht zu uns. Und wieder einmal sollte ich nicht recht behalten. Das Mi 11 kam genauso zu uns. Inzwischen muss ich aber sagen gefällt mir die farbliche Differenzierung und die treppenartige Anordnung sogar. Es ist wohl wie so häufig im Leben eine reine Gewöhnungssache. So ähnlich als Porsche das Scheinwerfer-Design elementar änderte und jeder ins geheim dachte, die verkaufen jetzt keine 911er mehr.

Xiaomi Mi 11 im Test

Die Hardware

Beginnen wollen wir mit den puren technischen Daten der Triple-Kamera. Xiaomi verbaut in der Primärkamera einen wohlklingenden 108-Megapixel-ISOCELL-HMX-Sensor von Samsung. Wieder einmal. Ein Kollege der uns bereits seit dem Xiaomi Mi Note 10 (zum Test) begleitet und nicht immer auf pure Begeisterung stieß. Inzwischen bietet er eine optische Bildstabilisierung und eine etwas schlechtere Blende mit f/1.85. Die äquivalente Brennweite beträgt 26 Millimeter.

Der darunterliegende OmniVision OV13B10-Sensor besitzt ein 13-Megapixel-Ultra-Weitwinkel-Objetiv mit einem Sichtfeld von 123 Grad und einer maximalen Blende von f/2.4. Den Abschluss macht das im Array rechts oben positionierte 5-Megapixel-Tele-Makro-Obektiv, welches uns bereits aus dem Poco F2 Pro bekannt ist. Der Samsung S5K5E9-Sensor bietet ebenfalls eine Blende von f/2.4 und hat uns im Test mit seinen Makro-Aufnahmen von 3 bis 10 Zentimetern und seinem Autofokus regelrecht begeistert.

Xiaomi verzichtet also anders als im Mi 10 auf einen vierten Sensor der beispielsweise für eine Periskop-Kamera mit einen verlustfreien optischen Zoom herhalten könnte. Der Grund ist klar: es braucht noch ein wenig Spielraum für die Kamera des Mi 11 Pro und Ultra. Auch das Xiaomi Mi 11 hat oben Links im Display eine Punch-Hole-Kamera verbaut, welche eine Auflösung von 20 Megapixel, bei einer Blende von erneuten f/2.4 bietet. Es handelt sich dabei um einen ISOCELL S5K3T2-Sensor von Samsung.

Tagesaufnahmen

Wir hatten die Mi 11 Triple-Kamera bereits mit der Kamera des Oppo Find X3 Pro und dem Redmi K40 Pro verglichen. Von daher wird der regelmäßigen Leser an der Stelle leider nicht mit Neuigkeiten zu den Foto-Ergebnissen überrascht. Trotz 108-Megapixel arbeitet Xiaomi mit der 4-in-1-Pixel-Binning-Technologie, welche am Ende ein 27-Megapixel-Bild auf dem Speicher verewigt. Und genau das ist auch die Stärke der Hauptkamera: die daraus resultierende ausgezeichnete Bildschärfe. Aber eben auch nur bei ausreichenden Licht.

In unserem Test scheint es, dass die Software noch ein dringendes Update nötig hat. Gerade der Weißabgleich scheint sich seiner Einstellung nicht immer ganz sicher zu sein. Arbeitet aber die Kamera-Software im Einklang mit der Hardware, dann bekommt man satte Farben mit ausreichend Kontrast geboten. Die Fotoergebnisse bei Tagesaufnahmen sind qualitativ durchaus im oberen Drittel des allgemeinen Wettbewerbs anzuordnen.

Weitwinkel-Aufnahmen

Die Weitwinkel-Aufnahmen gehören zu dem normalen Standard. Sorry, dass hört sich ein wenig despektierlich an, ist aber nicht so gemeint. Der Grund für meine zurückhaltende Begeisterung ist mit meinen Test des Oppo Find X3 Pro zu erklären, die mit zwei Hauptkameras zeigen wie Weitwinkel-Aufnahmen aussehen können. Und da kann das Mi 11 einfach nicht mithalten. Gerade die unterschiedliche Farbdarstellung zwischen Haupt- und Weitwinkel-Aufnahmen nervt. Hier hat es Xiaomi einfach versäumt das Potential aus dem Setup zu holen.

Zoom-Aufnahmen

Diesen Punkt würde ich am liebsten komplett weglassen. Ein Foto mit einer 30-fachen Vergrößerung, was dann auch zeitgleich der größte Zoom ist den das Mi 11 bietet, ist zu nichts zu gebrauchen. Es hat im Grunde nur einen Spionage-Effekt, um zu sehen was da in weiter Entfernung sein könnte. Eine Aufnahme mit einem 2-fachen Zoom geht aber noch komplett in Ordnung.

Makro-Aufnahmen

Schwer begeistert war ich hingegen von den Makro-Aufnahmen. Das Mi 11 erlaubt hier Aufnahmen mit einer Entfernung von 3 bis 10 Zentimetern zum Motiv. Dann ist noch zusätzlich eine 2-fache Vergrößerung drin. Damit lässt sich schon einiges sehen, was sonst besser verborgen geblieben wäre, wie der Dreck unter meinen beleuchteten Tasten der Tastatur. Natürlich ist auch klar, das eine Makroaufnahme im täglichen Einsatz seltener gefragt ist als ein eine Weitwinkelaufnahme, weswegen unser Appell an Xiaomi lautet, doch beim nächsten Mal eher da seine Expertise zu investieren.

Nachtaufnahmen

Neben den typischen Modus für Nachtaufnahmen, bietet das Mi 11 den vom Mi 10 Ultra (zum Test) bekannten „Supermond“-Modus. Und wie es das Schicksal so will, ergab sich auch die Gelegenheit eines „Super“-Vollmondes, welche wir zu unserem Vorteil zu nutzen wussten. Ich denke das Ergebnis spricht in dem Fall für sich. Ganz interessant war auch der Modus „Lange Belichtung“, was ja im Grunde die Hauptaufgabe einer Nachtaufnahme ist. Nur bestimmt man hier selbst die Dauer der Belichtung. Wie hier aus einer tiefsten Nachtaufnahme (3:00 Uhr) im Grunde ein Tagesaufnahme wurde, beeindruckte uns dann am Ende doch.

Nachtaufnahmen wissen im Allgemeinen auf dem Smartphone-Display zu gefallen. An die künstlich überzeichneten Farben hat man sich als Xiaomi-Nutzer vermutlich schon gewöhnt und vielleicht auch schon als eine Art Kunsteingriff zu lieben gelernt. Doch schaut man sich die Ergebnisse auf dem PC einmal im Detail an, dann wird schnell deutlich das es an Details fehlt und Passagen ohne jegliche Beleuchtung geradewegs absaufen. Ein Problem was bislang nur wirklich wenig Smartphone-Kameras in den Griff bekommen haben.

Videoaufnahmen

Wir hatten es eingangs bereits erwähnt: dem Xiaomi Mi 11 werden spezielle Filmeigenschaften zugesprochen, welche es zumindest einmal zu probieren gilt. Da wären der „Magische Zoom“ auch bekannt als Vertigo-Effekt, die „langsame Blende“, der „Zeitraffer“ bei Tag und Nacht, sowie die „Parallelwelt“ zu nennen. Etwas versteckt findet man unter „Klonen“ noch zwei weitere Video-Effekte. Für Detailfragen zu den Funktionen und wie ihr sie realisieren könnt, wird es noch ein weiteren Beitrag geben. Am besten hat uns der Nacht-Zeitraffer gefallen. Auch für den „Magische Zoom“ (auch bekannt als Vertigo-Effekt) kann ich mir eine besondere Akzentuierung in einem Video gut vorstellen. Die „Parallelwelt“ kennt manch einer vielleicht von euch schon aus dem Intro der Amazon „Bosch“ Serie.

Ich finde es im Grunde genommen als kleines Extra on Top eine gute Dreingabe. Es lassen sich schnell cool Effekte realisieren, welche vermutlich sonst schon ein wenig Arbeit in Anspruch genommen hätten. Einen echten Kaufgrund für das Mi 11 generieren sie aber nun nicht.

Kamera-Fazit

Es wird bei der Triple-Kamera des Xiaomi Mi 11 mehr als deutlich, dass das Unternehmen noch etwas Luft nach oben für das Mi 11 Pro, Mi 11 Pro+ und Mi 11 Ultra benötigt. Das ist für den Kunden eines Flaggschiff-Smartphones aber ein wenig unfair. Gerade auf dem Gebiet schläft die Konkurrenz nicht. Tages-Aufnahmen sind komplett okay und auch in dem Segment der Premium-Smartphones anzuordnen. Es mangelt aber an dem „Aha-Effekt“ den die Konkurrenz jedoch beispielsweise auf dem Gebiet der Weitwinkel- oder Nacht-Aufnahmen bietet. Auch die zusätzlichen und auch durchaus schicken Video-Funktionen können das nicht rechtfertigen.

Akku

Als das Xiaomi Mi 11 in der Lei Jun Signature Edition zu uns in die GO2mobile-Redaktion kam, war noch das originale China-ROM (MIUI 12.0.22) vorinstalliert. Aufgrund dem von TradingShenzhen vorinstallierten Google-Diensten und der englischen Sprachauswahl kein Problem. Womit wir ein Problem hatten war jedoch der krasse Energieverlust des Smartphones. Der 4.600 mAh starke Akku war innerhalb eines Tages leer. Und dabei wurde das Smartphone noch nicht einmal viel genutzt. Tatsächlich viel uns auch schwer dieses Phänomen mit dem verbauten Snapdragon 888 in Verbindung zu bringen. Also musste umgehend ein EU-ROM drauf.

Gesagt getan. Das Flashen eines solchen EU-ROM – in unserem Fall die MIUI 12.5.3 ist nach 7-tägiger Wartezeit für den Unlock heutzutage kein Ding mehr. Und was soll ich sagen: Danach war das Xiaomi Mi 11 ein neues Gerät. Trotz 120 Hertz Bildwiederholrate, voller 2K-Auflösung und einem Always-on-Display was von 8:00 bis 22:00 Uhr immer an ist, sind zwei Tage am Stück kein Problem mehr.

Ja zugegeben, das schaffen andere Smartphones auch, doch nachdem anfänglichen Schockzustand in den uns das China-ROM versetzt hatte, ein wahrer Segen. Bei unserer Import-Version ist kein Netzteil im Lieferumfang enthalten. Bei dem deutschen Mi 11 schon. Um genau zu sein ein 55-Watt-Schnelllade-Netzteil. Wir hatten noch ein 65-Watt Original Xiaomi-Netzteil, also kein Problem. Das drückt dann aber auch innerhalb von knapp 40 Minuten eine komplette Ladung Energie in das Mi 11.

Ja auf dem Gebiet hat Xiaomi bereits beim Test des Mi 10 Ultra uns eine Dauergrinsen auf das Gesicht gezaubert. Das Mi 11 kann auch kabellos mit maximalen 50 Watt geladen werden. Das ist schon eine Ansage, die ihres Gleichen sucht. Damit erhöht sich die maximale Ladezeit um knapp 10 Minuten. Also von 0 auf 100 Prozent in knapp 50 Minuten. Auch „Reverse Charging“ also das Laden anderer Geräte wie beispielsweise Qi-taugliche In-Ear-Kopfhörer können mit 10 Watt geladen werden.

Wenn also die Gesamtlaufzeit einer Akkuladung kein echtes Alleistellungsmerkmal ist, so kompensiert die Schnelllade-Technologie unser typisches Ladeverhalten.

Sicherheit und Software

Wie inzwischen so jedes Android-Smartphone mit einem AMOLED-Display ist auch das Mi 11 mit einem Fingerabdruck-Sensor unter dem Corning Gorilla Glass Victus des Bildschirms verbaut. Dieser funktioniert schnell und zuverlässig. Selbiges lässt sich auch von der Entsperrung mithilfe des eigenen Antlitzes – also dem „Face Unlock“ bestätigen. Der Fingerabdruck-Scanner kann im Übrigen über die vorinstallierte „Gesundheits“-App auch zum Messen des Pulses verwendet werden.

Wie bereits erwähnt, ist auf unserem Mi 11 die neueste Version von MIUI 12.5.3. Eigentlich steht auch schon 12.5.4 in den Startlöchern, wir waren bislang nur zu faul es herunterzuladen, da bei unserer Version die Updates via Computer (ohne Verlust der Daten) eingespielt werden muss. Somit ist also auch das Google Sicherheitsupdate von März 2021 top aktuell. Es sind einige der Google-Anwendungen – darunter auch der Play Store – vorinstalliert und das ganze „chinesische Zeug“ gar nicht erst vorhanden. Das ganze System ist superschnell und es ist eine wahre Freude durch die Menüs und Anwendungen zu navigieren.

MIUI 12.5 bereitet seinen Anwender große Freude, da hier die Früchte einer lange Jahren Entwicklung geerntet werden können. Und da die Frage bei einem nachträglich installierten EU-Rom durchaus berechtigt sind, hier auch gleich die Antworten auf die typischen Fragen. LTE-Band 20 ja. Geht Google Pay via NFC. Ja, ich habe selbst schon via Google Pay über mein PayPal-Konto mit dem Mi 11 kontaktlos bezahlt. Auch die Frage nach Full HD-Auflösung für Amazon und Netflix kann ich dank Widevine Level 1 mit ja beantworten.

Pro und Contra

Pro

  • Sehr gutes Display
  • Gute Haptik
  • Guter Stereo-Sound
  • Sehr gute Makro-Aufnahmen
  • Sehr schnelle Lade-Technologie

Contra

  • Kein microSD-Karten Support
  • Keine IP-Zertifizierung
  • Kein neuer Kamera-Hauptsensor
  • Software-Drosselung der CPU

Das Fazit des Xiaomi Mi 11 (Lei Jun Edition)

Xiaomi Mi 11 im Test

Das Xiaomi war das erste Smartphone am Markt, welches den aktuellen Flaggschiff-Prozessor Snapdragon 888 Prozessor verbaut und verkauft hat. Das führte Anfangs zu Hitzeproblemen bei Performance hungrigen Anwendungen. Inzwischen hat der Hersteller ein entsprechendes Update ausgerollt, was den SoC im Zaum hält. Das macht ihn genau genommen nur noch zu einen schwächeren Snapdragon 865, der aber auch heute alles andere als schwach ist.

Ein weiteres Handicap, was so vielleicht nicht von den Xiaomi-Fans erwartet wurde, ist der Preis. In Deutschland ist das Mi 11 entweder für 800 oder 900 Euro verfügbar, dass war nicht das, was man von dem bis dato sehr preiswerten Hersteller gewohnt war. Im Vergleich zur Konkurrenz aber durchaus akzeptabel.

Unsere Lei Jun Signature Edition ist dabei nicht nur ein limitiertes Exemplar, sondern gefällt auch haptisch durch die geriffelte Rückseite. Mit der MIUI 12.5 und einem unglaublich schnellen und knackigen Display, bereitet das Xiaomi Mi 11 immer wieder große Freude in der Nutzung. Wenngleich die verbaute Hauptkamera durchaus schicke Fotos macht, hätten wir uns hier doch einen Müh mehr gewünscht.

Xiaomi Mi 11 im Test

Wer also keine außergewöhnliche Kamera in seinem Smartphone erwartet und auf eine amtliche IP-Zertifizierung verzichten kann, findet in dem Xiaomi Mi 11 ein echtes Highlight was Performance, Haptik, Software und Optik anbelangt.

*Hinweis: Der Artikel beinhaltet Affiliate-Links zu Händlern. Bei einem Kauf eines Geräts über einen solchen Link unterstützt ihr GO2mobile. Für euch entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten.
Test Xiaomi Mi 11
  • Hardware - 8.5/10
    8.5/10
  • Verarbeitung - 8.4/10
    8.4/10
  • Software - 8.1/10
    8.1/10
  • Performance - 8.8/10
    8.8/10
  • Kamera - 7.9/10
    7.9/10
  • Akku - 8.5/10
    8.5/10
  • Preis/Leistung - 8.6/10
    8.6/10
8.4/10

Kurzfassung

Das Xiaomi Mi 11 ist nicht das Flaggschiff zum Schnäppchenpreis. Auch das Kamera-Setup lässt noch Luft nach oben für ein Pro und Ultra. Dem gegenüber steht ein überragendes Samsung-Display, die beliebte Benutzeroberfläche MIUI in der Version 12.5 und die Top-Performance. All das macht das Mi 11 am Ende dann aber doch zu einer echten Empfehlung.

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MaTT

Mit dem Palm groß geworden und dem Qtek 1010, sowie HTC Hero die unstillbare Lust an dem OS Android bis zum heutigen Tage entdeckt. Als Gründer von Android TV (heute GO2mobile), pflasterten Meilensteine bei Areamobile (Head of Video Content) oder NextPit (Senior Editor) den Weg von Bestenlisten, News, Tests und Videos. Auch heute noch Spezialagent für alles Kreative.

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